„Solar Impulse 2“ Der Sonnenflieger muss schon wieder landen

Schlechtes Wetter zwingt den Sonnenflieger „Solar Impulse 2“ zu einer Zwischenlandung. Pilot André Borschberg muss die Pazifiküberquerung abbrechen. Das Team hofft nun in Japan auf bessere Bedingungen.
1 Kommentar
Das Solarflugzeug musste die Pazifiküberquerung abbrechen. Quelle: Reuters
Solar Impulse 2 in Nanjing

Das Solarflugzeug musste die Pazifiküberquerung abbrechen.

(Foto: Reuters)

ShanghaiKurz nach der Fortsetzung seiner Weltumrundung setzt schlechtes Wetter dem Flug des nur mit Sonnenkraft betriebene Flugzeug „Solar Impulse 2“ schon wieder ein Ende: Der Einsitzer werde bei der japanischen Stadt Nagoya zwischenlanden, teilten die Organisatoren am Montag mit. „Das Wetter über dem Pazifik verschlechtert sich“, erklärte Projektleiter Bertrand Piccard im Kurznachrichtendienst Twitter. Die Entscheidung zur unverzüglichen Landung in Nagoya sei gefallen, um dort auf bessere Bedingungen zu warten.

„Solar Impulse 2“ war erst am Sonntag in China zur nächsten und schwierigsten Etappe seiner geplanten Erdumrundung aufgebrochen: Nach Plan sollte er den Pazifik in sechs Tagen überqueren und nach rund 8500 Kilometern in Hawaii ankommen. Zuvor hatte der Schweizer Pilot André Borschberg bereits lange auf gutes Wetter warten müssen.

Der sonnenbetriebene Einsitzer war Anfang März in Abu Dhabi gestartet. Über Oman ging es weiter nach Indien, Myanmar und China. In Nanjing, wo das Flugzeug Ende März landete, war eigentlich nur ein kurzer Zwischenstopp geplant. Letztendlich warteten Borschberg und sein Landsmann Bertrand Piccard dort aber fast zwei Monate auf geeignetes Wetter für den Flug nach Hawaii. Nach dem Flug über den Pazifik soll „Solar Impulse 2“ die USA überqueren.

In insgesamt zwölf Etappen wollen Borschberg und Piccard die Erde ganz ohne Treibstoff umrunden. Dabei wechseln sie sich am Steuerknüppel ab. Angetrieben wird der 2,5 Tonnen schwere Flieger von mehr als 17.000 Solarzellen.

Die Rekordreise ohne Treibstoff
Solar Impulse 2
1 von 11

Seine Tragflächen sind so groß wie die einer Airbus A380-Maschine, es wiegt aber nur knapp zweieinhalb Tonnen: Das Solarflugzeug „Solar Impulse 2“. Von März bis August 2015 findet eine Weltumrundung in mehreren Etappen mit der Maschine statt. Die Reise begann am 9. März im Golfemirat Abu Dhabi.

André Boschberg, Bertrand Piccard
2 von 11

Mit der Erdumrundung wollen die beiden Piloten Bertrand Piccard (r.) und André Borschberg für einen stärkeren Einsatz von Sonnenenergie werben. Ziel ist es, nach der Erprobungsphase umweltschonende Motorflugzeuge ohne Verbrauch von Brennstoff zu bauen. Die Reise um die Welt ist das Ergebnis von zwölf Jahren Forschung.

Etappe 1: Abu Dhabi (VAE) - Maskat (Oman)
3 von 11

Von Abu Dhabi nahm Solar Impulse 2 Kurs auf Maskat im Oman. Für die rund 430 Kilometer benötigte das Solarflugzeug 13 Stunden und zwei Minuten. Doch Piccard und Borschberg haben noch einen weiten weg vor sich: Die insgesamt 35.000 Kilometer ihrer Weltreise wollen sie an 25 Flugtagen zurücklegen. Auf den Etappen wechseln sich die zwei Piloten ab. Insgesamt werden die beiden von 130 Mitarbeitern unterwegs sowie in der Kontrollzentrale in Monaco unterstützt.

„Menschliche Herausforderung“
4 von 11

Angetrieben wird das nur 2,5 Tonnen schwere Flugzeug aus Karbonfasern von 17.000 Solarzellen auf den 72 Meter langen Flügeln. „Solar Impulse 2“ fliegt allerdings lediglich mit einer Geschwindigkeit von 50 bis 100 Stundenkilometern auf einer Höhe von maximal 8.500 Metern. Die Reise sei vor allem eine „menschliche Herausforderung“, sagt Borschberg.

Etappe 2: Maskat (Oman) - Ahmedabad (Indien)
5 von 11

Von Maskat aus flog die Solar Impulse 2 am 10. März nach Indien – in 15 Stunden und 20 Minuten. Die Strecke mit einer Länge von 1465 Kilometern flog Bertrand Piccard. Die beiden Piloten müssen bei normalen Etappen um die 20 Stunden im nicht druckbelüfteten und nicht beheizten Cockpit ausharren.

Etappe 3: Ahmedabad (Indien) - Varanasi (Indien)
6 von 11

Acht Tage später, am 18. März, flog das Solarflugzeug in etwa 16 Stunden die 1070 Kilometer lange Strecke nach Varanasi in Indien. Der Start hatte sich wegen zahlreicher Zoll- und Abfertigungsproblemen um mehrere Stunden verzögert. Nach neun Stunden Zwischenhalt hat das „Solar-Impulse-2“-Team die Maschine wieder in den Himmel steigen lassen.

Etappe 4: Varanasi (Indien) - Mandalay (Myanmar)
7 von 11

Die nächste Etappe führte das Solarflugzeug am 19. März nach Mandalay in Myanmar. Während des 14-Stunden-Fluges lag die maximale Flughöhe bei 8230 Metern. Mit Hilfe von Sonnenenergie und leistungsfähigen Batterien kann sie bis zu fünf Tage und Nächte in der Luft bleiben.

  • afp
Startseite

Mehr zu: „Solar Impulse 2“ - Der Sonnenflieger muss schon wieder landen

1 Kommentar zu "„Solar Impulse 2“: Der Sonnenflieger muss schon wieder landen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Wer mit einen Leichtflugzeug und einer unzuverlässigen Energiequelle = Sonne über den Pazifik will, der muss schon eine Portion Abenteuerlust in sich tragen. Der Pazifik geht nach Japan erst richig los....Zwischenlandung bei schlechten Wetter ist dann nicht mehr so einfach möglich.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%