Smog in Delhi
Gift in der Luft

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Neue Stellen lassen sich kaum besetzen

Neu Delhis Luftverschmutzung hat viele Gründe: den Verkehr, die Kohlekraftwerke und vor allem die Bauern, die zu dieser Zeit in den umliegenden Bundesstaaten massenhaft Ernterückstände abbrennen – eine ebenso günstige wie schädliche Entsorgungsmethode, die von den Behörden bislang kaum unterbunden wird. Indische Zeitungen beklagen ein Versagen der Politik: Obwohl das Problem Jahr für Jahr aufs Neue auftritt, werde kaum etwas getan. Indiens Umweltminister Harsh Vardhan versuchte am Dienstag zu beruhigen: „Ich behaupte nicht, dass nichts getan werden muss“, sagte er in einem Interview. „Aber es gibt keinen Grund, Panik zu verbreiten.“

Eine Studie der medizinischen Fachpublikation „The Lancet“ legt hingegen größeren Handlungsdrang nahe: Demnach sterben in Indien jedes Jahr 2,5 Millionen Menschen an den Folgen von Umweltverschmutzung – so viele wie in keinem anderen Land. Die Luftverschmutzung ist dafür der mit Abstand wichtigste Faktor.

Ausländer schrecken vor Neu Delhi angesichts der dramatischen Lage zunehmend zurück: „Wir beobachten, dass es immer schwieriger wird, Stellen in Neu Delhi zu besetzen“, sagt KfW-Manger Kessler. Das liege daran, dass sich Kollegen mit kleinen Kindern aufgrund der Luftverschmutzung kaum noch vorstellen könnten, in die indische Hauptstadt zu ziehen. Diesen Trend gebe es bei vielen internationalen Firmen und Organisationen mit Standort in der Stadt: „Das kann man gut daran ablesen, dass die Schülerzahlen in den internationalen Schulen immer weiter zurückgehen.“

Ähnliche Erfahrungen hat auch Berater Wekezer gemacht: „Mitarbeiter für eine Entsendung nach Neu Delhi zu finden, war schon immer schwierig.“ Dass nun Medien weltweit über die Smog-Probleme berichten, mache es nicht einfacher. „Ich kann mir gut vorstellen, dass auch Unternehmen künftig lieber Mitarbeiter nach Bangalore schicken, wenn sie die Wahl haben.“

Bei der Frage, wie lange er selbst noch in Indien bleiben werde, spielten die Gefahren des Smogs für ihn natürlich eine Rolle, sagt Wekezer. Ein Grund sofort wegzulaufen, sei die Luftverschmutzung aber nicht. „In einem Schwellenland zu arbeiten, ist nun mal mit größeren Risiken verbunden – nicht nur bei der Luftqualität“, sagt er. „Opfer eines Verkehrsunfalls zu werden ist in Neu Delhi immer noch die größere Gefahr.“

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Mathias  Peer
Mathias  Peer
Wirtschaftspresse Bangkok / Auslandskorrespondent

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  • Ergänzung zum Kommentar von 12:31 Uhr (Zitat aus dem Artikel: "– eine ebenso günstige wie schädliche Entsorgungsmethode, ...", mein Kommentar dazu: „Oh Mann. GÜNSTIG. Gesund bleiben (oder überhaupt leben) dürfen muss man sich erstmal leisten können, nicht?“):

    Natürlich werden wir auch in Zukunft Zahlungsmittel (gemeinhin unter dem Begriff „Geld“ zusammengefasst) für die Abwicklung unseres Handels – und damit zur Aufrechterhaltung des globalen Wirtschaftskreislaufs – benötigen.

