Peru
Illegale Goldsucher vernichten Regenwald

Der hohe Goldpreis fördert die Regenwaldzerstörung in Peru. Eine Auswertung von Nasa-Satellitenbildern hat jetzt das dramatische Ausmaß des Waldverlustes offenbart.
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Buenos AiresDer immer weiter steigende Goldpreis hat die Zerstörung von Amazonas-Regenwäldern im peruanischen Departement Madre de Dios dramatisch beschleunigt. Durch illegale Goldsucher habe sich der Waldverlust innerhalb weniger Jahren versechsfacht, schreiben Wissenschaftler um Jennifer Swenson von der Duke in Durham (North Carolina) im Online-Wissenschaftsjournal "PLoSOne".

Zu diesem Ergebnis kamen die Forscher nach Auswertung von Nasa-Satellitenbildern. Demnach haben die mit primitiver Technik arbeitenden Goldgräber zwischen 2003 und 2009 allein in den zwei größeren Schürfgebieten Guacamayo und Colorado-Puquiri 7000 Hektar unberührten und extrem artenreichen Regenwald zerstört.

Die Wissenschaftler untersuchten in ihrer Studie auch die Quecksilberimporte von Peru. Das hochgiftige Metall wird von armen Goldschürfern zum Auswaschen des Goldes aus Gestein und Sand eingesetzt. "Angesichts der laufend steigenden Importe gehen wir davon aus, dass sich Perus Quecksilberimporte bis Ende 2011 auf 500 Tonnen verdoppelt haben werden", so Swenson.

Quecksilber zerstört nicht nur die Gesundheit der Goldsucher, sondern verseucht auch die Flüsse und die Luft in der Region. Durch die Nahrungskette schädigt es zudem die in der Region lebenden Ureinwohner und sogar weiter entfernt lebende Menschen. Wenn die Goldsucher ein Gebiet ausgebeutet haben, hinterlassen sie eine quecksilberverseuchte Mondlandschaft.

Nach Angaben des peruanischen Umweltministers Antonio Brack haben die Goldsucher in Madre de Dios schon 32.000 Hektar Regenwald zerstört. Im März gingen Polizei und Militär bei einem Großeinsatz gegen zehntausende Goldsucher vor.

32 Schwimmbagger seien zerstört worden, teilte Brack anschließend mit. Den Tod von zwei Goldsuchern bei der Aktion bedauerte er, betonte aber, dass der Einsatz von Gewalt angesichts der "ökologischen Tragödie" gerechtfertigt sei.

Das Problem ist jedoch noch lange nicht gelöst. Die Polizei geht davon aus, dass in der Region mindestens 250 Schwimmbagger im Einsatz sind. Es werde noch mindestens fünf Jahre dauern, bis die Goldsucher aus der Region vertrieben worden sind, schätzt Brack.

Allerdings treibt die hohe Armutsrate in Peru immer neue Menschen als Goldsucher in die Regenwälder. Brack vermutet beim Gold wohlhabende Hintermänner, die die einfachen Arbeiter vor Ort als "Kanonenfutter" missbrauchten. In peruanischen Medienberichten war auch von einer "chinesischen Mafia" die Rede.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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