Smart Grid
Paulaner verdient Geld mit Stromlücken

Auch Unternehmen können zum Gelingen der Energiewende beitragen. Der Bierbrauer Paulaner schaltet seine Kälteanlagen ab, um das Stromnetz zu entlasten. Dabei profitiert das Unternehmen gleich doppelt.
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München

Die Bierbrauer sind ja nicht unbedingt als allzu offen für Innovationen bekannt. Schließlich brauen sie seit Jahrhunderten nach demselben Rezept. Doch bei der Münchener Traditionsbrauerei Paulaner hat bereits begonnen, worüber anderswo noch gesprochen wird: die Energiewende.

In einer Halle auf dem Firmengelände am berühmten Münchener Nockherberg stehen mehrere lärmende Kältekompressoren, sie spielen eine Schlüsselrolle im aktuellen Stromprojekt der Firma. Denn sie können - wenn sie gerade nicht auf Volllast laufen müssen - aus der Ferne kurzzeitig abgestellt werden, um die Stromnetze zu entlasten. Demand Response, automatische Laststeuerung, nennt man diese Technik, eine spezielle Anwendung vom sogenannten Smart Grid, dem intelligenten Stromnetz.

Dafür, dass diese Laststeuerung bei Paulaner funktioniert, sorgt das Münchener Unternehmen Entelios. Es nutzt die Schwächen der Energieversorger wie RWE oder Eon und die der Unternehmen wie Paulaner und verwandelt sie in Stärken.

Die Versorger haben nämlich das Problem, dass sie zeitweise zu wenig Strom liefern können, wenn beispielsweise während Windflauten kein Strom von Windkraftanlagen in die Netze eingespeist werden kann. Natürlich müssen die Versorger aber dennoch ihre Kunden konstant mit Strom beliefern. Um die Lücken zu schließen, müssten die Versorger teuer Strom zukaufen.

Auf der anderen Seite laufen bei vielen Stromkunden Geräte, die in dem Moment der Stromlücke möglicherweise gar nicht gebraucht werden. Beispiel Paulaner: Beim Brauen muss das Bier stets gut gekühlt werden. Dafür ist viel Strom notwendig - allerdings vor allem bei der Produktion von untergärigem Bier. Braut Paulaner gerade Weißbier, können die Kühlmaschinen dagegen auch schon einmal heruntergefahren werden.

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Kommentare zu " Smart Grid: Paulaner verdient Geld mit Stromlücken"

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  • Bier macht eben schlau

  • Bier macht eben schlau

  • Klingt reichlich blauäugig, dass ein Berater auch noch Geld BEZAHLT. Wovon lebt dieses Beratungsunternehmen dann ? Vermutlich vom Ausnutzen der unterschiedlichen Tarife zwischen Normal- und Schwachlast, die teilweise erheblich sein können. Aber das könnte eine gute Geschäftsführung auch alleine mit dem Stromlieferanten vereinbaren.

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