Rutschende Eismassen
Antarktis droht unheilvolle Kettenreaktion

Die großen Schelfeisflächen des antarktischen Wedellmeeres galten bislang als relativ unempfindlich gegen die globale Erwärmung. Das könnte ein Trugschluss gewesen sein, wie eine aktuelle Studie zeigt.
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BremerhavenIn der Antarktis zeichnet sich eine unheilvolle Kettenreaktion ab. Anders als lange angenommen wirkt sich der Klimawandel offenbar auch auf das Weddellmeer aus, das größte Randmeer des Südlichen Ozeans am antarktischen Kontinent.

Durch Abschmelzen einer Eisbarriere könnten große Teile des Inlandeises ins Meer abrutschen. Die Folge wäre ein deutlicher Anstieg des Meeresspiegels. berichten Forscher des Bremerhavener Alfred-Wegener-Institutes für Polar- und Meeresforschung (Awi) im Fachmagazin „Nature“.

Das Filchner-Ronne-Schelfeis bedeckt eine große Bucht des Weddellmeeres. Es werde noch in diesem Jahrhundert rapide zu schmelzen beginnen, schreiben die Awi-Forscher. In der Folge könnte Inlandeis in den Ozean abrutschen, da das Schelfeis als Barriere wegfällt. Dies wiederum würde zu einem Anstieg des Meeresspiegels von mehr als vier Millimeter pro Jahr führen.

Bislang war angenommen worden, dass das Schelfeis des Weddellmeeres wegen seiner Randlage von direkten Einflüssen der Erderwärmung verschont bleiben würde. „Gebiete wie das Filchner-Ronne-Schelfeis und das Ross-Schelfeis galten lange Zeit als unverwundbar“, so der Awi-Ozeanograph und Erstautor der Studie, Hartmut Hellmer. Die Wassermassen des Weddellmeeres schienen kalt genug, um dem Schelfeis nichts anhaben zu können.

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Das solide Eis droht brüchig zu werden

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  • Haben Sie Physik studiert oder einen "großen Schein" in Atomphysik gemacht? Wohl kaum, dass merkt man an ihrer Auffassung.
    Ich aber schon! Und darum habe ich zu dem Thema eine qualifizierte und fundierte Meinung.

    Selbstverständlich ist die Treibhauswirksamkeit von CO2 seit über 100 Jahren bekannt. Das CO2 als Treibhausgas wirkt folgt unmittelbar aus der atomphysikalischen Struktur des CO2-Moleküls.
    Der Mensch setzt CO2 frei und beeinflusst daher das Klima. Jede gegenteilige Aussage ist Unfug!

    Gewandelt hat sich nur die Einschätzung bzgl. des Umfangs der menschlichen Aktivität. Arrhenius ging 1896 noch davon aus, dass die menschlichen Aktivitäten angesichts der Größe der geo-chemischen Stoffkreisläufe nicht ins Gewicht fallen; dies hat sich allerdings - für die Zukunft - als Irrtum erwiesen.

    Was heißt, "selbst das IPPC kann nicht mit absoluter Sicherheit behaupten ..." Muss es nicht, eine hinreichend hohe Wahrscheinlichkeit genügt und die ist gegeben! Anscheinend haben Sie keine Ahnung von empirischen Wissenschaften.

    Meine Antwort war und ist sprachlich genau der grobe Keil der auf grobe Klötze gehört. Wenn Sie sich mit den entsprechenden Personen identifizieren, ist das Ihr Problem.
    Als Akademiker bin ich es inzwischen überdrüssig, wenn sich halb-gebildete - fachlich unzutreffend - zu wichtigen Themen äußern. Reden Sie lieber im BILD-Sport-Forum über Fußball.

  • In den wichtigen Aussagen dieses Berichtes kommen die Wörtchen "könnten" und "würden" je vier mal vor. Demnach 'könnte' auch alles anders kommen, was ein völlig anderes Ergebnis zeitigen 'würde'. Beispielsweise das Ende dieses volksverdummenden Klimaspuks.

  • Im Falle von Opas - "wissenschaftlich" selbstredend erwiesener - Angst vorm Untermenschen hat sich die vorgeschlagene Reihenfolge als völlig unbrauchbar erwiesen, höflich formuliert.

    Auch sonst ist kein Beispiel bekannt, aus dem sich ergibt, dass "Erst schießen, dann fragen!" eine sachgerechte Vorgehensweise ist. Es sei denn, man will Fakten wider die Vernunft schaffen.

    Also wenn diese Reihenfolge, dann Schaffung des Nürnberger Gerichtshofs für klimaideologische Verbrecher als allerersten Schritt. Das sollte die allerübelsten Exzesse vermeiden helfen.

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