Riesiger Energiespeicher
Der Strom kommt aus dem Tank

Wie lassen sich große Strommengen einfach und preiswert speichern? Die Antwort auf diese Frage ist ein Schlüssel für die Energiewende. Forscher testen dafür jetzt eine gigantische Flüssigkeitsbatterie.

PfinztalRiesige grüne Tanks, Rohrleitungen, Pumpen – was ein bisschen aussieht wie der Gärkeller einer Brauerei ist der Speicherraum der aktuell wohl größten Batterie in Deutschland. Eine Etage höher arbeiten Handwerker gerade am Aufbau der Technik. Zwanzig Megawattstunden Strom soll die sogenannte Redox-Flow-Batterie, die Ende März in den Testbetrieb geht, speichern.

Das würde reichen, um ein ganzes Dorf zehn Stunden lang zu versorgen. „Wir versuchen, die Energiespeicher günstiger zu machen“, sagt Peter Fischer, der das Projekt beim Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie in Pfinztal bei Karlsruhe leitet.

Zu dem 19 Millionen Euro teuren Vorhaben gehört eine zwei Megawatt starke Windenergieanlage gleich neben dem neuen Gebäude, die Gleichstrom zum Füllen der Batterie liefern soll. Doch an diesem fast frühlingshaften Februartag läuft der Aufbau nicht wie geplant. Beim Transport von Brandenburg ist eines der stählernen Turmsegmente mit einer Brücke kollidiert und muss erst repariert werden. Fischer und seine Kollegen sind darüber nicht glücklich, aber den Zeitplan für den Probebetrieb soll die Verzögerung nicht umstoßen.

Was sind die Stärken der Redox-Flow-Technik? Die Einheit, in der Strom über Membranen in die Batterie hinein und heraus fließt, ist vom Speichermedium getrennt. Dadurch können die Tanks mit der Vanadium-Lösung fast beliebig groß gebaut werden. In Pfinztal fasst schon jetzt jeder Tank immerhin 45.000 Liter.

Fischer setzt darauf, dass die Technik langfristig deutlich billiger wird. Die Kosten seien innerhalb von drei Jahren bereits um die Hälfte gesunken.

Strom aus erneuerbaren Quellen wie Wind und Sonne steht nicht immer in konstanter Menge zur Verfügung. Um das Netz stabil zu halten, müsse Strom schnell ins Netz eingespeist werden können, sagt der 41 Jahre alte promovierte Experte für physikalische Chemie. Dabei könnten sich die Redox-Flow-Technik und Lithium-Ionen-Batterien mit ihren Eigenschaften gut ergänzen.

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