Trassen-Umbau
Gleichstrom soll Netzausbau beschleunigen

Der Netzausbau in Deutschland könnte günstiger und schneller vonstatten gehen. In Europa soll ein Netz aus Gleichstromleitungen entstehen, das Strom in größeren Mengen und dazu fast verlustfrei transportieren soll.
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Dortmund/HannoverEine neue Stromübertragungstechnik soll den Netzausbau in Deutschland beschleunigen. Gleichstromleitungen, die die doppelte Strommenge fast verlustfrei transportieren, könnten den Plänen nach die Energiewende deutlich vorantreiben.

Auch die Betreiber von Windparks wollen den Netzausbau beschleunigen. Sie wollen den Anschluss ihrer Anlagen mit dem Bau von Teilnetzen vorantreiben. Diese lokalen Netze könnten die Stromerzeugung einzelner Anlagen oder Windparks bündeln und Schnittstellen zu überregionalen Übertragungsnetzen bilden. Der Bundesverband Windenergie (BWE) forderte die Bundesregierung am Dienstag am Rande der Hannover Messe auf, ein Konzept zur Finanzierung und rechtlichen Absicherung für den Bau sogenannter Einspeisenetze zu entwickeln.

Eine Studie habe entsprechende Einsparpotenziale sowie eine Beschleunigung des Netzausbaus durch eigene Einspeisenetze der Anlagenbetreiber angedeutet, sagte der BWE-Chef Hermann Albers: „Es gibt nichts Günstigeres, als solche Puffer zu bilden, in denen man das Netz ausbaut.“ Dies liege auch daran, dass dabei nicht - wie bei großen Netzen - teure Reservekapazitäten für Ausfälle bereitgehalten werden müssen. Zur Finanzierung empfiehlt der Verband ein Modell, das den bisherigen Netzentgelten ähnelt, die Betreiber großer Netze von den Nutzern erhalten.

Auf Höchstspannungsebene könnte schon in den nächsten Jahren ein deutlicher Schritt nach vorn gemacht werden. Bis spätestens 2019 soll der erste Teil des sogenannten Ultranets zur Stromübertragung von Nord- nach Süddeutschland fertiggestellt sein. Dazu wollen die Netzbetreiber Amprion und Transnet BW eine 430 Kilometer lange Gleichstrom-Hochspannungsleitung zwischen dem Niederrhein und Baden-Württemberg installieren. Andere könnten folgen.

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Neue Leitungen auch in Europa geplant

Kommentare zu " Trassen-Umbau: Gleichstrom soll Netzausbau beschleunigen"

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  • Sie verniedlichen die Probleme: Selbst wenn bei uns "nie" ein AKW wirklich hoch geht: Radioaktive Verschmutzung gibt es beim Kernbrennstoff-Kreislauf schon im Routinebereich reichlich. Recherchieren Sie ganz einfach mal den Hinterlassenschaften des Manhattan-Projects (Atombomben auf Japan) nach. Da kann Ihnen nur Angst und Bange werden.
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    Das wirklich entscheidende Problem sind doch die Abfälle: Von den großten Herrschern der Welt vor 10.000 Jahren kennen wir noch nicht mal Namen. Und wir verlassen uns darauf, dass auch noch die Herrscher in zehnmal so ferner Zukunft mit dem ganzen Dreck verantwortungsbewusst umgehen? Oder dass es gelingt, das ganze Zeug für solche Zeiträume sicher wegzusperren? Das ist doch nur was für Leute, die an's Rotkäppchen glauben.

  • Hier die wesentlichen Fakten zu HGÜ: Mit 50Hz-Drehstromsystemen kommt man wirtschaftlich etwa 1 km/kV weit - eine 400-kV-Leitung ist also bei 400 km überbrückter Entfernung wirtschaftlich am Ende. Wenn Strom über wesentlich größere Entfernung transportiert werden soll, Beispiel Itaipu, sollte dafür Gleichstrom benutzt werden. HGÜ-Leitungen haben vor allem drei Vorteile: Der gesamte Leitungsquerschnitt kann genutzt werden, die Blindwiderstände fallen weg und die Spannungsfestigkeit kann besser genutzt werden. Ein 30 km langes 100-kV-Erdkabel ist mehr oder weniger nur noch mit sich selber "beschäftigt" und kann ohne aufwändige Kompensationsmaßnahmen kaum noch Leistung übertragen. Das ist ein entscheidender Grund, warum Erdkabel-trassen so teuer sind.
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    Die im Artikel erwähnten HGÜ-Inseln können nur der Anfang sein: Wir brauchen HGÜ-Schienen von den Shetland-Inseln und Norwegen bis München und den sülichen Schwarzwald. An den Endpunkten müssen große Pumpspeicherwerke gebaut werden - installierte Leistung 2 GW aufwärts. Ja, auch im südlichen Schwarzwald. Jede dieser Schienen muss für den Anfang eine Übertragungskapazität von mindestens 4 GW haben (vgl. 4 große Kraftwerksblöcke).
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    HGÜ ist keineswegs eine neue Technik. Damit wurde z.B. schon in den 1950er Jahren die Insel Gotland an das schwedische Stromnetz angeschlossen. Per Drehstrom ging das nicht, siehe "Erdkabel" oben. Kurze HGÜ-Strecken wurden bei uns schon in den 1970er Jahren gebaut, um Strom aus den Ostblock importieren zu können. Die west- und osteuropäischen Stromnetze wurden nach unterschiedlichen Konzepten gesteuert, weshalb die Drehstromnetze nicht direkt gekoppelt werden konnten.

  • Hallo Crash...warum sollen gerade die sehr gutmütigen Kernkraftwerke mit ihrem sehr geringem Risikopotential "in die Luft fliegen". Die Installation von Offshorewindmühlen hat gem. Focus einige tödliche Unfälle verursacht, die die 3 Toten von Fukushima Daiichi toppen.
    Gem. WNA war die Nuklearbranche der USA 2011 die Industriebranche mit der geringsten Unfallrate.

    Wäre es nicht angebrachter von den gefährlichen Windmühlen und Solaranlagen zu sprechen?

    Vandale

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