Treibhausgase
Weltenergierat zweifelt an CO2-Speicherung

Nur mit einem ganzen Bündel politischer Maßnahmen kann die Weltgemeinschaft bis 2050 den Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) auf den Stand von 2005 begrenzen. Zu diesem Schluss kommt der Weltenergierat in seiner neuesten Studie über den Zusammenhang zwischen Energieverbrauch und Klimawandel.

BERLIN. Dreh- und Angelpunkt sei der Einsatz modernster Technologie. Der Weltenergierat ist die Denkfabrik der internationalen Energiewirtschaft.

Ausdrücklich widerspricht die Studie dabei dem Standpunkt, die Erzeugung von Energie selbst sei das eigentliche Problem. „Entscheidend ist der mangelhafte Einsatz der Technologie mit oft sehr geringen Wirkungsgraden“, sagte Kurt Yeager, der amerikanische Leiter der Studie, in Berlin. Er rät im Gegenteil zu einer „Elektrifizierung“ sowohl der Entwicklungsländer als auch des Transportwesens in Industrieländern. „Wenn die Energiearmut in einigen Teilen der Welt beseitigt wird, können sich die Investitionen in zehn bis 20 Jahren durch neue Aufträge auszahlen.“

Vorgeschlagen wird ein Drei-Stufen-Plan. Danach sollen sich die Regierungen bis 2015 auf klare Reduktionsziele beim CO2-Ausstoß verpflichten. Ausdrücklich fordert der Rat dabei die von der US-Regierung abgelehnten nationalen Verpflichtungen. Das Jahr 2015 klingt aber wenig ambitioniert, weil das Kyoto-Nachfolgeabkommen zum Klimaschutz bereits 2012 in Kraft treten soll. Eine Einigung darüber strebt etwa die Bundesregierung schon 2009 an.

In einer zweiten Phase könnte nach Meinung des Weltenergierates der Ausstoß von CO2 bis 2030 schrittweise stabilisiert werden. Und in einer dritten Phase soll dann bis 2050 der jährliche CO2-Ausstoß trotz weltweitem Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum auf den Stand von 2005 zurückgehen.

Um die Umsetzung der Beschlüsse zu überwachen und Staaten bei Verstößen notfalls zu bestrafen, schlagen die Forscher vor, diese Rolle der Welthandelsorganisation (WTO) zu übertragen. „Dies ist eine Institution, die auch Sanktionen verhängen kann“, sagte Yeager zur Begründung.

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