    Aber weit mehr noch als über Art und Ausgestaltung dieses Zahlungsmittels muss schon angesichts der vielen in unserem derzeitigen Finanzsystem praktisch nicht existenten, aber gleichwohl absolut lebensnotwendigen „Güter“ (wie z.B. ein intaktes Ökosystem, also sauberes Wasser und saubere Luft, oder eine harmonische, friedfertige globale Gesellschaft) auf breitestmöglicher politischer Ebene (und im IT-Zeitalter ist die s e h r breit) ganz dringend geklärt werden, wie der Marktpreis einer jeden gehandelten „Ware“ – ganz gleich, ob materieller oder immaterieller Art -, der durch dieses Zahlungsmittel abgebildet wird, endlich auf demokratische – also summa summarum und letzten Endes auf der Basis von dessen „Bewertung“ durch jeden einzelnen Erdenbürger – ermittelt werden kann.

    Und wie gleichermaßen schnellstmöglich auf demokratische (d.h., für jedermann transparente!) Art und Weise das zur Erreichung dieses Ziels geeignete Prozedere ermittelt und ausgearbeitet - und umgesetzt werden kann.

  • @Herr Helmut Metz, 15.11.2017, 15:17 Uhr

    „Gewisse Teile der "Elite" sind daher auch davon überzeugt, dass unbedingt eine Bevölkerungsreduktion erfolgen muss (…)“

    ???

    Eins ist mal klar: Wer – aus welchen Gründen auch immer – auf der Welt ist, ist da und hat das Recht auf ein Leben, das man als menschenwürdig bezeichnen kann. JEDER.

    Wollen Sie das bestreiten?

    Und was die meisten unter einem "menschenwürdigen Leben" nicht zuletzt verstehen, wird ja schon am Ergebnis der Umfrage zu diesem Artikel ("Könnten Sie sich vorstellen in Neu Delhi zu arbeiten?", siehe dort) deutlich.

    Ihre „Eliten“ – wer immer das sein soll – allesamt zu erschießen scheidet da als Problemlösungsoption also schon mal aus.

    Dass ganz dringend etwas gegen einen weiteren und in vielen Fällen - insbesondere von den Frauen bzw. Müttern - ungewollten unkontrollierten Bevölkerungszuwachs (die meisten Frauen wollen zwar Kinder, aber eben nicht so viele – schon gar nicht, wenn sie allein für sie sorgen müssen), der paradoxerweise ausgerechnet in den im globalen Vergleich am meisten benachteiligten Regionen stattfindet („paradoxerweise“ nur auf den ersten Blick: weil gerade diese Benachteiligung – der Mangel an Bildung, Aufklärung, Entscheidungsfreiheit, Entwicklungschancen, kurz: Perspektiven (die sich, nebenbei angemerkt, da wir alle auf dem gleichen Planeten leben zwangsläufig früher oder später auch für die jüngeren und nachkommenden Generationen eintrüben werden, wenn jetzt nicht schleunigst und beherzt gegengesteuert wird*) die Hauptursache der Bevölkerungsexplosion in diesen Regionen ist) unternommen werden muss, ist mehr als offensichtlich, steht aber auf einem ganz anderen Blatt.

    *Also, was schlagen Sie vor?

  • @ Peter Schuppli
    "Wenn wir so weiterwursteln auf diesem unserem Planeten und die Natur ohne jede Achtung vor der Schöpfung ausbeuten und vernichten wie in den vergangenen Jahrzehnten, werden wir uns darauf einstellen müssen, eines Tages allesamt im eigenen Dreck unterzugehen. Nur eine Frage der Zeit."

    Gewisse Teile der "Elite" sind daher auch davon überzeugt, dass unbedingt eine Bevölkerungsreduktion erfolgen muss (dies ist übrigens keine VT). Sich selber wollen die natürlich von dieser Reduktion ausnehmen. Zudem tragen Teile dieser "Elite" auch eine gewisse "Mitschuld", denn nur die ungehemmte KREDITEXPANSION ermöglichte letztendlich auch dieses enorme Bevölkerungswachstum und mit ihm den ungeheuren Ressourcenbedarf.

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