Potenzial durch Klimawandel
Öko-Dachfonds entwickeln sich glänzend

Vom belächelten Exoten zum Zukunftsmodell: Die Entwicklung von Öko-Dachfonds verläuft steil nach oben. Nachdem in der Vergangenheit der Warburg Zukunft Strategie Fonds bereits eine überraschend hohe Performance vorzuweisen hatte, schieben sich im Ranking nun insgesamt nachhaltig orientierte Portfolios nach vorne – mit Potenzial zu mehr.

BERLIN. Vor drei Jahren wurde in Deutschland der erste Dachfonds aufgelegt, der sich an ökologischen und sozialen Kriterien ausrichtet. Das damals in der Finanzwelt belächelte Nachhaltigkeitskonzept hatte Erfolg: Der Warburg Zukunft Strategie Fonds (WZS) erreichte seit Auflage einen kumulierten Wertzuwachs von mehr als 58 Prozent und überflügelte damit die Messlatte, den MSCI-World (plus 46 Prozent) deutlich. Die Ratingagentur Feri nennt ihn einen der zehn renditestärksten Dachfonds überhaupt. Doch der Senior der Kategorie ist keine Ausnahme. Auch die übrigen Öko–Fonds haben es überwiegend auf die oberen Plätze geschafft.

Inzwischen gibt es sechs nachhaltige Dachfonds im deutschsprachigen Raum. „Das Fondsuniversum ist umfangreich genug, um sinnvoll und erfolgreich Dachfonds auflegen zu können“, erläutert Paschen von Flotow, Leiter des Sustainable Business Institut (SBI) der European Business School (EBS) in Oestrich-Winkel. Dachfonds können in Deutschland, der Schweiz und Österreich inzwischen unter 143 nachhaltigen Fonds wählen, berichtet das SBI, Anbieter der einzigen umfassenden öffentlichen Datenbank für Nachhaltigkeitsfonds im deutschsprachigen Raum. Alle Öko-Dachfonds verwalteten Ende März zusammen 22 Mrd. Euro, gut drei Viertel der Mittel steckten in Aktienfonds.

Der Warburg Zukunft Strategie, grundsätzlich ein Aktiendachfonds, kann sich auch dieses Jahr sehen lassen: Seit Jahresbeginn bis Mitte Juni liegt er mit einer Performance von gut acht Prozent auf Platz 6 der 220 in der Fondsdatenbank von Feri Rating & Research erfassten flexiblen Dachfonds. Dort ist er eingeordnet, weil er in heiklen Börsenzeiten bis zu 49 Prozent nachhaltige Rentenfonds beimischen könnte.

„Angesichts des Klimawandels erwarten wir auch in den kommenden Jahren eine gute Wertentwicklung für Fonds zu Umwelttechnologie, regenerative Energien und Wasseraufbereitung“, sagt Fondsmanager Frank Fiesinger. Er investiert momentan zu einem Viertel in diese Bereiche und zu drei Viertel in umfassende Nachhaltigkeitsfonds, die auch soziale Kriterien beachten. Dabei wurden Technikfonds häufig hoch gewichtet. Der zweite nachhaltige Aktiendachfonds, Provita World Fund, büßte laut Feri seit Jahresbeginn aber leicht an Wert ein. Die anderen nachhaltigen Dachfonds sind gemischt. Ihre Wertentwicklungen sind darum niedriger als die des WZS. Der BHF SustainSelect FT kommt seit Jahresbeginn auf fast sieben Prozent, der Gerling Responsibility Fonds auf gut fünf Prozent. Damit liegen beide jedoch ebenfalls auf oberen Plätzen.

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