Tunesien
Umweltschutz bleibt ein Fremdwort

Trotz der beachtlichen wirtschaftlichen Entwicklung des Landes hat Umweltschutz bei vielen Tunesiern nach wie vor einen sehr geringen Stellenwert. Ein deutscher Öko-Truck soll dies ändern – und tunesische Kinder für den schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen sensibilisieren.
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HAZOUA. Was braucht man alles, damit man Honig bekommt?“, fragt Mehdi Jaiez die Kinder auf dem Schulhof der kleinen Grundschule im tunesischen Hazoua, einem Dorf am Rande der Sahara, unweit der Grenze zu Algerien. „Bienen“ ruft die kleine Nidhal, „Blüten“ ihre Freundin Shema, „Bäume“ antwortet Ramla und „Wasser“ meint Nesrine. „Genau“ sagt Mehidi Jaiez, „all das braucht man und all das muss geschützt werden – denn Honig ist Medizin, so steht es im Koran geschrieben.“

Jaiez ist einer von drei Umwelt-Animateuren und Teil eines weltweit einzigartigen Projekts: dem Umweltbus. Seit 2008 tourt der umgebaute Truck durch ganz Tunesien und versucht die Kinder für das Thema Umweltschutz zu interessieren. „Viele der acht bis zwölf Jahre alten Kinder kommen auf dieses Weise zum ersten Mal mit dem Thema in Berührung“, sagt GTZ-Experte Michael Gajo, einer der Väter des von der deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit mit 500 000 Euro deutschem Steuergeld geförderten Projekts.

Umweltschutz hat bei den meisten Tunesiern trotz der beachtlichen wirtschaftlichen Entwicklung des Landes immer noch einen sehr geringen Stellenwert. Ein schonender Umgang mit den natürlichen Ressourcen ist angesichts der sehr geringen Energie- und Wasserpreise für viele Tunesier noch ein Fremdwort.

Dabei ist der Klimawandel in Tunesien bereits im vollem Gange: Bereits in den letzten 50 Jahren ist die Durchschnittstemperatur in vielen Teilen des Landes um rund zwei Prozent gestiegen, weitere zwei bis drei Grad werden wohl bis 2050 hinzukommen, glaubt man den Prognosen der Klimaforscher.

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Kommentare zu " Tunesien: Umweltschutz bleibt ein Fremdwort"

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  • ich war als Urlauber 2x in Tunesien und bin von der insel Djerba bis an die algerische Grenze gereist.
    Außerhalb der Hotelanlagen ist Tunesien eine furchtbare Müllkippe. Selbst in den Oasen liegen leere Plastflaschen. Entlang der Eisenbahnstrecke des Lezard Rouge türmen sich die Müllhalden.

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