„The Ocean Cleanup“

Zwei Millionen Dollar für den Meeresretter

Der 21-jährige Holländer Boyan Slat will eins der größten Umweltprobleme beheben: Plastikmüll im Meer. Dafür hat er ein Konzept entwickelt, das auf Kritik stößt. Slat hält dagegen – mit zwei Millionen Dollar im Rücken.
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Boyan Slat will die Weltmeere retten; zumindest von Plastikmüll befreien. Ein großes Vorhaben mit vielen Unterstützern. Quelle: The Ocean Cleanup

Boyan Slat will die Weltmeere retten; zumindest von Plastikmüll befreien. Ein großes Vorhaben mit vielen Unterstützern.

Quelle: The Ocean Cleanup

DüsseldorfAuf die Frage, was er sich für die Zukunft wünsche, antwortet Boyan Slat: „Ich wünsche mir, tauchen zu gehen und durch Fische zu schwimmen anstatt durch Plastik.“ Plastik ist das große Problem der Ozeane. Jeden Tag wird es produziert, jeden Tag landet in den Meeren dieser Welt. Der 21-Jährige Holländer hat die Organisation „The Ocean Cleanup“ (TOC) gegründet und will mit dem gleichnamigen Projekt den Kampf gegen die Meeresverschmutzung revolutionieren.

Das Konzept ist simpel: Auf der Meeresoberfläche des Nordpazifiks sollen zwei 50 Kilometer lange Schläuche montiert werden, an denen durchlässige Behälter hängen. Darin soll sich der Müll verfangen – und zwar ohne, dass Tiere oder Plankton dabei zu Schaden kommen.

Damit die Schläuche an dem selben Platz bleiben, sind sie mit Gewichten am Meeresboden befestigt. Alle 45 Tage sollen Schiffe das Modell anfahren und die Behälter leeren. Und das soll auch noch Geld bringen: umgerechnet 50 Euro für eine Tonne Plastikmüll, der an Land recycelt wird.

Allein in Nord- und Ostsee landen jeden Tag Tonnen von Plastikmüll im Meer. Gründe dafür sind die Schifffahrt, der Tourismus und die Industrie an Land. Seit Jahrzehnten versuchen Wissenschaftler, das Meer von Müll zu befreien und stoßen immer wieder auf dieselben Probleme: zu teuer, zu aufwendig, zu gefährlich für Fische und andere Meeresbewohner.

Besonders den letzten Punkt mahnen Tierschützer regelmäßig an. So werden zum Abfischen des Mülls heute meist Fangnetze eingesetzt. Diese können vielen Tieren das Leben rauben, sagt Stefanie Werner vom Umweltbundesamt. „Bei Slats Modell können Organismen wie Fische mit hoher Wahrscheinlichkeit einfach darunter wegtauchen.“ Das müsse sich in der Praxis allerdings noch beweisen.

Müll-Deadline: 2019
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14 Kommentare zu "„The Ocean Cleanup“: Zwei Millionen Dollar für den Meeresretter"

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  • Es entbehrt ja nicht einer gewissen Ironie, dass Sie, bisher nicht als Kommentator unter diesem Artikel aktiv und damit auch bisher nicht angesprochen - dass Sie, ohne konkret persönlich beschuldigt worden zu sein, ausdrücklich erwähnen möchten, dass Sie sich keine Schuld einreden lassen.

    Ich glaube, Sie sind ein guter Mensch - ich nutze auch große Textil-Tragetaschen und Kisten für meine Einkäufe und vermeide Plastiktüten, wann immer es geht. Ich trenne meinen Müll und verwende inzwischen fast überall stromsparende LED-Lampen, wenn meine Frau mich lässt ;).

    Nichtsdestotrotz liegt es zuallererst in meiner Verantwortung, nicht Schuld, aber in meiner Verantwortung als wohlhabender, gebildeter Bewohner einer der reichsten Regionen im Umkreis von zig Lichtjahren - etwas zu tun.

