Umweltgifte an ehemaligen US-Basen
Giftige Hinterlassenschaft

Gefährliches Erbe: Löschschaum hat das Grundwasser im Gebiet mehrerer ehemaliger US-Militärbasen verseucht. Die Belastungen liegen teils weit über den Grenzwerten. In den betroffenen Gemeinden sind die Menschen besorgt.
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PortsmouthDer Pease International Tradeport im US-Staat New Hampshire könnte ein Paradebeispiel dafür sein, was man aus einem ehemaligen Luftwaffenstützpunkt machen kann. Ein Flughafen, Hunderte Geschäfte und Betriebe sowie mehrere Kindertagesstätten gibt es dort in der Hafenstadt Portsmouth.

Doch viele, die dort arbeiten oder ihre Kinder untergebracht haben, sind mittlerweile beunruhigt. Der Grund: Das Trinkwasser ist verseucht mit Perfluorcarbonen (PFCs), Rückstände aus dem Löschschaum, der auf den Militärbasen eingesetzt wurde.

Perfluorcarbone finden sich in zahlreichen Alltagsprodukten wie antihaftbeschichteten Pfannen oder fleckabweisendem Teppichen. In kleinen Dosierungen sind sie deswegen bei den meisten Menschen nachzuweisen. Studien an Tieren haben diese Stoffe mit niedrigerem Geburtsgewicht, Schilddrüsenproblemen oder sogar Krebs in Verbindung gebracht, wie die US-Umweltbehörde EPA erklärt.

Bislang ist nicht gesichert, inwieweit sich diese Probleme auch bei Menschen zeigen. Doch diese Unsicherheit beunruhigt die Eltern in Pease, bei deren Kindern erhöhte Spuren von PFCs im Blut gefunden wurden. Andrea Amico, Alayna Davis und Michelle Dalton haben deswegen 2015 eine Bürgerrechtsgruppe gegründet.

Fieberschübe und Infektionen

Die drei Frauen sagen, es sei schwer, Ärzte zu finden, die die Testergebnisse interpretieren könnten. Keine von ihnen kann definitiv sagen, dass die Werte sich in gesundheitlichen Problemen ihrer Kinder äußern. Doch sie sind besorgt, ob die häufigen Fieberschübe und Infektionen im Zusammenhang mit den Chemikalien stehen.

„Mein Sohn sieht wie ein normaler vier Jahre alter Junge aus. Er ist aktiv. Er mag all das, was jeder Vierjährige mag“, sagt Dalton. „Doch in ihm sieht es anders aus. Sein Körper befindet sich in einem ständigen Kampf.“

Beunruhigend sei auch, dass die Chemikalien über Jahre im Körper bleiben könnten. „Meine Sorge ist, dass ihre langfristige Gesundheit beeinträchtigt wird durch die signifikante Belastung, der sie als kleine Kinder ausgesetzt waren“, sagt Amico. Ihre beiden Kinder besuchen eine Tagesstätte in Pease. Bei beiden wurden erhöhte PFC-Werte nachgewiesen.

Nach einer Warnung der EPA im vergangenen Jahr hat die US-Luftwaffe 190 Stützpunkte auf eine Verunreinigung durch den Löschschaum untersucht. An 20 Standorten wird das Wasser derzeit behandelt oder sogar von anderswo Wasser geliefert – darunter auch Pease. Zudem ersetzt die Luftwaffe gerade den bisherigen Löschschaum durch andere Sorten.

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