Umfrage belegt Mentalitätswandel
Weltweit mehr Angst vor Klimafolgen

Menschen in Brasilien, Argentinien, Frankreich, Peru, Bulgarien, Indien und Großbritannien haben eins gemeinsam: Ihnen bereiten die Auswirkungen der Umweltverschmutzung und der Erderwärmung große Sorgen. Auch Deutschland ist unter den Ländern, bei denen ein Mentalitätswandel festzustellen ist.

kri DÜSSELDORF. Deutschland ist unter den Ländern, in denen der Klimawandel als weitaus dramatischer eingeschätzt wird als die Kluft zwischen Arm und Reich, die Angst vor Atomwaffen, Aids und Epidemien oder ethnischem Hass.

Forscher des in Washington ansässigen Pew Research Centers haben in 47 Ländern nach dem Stellenwert dieser fünf globalen Bedrohungen gefragt. Das Ergebnis der Umfrage zeichnet ein eindeutiges Bild der Weltgesellschaft: In den vergangenen fünf Jahren, seit der letzten Studie, ist weltweit die Angst vor Klimaschäden stark angestiegen.

Spitzenreiter ist Brasilien. Gaben 2002 noch 20 Prozent der Befragten an, Umweltverschmutzung und andere Umweltprobleme seien ihrer Meinung nach die größte Bedrohung für den Planeten, so sind es 2007 bereits 29 Prozent. In Frankreich stieg der Wert von 29 auf 52 Prozent, in Deutschland von 27 auf 45 Prozent. Im Verhältnis weniger stark angestiegen ist die Sorge um Auswirkungen der Umweltverschmutzung in den USA (von 23 auf 37 Prozent).

Für das „Pew Global Attitudes Project“ wurden 45 000 Personen in insgesamt 47 Staaten befragt. Die Stichprobengrößen in den einzelnen Ländern reichten von 500 bis 2 000 Befragten. Die Forscher wollten in der vor kurzem veröffentlichten Studie ebenso wissen, wie es weltweit um das Image der USA steht – das Ergebnis machte Schlagzeilen, denn die Umfrage ergab eine überwiegend negative Sicht.

Insgesamt hielt in 25 der 37 Länder, in denen es Vergleichsdaten zu 2002 gibt, eine deutliche Mehrheit die Klimaerwärmung für ein „sehr ernstes Problem“. Und die Autoren der Studie stellen fest, dass auf die Frage nach dem größten Verursacher von Umweltschäden die USA genannt werden, in 34 von 37 Ländern.

Schaut man nur auf die Einzelergebnisse für die europäischen Länder, die an der Umfrage teilnahmen, steht Spanien an erster Stelle, dort sprechen 70 Prozent der Befragten von einem „sehr ernsten Problem“. Es folgen Frankreich, Schweden und Deutschland. Nur in Großbritannien, Russland und Polen wird das Problem als nicht so groß eingeschätzt.

Auf Platz zwei nach den Umweltproblemen steht in der Umfrage weltweit die Kluft zwischen Arm und Reich. In elf von 35 Ländern, in denen es zu diesem Thema Vergleichsdaten zu 2002 gibt, wurde das Thema als wichtig eingeschätzt, vor allem in Südkorea (68 Prozent der Befragten sehen es als großes Problem), einen starken Anstieg in der Wahrnehmung gab es in Russland und in Südafrika. Die Furcht vor Aids dagegen nahm in 16 von 35 Ländern „signifikant“ ab, nur Bangladesh und Indien machten eine Ausnahme.

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