Solarenergie
Neue Solarzellen liefern mehr Strom

Bislang kann Solarstrom noch nicht mit konventionellen Energiequellen konkurrieren. Hohe Siliziumpreise treiben die Herstellungskosten nach oben. Doch mit technischen Tricks erreichen Hersteller immer höhere Wirkungsgrade – der entscheidende Faktor, um Kosten zu senken.
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MÜNCHEN. Noch ist in der Solartechnik das Ende der Fahnenstange nicht erreicht. Den Herstellern gelingt es immer wieder, mit speziellen Techniken die Wirkungsgrade weiter zu steigern. Zum Beispiel die chinesische Firma Suntech Power: Sie hat eine sogenannte Pluto-Solarzelle entwickelt, die dank einer speziell behandelten Oberfläche und dünneren elektrischen Kontakten auf der Frontseite mehr Sonnenlicht absorbiert und so bis zu sieben Prozent mehr Strom erzeugt. Zellen, die mit diesen Modulen gefertigt werden, liefern laut dem Hersteller mehr als 300 Watt. Die Seriefertigung soll in Kürze starten.

Die Technik hat Suntech zusammen mit der University of New South Wales in Sydney entwickelt. Das Herstellverfahren basiert allerdings auf Knowhow aus Deutschland: Suntech hat 2008 für 54 Mio. Euro den Schwarzwälder Anlagenbauer KSL-Kuttler übernommen, der das Equipment und die Automation für die Pluto-Fertigung liefert. Produziert wird die Technik zunächst in China, wo der Solarkonzern bereits große Photovoltaikfabriken betreibt.

Suntech will 2009 eine Kapazität von 50 Megawatt mit den neuartigen Pluto-Zellen und-modulen herstellen - und die Produktion in den kommenden Jahren dann deutlich ausweiten. Bereits bis Ende dieses Jahres soll dafür 300 Megawatt-Herstellkapazität geschaffen werden.

Die neuen Solarzellen sind ein weiterer Schritt zur Wettbewerbsfähigkeit des Sonnenstroms. Bislang kann Solartechnik nicht mit konventionellen Energiequellen konkurrieren, da ihre Herstellung unter anderem wegen der hohen Siliziumpreise noch zu teuer ist. Um Kosten zu senken, reduzieren die Firmen den Rohstoffverbrauch oder entwickeln Techniken, die Licht mit einem höheren Wirkungsgrad in Strom umwandeln.

Wissenschaftler sind überzeugt, dass sich kristalline Hocheffizienz-Konzepte dank ihres hohen Kostensenkungspotenzials gegen andere Solartechniken durchsetzen werden. Der Wirkungsgrad sei der entscheidende Faktor, um Kosten zu senken, sagt Karsten Bothe, Leiter der Gruppe Photovoltaik Charakterisierung am Institut für Solarenergieforschung in Hameln (ISFH).

Hier setzt auch Suntech an: Winzige, pyramidenförmige Vertiefungen sammeln das Licht auf der Oberfläche. An ihren Schrägen wird das Licht so reflektiert, dass es erneut auf die Siliziumoberfläche trifft - also quasi eine zweite Chance zur Absorption erhält, falls es nicht schon beim ersten Kontakt vom Silizium geschluckt worden ist.

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