Solarbranche
Hoffnungsschimmer vom Silizium-Markt

Jahrelang ist der Preis für Silizium gestiegen - nun scheint sich der Preis zu normalisieren. Weltweit sind Silizium-Fabriken im Bau, die den Preis in Zukunft drücken sollten. Zu Gute könnte das den kleinen Solar-Unternehmen kommen, die bisher unter hohen Rohstoffpreisen leiden.

KÖLN. Mit Silizium zu arbeiten überlässt die Oldenburgische Aleo Solar AG anderen. Ganz kann das Unternehmen, das Solarzellen zu Photovoltaik-Modulen zusammenbaut, den Preis des gefragten Rohstoffs freilich nicht ignorieren. "Steigende Siliziumpreise erreichen uns in Form von gestiegenen Preisen beim Einkauf", sagt Vorstandschef Jakobus Smit. Die Module von Aleo Solar bestehen je nach Typ aus fünfzig bis siebzig Solarzellen. Ihr Preis hängt zu fast siebzig Prozent vom Preis der Solarzellen ab und dieser wiederum zu einem großen Teil von dem des Siliziums und anderer Rohstoffe wie Aluminium.

Nachdem Silizium jahrelang teurer geworden war, scheint sich der Preis zu normalisieren - Anfang des Jahres sank er stark, und hat noch nicht wieder das hohe Niveau von 2007 erreicht. Eine Prognose wollen Experten nicht wagen. Derzeit sind allerdings weltweit Siliziumfabriken im Bau, die, wenn sie alle die Produktion aufgenommen haben, den Preis weiter drücken dürften.

Das könnte vor allem kleineren Solar-Unternehmen nützen, die Silizium oder Solarzellen auf dem freien Markt kaufen müssen. Sie leiden besonders unter den hohen Rohstoffpreisen und starken Preisschwankungen.

Aleo Solar kauft seine Solarzellen über kurz-, mittel und langfristige Lieferverträgen. So können plötzliche Preisschwankungen die Oldenburger nicht so einfach aus der Bahn werfen. Vor zwei Monaten erst unterschrieb Aleo-Solar-Chef Smit zu besonders günstigen Konditionen seinen bisher größten Bezugsvertrag, der die Solarzellen-Lieferung bis zum Jahr 2019 sichern soll. Kein Wunder, dass er den Siliziumpreis eher gelassen sehen kann.

In den vergangenen drei Jahren ist der Preis des aus Quarzsand gewonnenen Rohstoffs in Schwindel erregende Höhen gestiegen. Obwohl für die Solarzellenherstellung weniger reines kristallines Silizium nötig ist als zum Beispiel in der Halbleiterindustrie, machte der Rohstoffpreis der Branche schwer zu schaffen. "Der hohe Preis macht es den Unternehmen schwerer, die Kosten zu senken", sagt Fondsmanager Ad Schellen vom Finanzdienstleister Delty Lloyd Deutschland AG. "Das müssen sie aber tun, um die Vorgaben für den niedrigeren Einspeisungstarif zu erfüllen. Denn andernfalls werden die Margen kleiner."

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