Rettungsplan vorgestellt
EU-Kommission will Haie schützen

Die Europäische Kommission will gefährdete Haiarten künftig besser schützen. Die Behörde hat einen Aktionsplan vogelegt, der für eine nachhaltige Fischerei von bedrohten Haiarten sorgen soll. Vorgesehen sind etwa Fangverbote für bestimmte Arten.
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ap BRÜSSEL. Die EU-Kommission hat ein Herz für Haie: Fischereikommissar Joe Borg stellte am Donnerstag in Brüssel einen Aktionsplan zum Schutz der als Menschenfressser verschrienen Raubtiere vor. „Menschen stellen für Haie heute eine sehr viel größere Gefahr dar, als es Haie für uns je waren“, sagte Borg. „Viele Hai-Bestände sind überfischt oder von Ausrottung bedroht.“ Dies gelte auch für die europäischen Gewässer: Einer aktuellen Studie zufolge sei jede dritte europäische Hai-Art gefährdet.

In den vergangenen zwanzig Jahren habe sich die Jagd auf Haie deutlich ausgeweitet, erklärte der Kommissar. Seit 1984 sei die weltweite Fangmenge um rund ein Drittel auf 800 000 Tonnen pro Jahr gestiegen. Davon entfielen 100 000 Tonnen auf die europäische Fischereiflotte.

Haifischfleisch erfreut sich nach Angaben der EU-Kommission auch in Deutschland großer Beliebtheit. Daraus werden nämlich die sogenannten Schillerlocken hergestellt, wie Ralph Kampwirth vom Tierschutzverband WWF erläutert: „Die Lust der Deutschen auf Schillerlocke ist mit dafür verantwortlich, dass der Dornhai so dezimiert wird“, sagte Kampwirth der Nachrichtenagentur AP.

Noch größeren Hunger auf Hai haben nach Zahlen der Umweltschutzorganisation Oceana Spanier, Italiener, Franzosen und Portugiesen. In diesen Ländern kommt Hai oft auch als Filet auf den Tisch. Zudem exportierten mehrere europäische Länder Haifischflossen nach Asien, wo die gleichnamige Suppe als Delikatesse gilt.

Die EU-Kommission schlägt nun vor, den Fang bedrohter Arten stärker einzuschränken. Für die besonders gefährdeten Tiefsee-Haie strebt sie ab 2010 ein Fischereiverbot an. Das bereits gültige Verbot, Haien die begehrten Flossen abzuschneiden und sie dann ins Meer zurückzuwerfen, soll künftig strenger kontrolliert werden.

Zudem sollen die Fischer verstärkt darauf achten, ob etwa beim Thunfisch-Fang versehentlich Haie mit ins Netz gehen. Bislang werden solche unerwünschten Beifänge, auch wenn die Fische tot sind, einfach wieder über Bord geworfen. Die Kommission will nun die Fischer dazu zwingen, auch versehentlich gefangene Haie an Land zu bringen. Das Kalkül: Wenn die Fischer für sie wertlose Ware transportieren müssen und dadurch Raum für ihre eigentliche Beute verlieren, werden sie sich stärker um den Einsatz selektiver Netze bemühen. Dieses Beifangverbot ist laut Aktionsplan allerdings erst „mittel- bis langfristig“ geplant.

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