Rekord-Dürre Wie Chinas Staudämme Südostasien austrocknen

Südostasien leidet unter extremer Dürre. Als China jüngst einen Mekong-Staudamm öffnete, um den Nachbarn zu helfen, wurde dies als Geste des guten Willens gefeiert. Dabei trägt Peking eine Mitschuld an der Trockenheit.
Der Fluss ist die Lebensader für Millionen Menschen in Südostasien. Quelle: AP
Fischerboote auf dem Mekong

Der Fluss ist die Lebensader für Millionen Menschen in Südostasien.

(Foto: AP)

HanoiDie Länder Südostasiens hängen am Tropf des großen Nachbarn China – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Denn seit Peking am Oberlauf des Mekong sechs Staudämme gebaut hat, ist in den Reiskammern der Region nichts mehr wie es war.

Aktuell sind die Folgen besonders schlimm. Thailand, Laos, Kambodscha und Vietnam leiden unter der schwersten Dürre seit Jahren. Und da neuerdings auch der wichtigste Fluss kaum noch Wasser führt, drohen katastrophale Folgen. Als Notmaßnahme hat China eine der Staustufen vorübergehend geöffnet. Das ändert jedoch nichts an dem eigentlichen Problem.

Zehn Fakten, die Sie über Wasser wissen sollten
Wasser bedeckt die Erde
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Über 70 Prozent der Erde sind von Wasser bedeckt, doch nur drei Prozent sind trinkbares Süßwasser.

Der Mensch besteht aus Wasser
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Der Mensch besteht zu etwa 60 Prozent aus Wasser. Ohne zu trinken, überlebt er nur wenige Tage.

6000 Liter Wasser für ein Fast-Food-Menü
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Hamburger, Pommes und Softdrink: Schon die Produktion eines einzigen Fast-Food-Menüs verbraucht nach Berechnungen des WWF 6000 Liter Wasser, rechnet man Anbau von Kartoffeln und Getreide, Viehfütterung und Getränkeherstellung zusammen.

Ursprung des Lebens
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In vielen Schöpfungsmythen versinnbildlicht Wasser den Ursprung allen Lebens.

850.000 Staudämme
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Weltweit produzieren rund 850.000 Staudämme Strom aus Wasserkraft. Etwa 50.000 dieser Anlagen sind so groß, dass sie als Mega-Staudämme gelten.

Kaum Abwasser-Reinigung weltweit
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Mit seinem hohen Standard in Sachen Abwasseraufbereitung zählt Deutschland im globalen Vergleich zu den Ausnahmen. Weltweit fließen 80 Prozent des städtischen Abwassers unbehandelt in Flüsse, Seen oder ins Meer.

Kein Zugang zu sauberem Trinkwasser
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Knapp 900 Millionen Menschen in den Entwicklungsländern haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Rücksicht auf die Staaten am Unterlauf zählte bisher eher nicht zur Mekong-Strategie Pekings. Im Fokus lag stets die Nutzung des Flusses für die eigene Elektrizitätsgewinnung. Als Ende März am gigantischen Jinghong-Damm die Tore geöffnet wurden, war daher von einem neuen Kapitel der chinesischen Wasserdiplomatie die Rede.

Kritiker ziehen allerdings nicht nur die Selbstlosigkeit der Maßnahme in Zweifel. Sie betonen vor allem, dass die massiven Eingriffe in das Ökosystem des Flusses ganz wesentlich für die Trockenheit auf den Reisfeldern der Region verantwortlich sind.

Dutzende Millionen Menschen sind betroffen

Die Hauptursache für die derzeitige Dürre ist das Klimaphänomen El Niño. Dessen Auswirkungen seien derzeit so gravierend wie nur selten in den vergangenen 60 Jahren, sagt Kundhavi Kadiresan, eine der stellvertretenden Direktoren der Welternährungsorganisation FAO. El Niño sei der größte Faktor, aber „die Staudämme entlang des Mekongs können auch Probleme verursachen und tun das natürlich auch“.

Dutzende Millionen Menschen sind von dem niedrigen Wasserstand des Mekongs betroffen. Das Delta des Stroms zählt zu den am dichtesten besiedelten Agrarregionen der Welt. Für mehrere hunderttausend Menschen wird aufgrund der aktuellen Dürre bereits das Trinkwasser knapp. Weil der Mangel auch die landwirtschaftliche Bewässerung betrifft, ist die Gesamtfläche, die für den Anbau von Reis genutzt werden kann, in diesem Jahr stark reduziert.

In Vietnam sind wegen der Dürre nach offiziellen Schätzungen zudem etwa 400.000 Hektar Land versalzen, auf etwa 160.000 Hektar gelten die Böden inzwischen als unfruchtbar. „Ich habe meine gesamten Investitionen verloren. Meine Familie steht jetzt mit leeren Händen da“, sagt Thach Tai, ein Bauer aus dem Dorf Ngoc Bien in der südvietnamesischen Provinz Tra Vinh. Selbst sein 70-jähriger Vater habe eine solche Trockenheit und ein so hohes Maß an Versalzung noch nicht erlebt.

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Der Mekong ist kein Wasserhahn
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