    Auch und erst Recht für die Regionen, die nicht zuletzt wegen dem früheren Kolonialismus unserer Vorfahren und der aktuellen Vorgehensweise hier ansässiger Großkonzerne (und nicht zuletzt westlicher Regierungen) in Unwissenheit und Armut und Dreck leben. Zu einem nicht unerheblichen Teil geht es uns gut, weil es dem Rest der Welt so dreckig geht. Und meiner Meinung nach können wir es einem afrikanischen Kind nicht zum Vorwurf machen, dass es nicht weiß, dass die Plastiktüte, die es wegwirft, eine Schildkröte (getippt zuerst "Schuldkröte", Freud lässt Grüßen ;) - umbringt. Und selbst, wenn das Kind es weiß, dass es ihm egal ist, kann ich ihm nicht vorwerfen. Selbst bei uns heißt es noch "erst kommt das Fressen, dann die Moral", obwohl wir es uns inzwischen sehr gut leisten könnten, diese Reihenfolge zu ändern.

    Also, fühlen Sie sich nicht schuldig. Aber verantwortlich. Verantwortlich im Sinne von solidarisch. Gerne auch mit Eigennutz. Es hilft uns allen, nicht nur mit dem Finger auf die Schwellenländer bzw. unsere Recyclinganlagen zu zeigen (btw., Sie wissen schon, was wir z.B. mit unseren alten Autos machen, oder? Stichwort Exportweltmeister). Wir können etwas tun, also müssen wir es auch.

  • @Herr Frederik Gesswein

    Witzigerweise sind wir (Westler), in Bezug auf die Müllproduktion, scheinbar trotz höherem IQ noch viel doofer als die in Afrika, denn die verschmutzen den Planeten bei weitem nicht so sehr wie wir

    Vielleicht sind wir Deutschen die großen Müllproduzierer. Aber die Entsorgung ist hier beispielhaft organisiert. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich letztmalig eine Plastik oder Mülltüte in einen Bach oder Fluß oder Meer geworfen zu haben. Für die Entsorgung meines Mülls bezahle ich.
    Infolgedessen lasse ich mir von keinem Grünen, auch nicht von Ihnen, eine Schuld einreden.
    Wenn Sie in Afrika einige hunderte Kilometer herumgekommen wären, z. B. in Tunesien oder Ägypten hätten Sie nicht diese unbegründeten Vorurteile.
    Wie auch dem Artikel zu entnehmen ist, liegt das hauptsächliche Verursacher Problem bei den Schwellenländern und armen Ähnlichen.

    Schönen Tag noch.

  • Man sollte bedenken, dass die Mehrheit des Plastikmülls, von den bösen da oben, sondern von uns allen, bequemen Gleichgültigen produziert wird, überproportional sogar von den Schwellen und Entwicklungsländern, wer mal in Indien, Thailand oder Mexiko/Karibik war, weiß wovon ich rede. Da passen dann auf einmal die Gutmenschenklischees nicht mehr. Also Weltverbesserer, aufgepasst, bevor ihr euch in euerer eigenen Heuchelei zu sehr verstrickt

  • Na Sie sind mir ja ein Muster- / Prachtexemplar... leider haben Sie stellenweise Recht.

    Um aber zuerst mal Ihre falsche Unterstellung zu adressieren: Wer ist denn gegen Ursachenbekämpfung? Ich nicht. Aber das ist, wie Sie ja selbst so umfangreich und verklausuliert konstatieren, viel schwieriger, weil wir Menschen halt doof sind. Witzigerweise sind wir (Westler), in Bezug auf die Müllproduktion, scheinbar trotz höherem IQ noch viel doofer als die in Afrika, denn die verschmutzen den Planeten bei weitem nicht so sehr wie wir. Andererseits waren / sind wir schon seit Jahren schlau genug, unseren (u.a. Gift-)Müll dahin zu verklappen, also relativiert es sich ja da schon wieder - und hier haben wir eine super Überleitung zur Kritik an dem von Ihnen beworbenen Sozialdarwinismus:

    Natürlich gibt es kluge und weniger kluge Menschen und aus tollem "genetischen Material", guter Erziehung und idealer Bildung kriegen Sie einen "besseren" Menschen hin als so ein Durchschnitts-Slumarbeiter-Kind, das die entwicklungsschädlichen Giftstoffe seiner Umwelt schon mit der Muttermilch aufsaugt, bevor es für den Rest seines kümmerlichen Lebens IHRE Hemden näht... klingelt schon was?

    Ich stimme Ihnen zu, wir als Menschen haben ein Problem, es gibt keine Auslese mehr und damit auch keine wirkliche Weiterentwicklung. Ich habe sowohl Gattaca als auch Idiocracy gesehen, Sie sind offenbar nicht der einzige, der "das Problem" erkannt hat. Aber es gibt halt keine wirklich humanen Lösungen...

