Reaktorunfall in Japan
Experte unterstützt Greenpeace-Forderung

Die Kernschmelze im Kernkraftwerk Fukushima I wird von der Regierung inzwischen eingeräumt. Greenpeace fordert die Ausweitung der Evakuierungszone. Ein Experte geht sogar noch weiter.
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DüsseldorfDie Umweltschutzorganisation Greenpeace hat scharfe Kritik an der bisherigen 20-Kilometer-Schutzzone rund um das havarierte Kernkraftwerk von Fukushima geübt. Strahlenexperten der Organisation hatten rund um die havarierte Atomanlage Fukushima Daiichi unabhängige Radioaktivitätsmessungen angestellt. Dabei haben sie noch in rund 40 Kilometer Entfernung hohe Strahlenwerte gefunden.

Für eine entsprechende Ausweitung der Evakuierungszone plädiert auch der Strahlenschutzexperte Sebastian Pflugbeil, Präsident der der Gesellschaft für Strahlenschutz. Im Interview mit Handelsblatt Online äußerte Pflugbeil sein Unverständnis darüber, dass die japanischen Behörden das gefährdete Gebiet nicht konsequent evakuierten. "So eine Evakuierung muss generalstabsmäßig durchgeplant werden. Ich weiß nicht, warum das nicht geschieht", so Pflugbeil.

Die japanische Regierung hatte die Bevölkerung im weiteren Umfeld der Atomanlage kürzlich lediglich dazu aufgefordert, Türen und Fenster geschlossen zu halten. Selbst in der Zone in unmittelbarer Umgebung des Reaktors duldet die Regierung, dass vor allem ältere Menschen inzwischen in ihre Häuser zurückgekehrt sind.

Die Experten von Greenpeace haben im Ort Tsushima etwa bis zu 100 Mikrosievert pro Stunde gemessen. Die maximale Jahresdosis der Strahlenbelastung würde dort in acht Stunden erreicht, so die Umweltschutzorganisation. Der Ort liegt deutlich außerhalb der von der japanischen Regierung festgelegten Evakuierungszone von 20 Kilometern und auch außerhalb der Zone von 30 Kilometern Umkreis, in der die Regierung den Bürgern lediglich empfiehlt, ihre Häuser zu verlassen.

Die Radioaktivität aus der Reaktor-Katastrophe habe sich ungleichmäßig über das Land verteilt, daher sei eine konstante 20 Kilometer-Evakuierungszone unzureichend, so die Greenpeace-Experten. Eine Einschätzung, die offenbar auch US-Behörden teilen. Schon kurz nach dem Beginn der Katastrophe war US-Bürgern empfohlen worden, eine Zone im Umkreis von 80 Kilometern rund um das Kernkraftwerk zu meiden.

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