Sechs Szenarien
Was Sie über den Klimawandel noch nicht wussten

Neben schmelzenden Eisschilden und steigendem Meeresspiegel gibt es weniger bekannte, aber nicht weniger bedeutsame Folgen des Klimawandels. Lesen Sie hier von sechs Szenarien, die Sie vielleicht so noch nicht kannten.

BerlinNeue Runde im Konferenz-Marathon zum globalen Klimawandel: Der New Yorker Uno-Gipfel soll neuen Schwung in die internationalen Verhandlungen bringen, damit spätestens Ende 2015 ein neuer globaler Klimavertrag abgeschlossen werden kann.

Was passiert, wenn sich die Weltgemeinschaft nicht auf einen wirksamen Handlungskatalog einigen kann, haben Wissenschaftler in einer Vielzahl von Untersuchungen aufgezeigt. Schmelzende Eisschilde und steigende Meeresspiegel zählen dabei zu den bekannten Szenarien. Doch es gibt einige Folgen, die weniger bekannt, aber nicht weniger weitreichend sind.

  • Vulkane werden aktiver

Wie stark Vulkanausbrüche das Klima beeinflussen können, hat uns in jüngerer Vergangenheit der Pinatubo eindrucksvoll vor Augen geführt. Als der philippinische Feuerberg 1991 explodierte, legten sich seine riesigen Wolken aus Asche und Schwefelpartikeln wie ein Schleier um die Erde. Als Folge dieses natürlichen Sonnenschirms lagen die globalen Temperaturen in den folgenden Monaten im Schnitt um 0,5 Grad Celsius niedriger als im langjährigen Durchschnitt.

Vulkane verändern also das Klima, doch der umgekehrte Prozess lässt sich ebenfalls nachweisen. Klimaveränderungen haben in der Erdgeschichte wiederholt zu verstärkter Vulkantätigkeit geführt – und zwar stets dann, wenn sich die Erde erwärmte. So haben Forscher des Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung (Geomar) in Kiel anhand von Asche-Ablagerungen vor der Pazifikküste Mittelamerikas nachweisen können, dass über einen Zeitraum von 460.000 Jahren hinweg auf einen raschen Anstieg der weltweiten Temperaturen eine erhöhte vulkanische Aktivität folgte.

Verantwortlich dafür sind Gewichtsverschiebungen, die durch das Abschmelzen von Gletschern an Land und den damit verbundenen Anstieg der Meeresspiegel entstehen. Die abschmelzende Eislast reduziert das auf den Kontinenten lastende Gewicht, während die ozeanischen Erdplatten durch das zusätzlich in die Meere einströmende Schmelzwasser stärker unter Druck geraten. Durch die dabei auftretenden Spannungen in der Erdkruste öffnen sich an der Erdoberfläche neue „Abflussrohre“ für glutflüssiges Tiefengestein, gleichzeitig drängt verstärkt Magma aus der Tiefe nach – die Vulkane laufen regelrecht über.

  • Bis zu 40 Tage mehr Smog

Schon heute ist die Luft in den „Smog-Hauptstädten" der Welt – wie Delhi, Peking oder Jakarta – an vielen Tagen im Jahr so schmutzig, dass sich die Menschen nur noch mit Atemmaske ins Freie wagen. Nach Berechnungen der Weltgesundheitsorganisation WHO ist verschmutzte Luft pro Jahr für 3,7 Millionen Todesfälle weltweit verantwortlich. Und die Smogbelastung wird als Folge des Klimawandels weiter steigen, wie Forscher der Stanford University vorhersagen.

Sie berechneten anhand von Klimamodellen, wie sich der sogenannte Stagnationsindex entwickeln wird, wenn sich der globale Ausstoß an Treibhausgasen nicht verringert. Dieser Index zeigt die Häufigkeit von Bedingungen an, die für die Entstehung von Smog besonders günstig sind, wie etwa das Fehlen von Wind und Regen in Bodennähe bei gleichzeitig nur schwach ausgeprägten Höhenwinden.

Demnach dürften bis zum Ende des Jahrhunderts etwa 55 Prozent der Weltbevölkerung von einer im Vergleich zu heute stärkeren Smogbelastung betroffen sein. Für einige Gebiete sagen die Forscher bis zu 40 zusätzliche Smog-Tage pro Jahr voraus. Besonders gefährdet sind heute schon stark betroffene Gebiete wie Indien oder China, aber auch am Mittelmeer könnte es in Zukunft häufiger zu „dicker Luft“ kommen.

Seite 1:

Was Sie über den Klimawandel noch nicht wussten

Seite 2:

43 Tage Dauerregen

Seite 3:

Das Ende der "grünen Hölle"

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%