    Auch wenn es mit Hinblick auf den Fortbestand unserer Spezies auf der Erde vermutlich sogar sinnvoll wäre, 3/4 aller Menschen (die Dummen und die Kranken - setzen Sie das mal gegen die Mächtigen durch) hinzurichten und dann mit genetischer Geburtenkontrolle weiter zu machen... Ernsthaft, Sie können nur dafür sein, weil Sie meinen, auf der richtigen Seite der Gewehrmündungen oder Gaskammertüren zu landen. Sie sollten sich da nicht zu sicher sein.

    Also, neuer Lösungsvorschlag?

  • @Billyjo Zanker

    Eine nachhaltige Reduzierung des Plastikmülls wird es vielleicht erst geben, wenn Öl so teuer ist, daß sich das stoffliche Recycling von Plastik anstatt von Verbrennung/Wegwerfen lohnt.

  • Die Natur hat sich über Milliarden von Jahren erfolgreich selber geholfen, aber gegen die Überbevölkerung der Menschen und die dadurch immer größere Belastung, Beanspruchung, Zerstörung und Ausbeutung ist selbst die Natur überfordert. Daher muß es unweigerlich zum Kollaps kommen, es sei denn die Spezies Mensch wird drastisch und umgehend verringert.

    Aktionen dieser Art sind natürlich zu begrüßen und hoffentlich von Erfolg gekrönt, aber werden bei der immer weiter wachsenden Weltbevölkerung und zunehmender Verschmutzung durch Plastik und andere Abfälle wenig Nutzen bringen.

    LEIDER

  • @Martin Zühlke

    "Doch,..."

    Das meinte ich nicht: Die Aussage daß die Methode schlecht sei, weil sie nicht 100% filtern kann, ist nicht da.

    Selbst 30% wären schon ein immenser Fortschritt. Hoffentlich hat das Verfahren Erfolg. Aber es ist (natürlich) besser, daß das Plastik (groß, klein, mikro, nano) erst garnicht in die Gewässer kommt.

  • Doch, steht ziemlich genau im Artikel. "selbst, wenn unser Modell nur Partikel, die größer als 20 Millimeter sind, filtern würde, wären das allein über 90 Prozent des Plastikmülls.“
    @Peter Aue
    Was genau ist ihr Problem. Es ist immer wieder erstaunlich wie einige Verschwörungstheoretiker den Bogen zu völlig abstrusen Themen finden. Marxismus, Schuldgeldsystem, Lyssenko... Nochmal für Sie, in dem Artikel geht es um Plastikmüll im Meer! Ein durchaus ernstes Problem, hat aber nix mit Marxismus und Inzest zu tun. Und nur Idioten finden da einen Zusammenhang. Im übrigen glaubt auch niemand, dass dieses Modell die Lösung des Problems ist. Aber es ist zumindest ein Anfang und 2 Mio im globalen Zusammenhang sind Peanuts. Und wie Herr Gesswein in seinem zutreffendem Kommentar schrieb, 10% weniger Müll, sind 10% weniger Müll. Sie aber können weiterhin gerne über die Marxisten schimpfen, nur bitte nicht in diesem Forum!

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Es wäre ja nicht das Forum des Handelsblatts, wenn man nicht noch den pöhsen Kommunisten einen mitgeben könnte, nicht wahr ;-)? Wenn schon falsch, dann auch richtig.

    Davon ab, offensichtlich haben Sie das Schlechte in der Welt ja erkannt und können sich wappnen - ansonsten sehe ich wenig Bezug zum Artikel, ich hoffe aber, Sie haben die Gelegenheit genutzt, diese wirklich lobens- und berichtenswerte Aktion zu unterstützen und unserer Spezies eine Chance zu geben :) - denn ich glaube, dass die meisten Menschen wirklich nicht verstanden haben, dass wir die Erde nicht retten müssen. Kurze Erklärung durch den schönen Witz zum Schluss:
    Treffen sich 2 Planeten. Der eine: "Du siehst aber schlecht aus, was hast du denn?". Der andere: "Aach, ganz schlimmer Fall von homo sapiens!". Wieder der erste: " Hab ein wenig Geduld und mach dir keine Sorgen, das geht vorbei".

    In diesem Sinne viel Erfolg an TOC, egal was die ewigen Nörgler daran auszusetzen haben, selbst 10% weniger Müll wären immerhin 10% weniger Müll. Für ein paar läppische Millionen. Das muss den Versuch wert sein.

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