Solarflieger Solar Impulse Bilderbuchlandung auf Hawaii

Nach fünf Tagen und fünf Nächten ist das Solarflugzeug „Solar Impulse 2“ auf Hawaii gelandet – es war die längste und gefährlichste Etappe der Erdumrundung. Schon jetzt hat der Flieger mehrere Weltrekorde gebrochen.
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„Es ist der Beweis, dass die Technologie funktioniert“

HonoluluEin historischer Flug, nur mit Sonnenenergie: Der Schweizer Sonnenflieger „Solar Impulse 2“ ist am Freitagmorgen (Ortszeit) auf der Pazifik-Inselgruppe Hawaii sicher gelandet. Damit hat der von dem Piloten André Borschberg (62) gesteuerte Solarflieger die achte und längste Etappe seiner Erdumrundung erfolgreich gemeistert. Für die fast 8300 Kilometer lange Strecke von Japan nach Hawaii brauchte Borschberg fünf Tage und fünf Nächte. Dabei stellte der Schweizer Rekorde für den längsten Soloflug und für die weiteste Distanz eines Solarflugzeugs auf.

Nach seiner Bilderbuchlandung in dem Urlauberparadies kurz nach Sonnenaufgang wurde Borschberg mit lautem Applaus und dem für Hawaii typischen Lei-Blumenkranz empfangen. Jubel brauch auch im Kontrollzentrum in Monaco aus. Dort wurde der als „historisch“ bezeichnete Flug groß gefeiert.

Bei seinem anstrengenden Dauerflug in dem kleinen Cockpit der einsitzigen Karbonfaser-Maschine konnte sich Borschberg kaum bewegen. Es gab nur kurze Verschnaufpausen. Maximal 20 Minuten am Stück konnte er schlafen. Der Pilot bewies aber noch am Tag vor der Landung Humor. „Kann mir jemand ein gutes Steakhaus in Hawaii empfehlen?“, schrieb er auf Twitter.

Die Rekordreise ohne Treibstoff
Solar Impulse 2
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Seine Tragflächen sind so groß wie die einer Airbus A380-Maschine, es wiegt aber nur knapp zweieinhalb Tonnen: Das Solarflugzeug „Solar Impulse 2“. Von März bis August 2015 findet eine Weltumrundung in mehreren Etappen mit der Maschine statt. Die Reise begann am 9. März im Golfemirat Abu Dhabi.

André Boschberg, Bertrand Piccard
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Mit der Erdumrundung wollen die beiden Piloten Bertrand Piccard (r.) und André Borschberg für einen stärkeren Einsatz von Sonnenenergie werben. Ziel ist es, nach der Erprobungsphase umweltschonende Motorflugzeuge ohne Verbrauch von Brennstoff zu bauen. Die Reise um die Welt ist das Ergebnis von zwölf Jahren Forschung.

Etappe 1: Abu Dhabi (VAE) - Maskat (Oman)
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Von Abu Dhabi nahm Solar Impulse 2 Kurs auf Maskat im Oman. Für die rund 430 Kilometer benötigte das Solarflugzeug 13 Stunden und zwei Minuten. Doch Piccard und Borschberg haben noch einen weiten weg vor sich: Die insgesamt 35.000 Kilometer ihrer Weltreise wollen sie an 25 Flugtagen zurücklegen. Auf den Etappen wechseln sich die zwei Piloten ab. Insgesamt werden die beiden von 130 Mitarbeitern unterwegs sowie in der Kontrollzentrale in Monaco unterstützt.

„Menschliche Herausforderung“
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Angetrieben wird das nur 2,5 Tonnen schwere Flugzeug aus Karbonfasern von 17.000 Solarzellen auf den 72 Meter langen Flügeln. „Solar Impulse 2“ fliegt allerdings lediglich mit einer Geschwindigkeit von 50 bis 100 Stundenkilometern auf einer Höhe von maximal 8.500 Metern. Die Reise sei vor allem eine „menschliche Herausforderung“, sagt Borschberg.

Etappe 2: Maskat (Oman) - Ahmedabad (Indien)
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Von Maskat aus flog die Solar Impulse 2 am 10. März nach Indien – in 15 Stunden und 20 Minuten. Die Strecke mit einer Länge von 1465 Kilometern flog Bertrand Piccard. Die beiden Piloten müssen bei normalen Etappen um die 20 Stunden im nicht druckbelüfteten und nicht beheizten Cockpit ausharren.

Etappe 3: Ahmedabad (Indien) - Varanasi (Indien)
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Acht Tage später, am 18. März, flog das Solarflugzeug in etwa 16 Stunden die 1070 Kilometer lange Strecke nach Varanasi in Indien. Der Start hatte sich wegen zahlreicher Zoll- und Abfertigungsproblemen um mehrere Stunden verzögert. Nach neun Stunden Zwischenhalt hat das „Solar-Impulse-2“-Team die Maschine wieder in den Himmel steigen lassen.

Etappe 4: Varanasi (Indien) - Mandalay (Myanmar)
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Die nächste Etappe führte das Solarflugzeug am 19. März nach Mandalay in Myanmar. Während des 14-Stunden-Fluges lag die maximale Flughöhe bei 8230 Metern. Mit Hilfe von Sonnenenergie und leistungsfähigen Batterien kann sie bis zu fünf Tage und Nächte in der Luft bleiben.

„Solar Impulse 2“ war Anfang März im Golfemirat Abu Dhabi gestartet und über Indien, den Himalaya und China geflogen. Mehrfach verhinderte schlechtes Wetter den Weiterflug. So hatte die Maschine, deren Spannweite mit 72 Metern größer ist als die eines Jumbo-Jets, am 1. Juni außerplanmäßig im japanischen Nagoya zwischenlanden müssen.

Mehr als 17.000 Solarzellen auf den Flügeln zapfen die Energie für die vier Elektromotoren des Fliegers ab. Borschberg und der Schweizer Abenteurer Bertrand Piccard (57) wollen mit der Weltumrundung beweisen, zu welchen Leistungen mit umweltfreundlicher Solarkraft angetriebene Flugzeuge in der Lage sind.

Das Ziel der nächsten Etappe ist Phoenix im US-Staat Arizona. Bei diesem Flug soll wieder Piccard am Steuer sitzen. Nach zwei weiteren Stopps in den USA steht dann die Rückkehr nach Europa über den Atlantik an.

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  • dpa
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