Umweltgitf Quecksilber belastet Ozeane immer stärker

Es ist giftig, kann sich in Speisefischen ansammeln und so auch den Menschen belasten: Quecksilber. Jetzt haben Forscher entdeckt, dass Menge des Schwermetalls in den Ozeanen stark gestiegen ist.
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Ein Krabbenkutter auf hoher See. Durch den Verzehr von Meerestieren ist auch der Mensch von der zunehmenden Quecksilber-Belastung der Ozeane betroffen. Quelle: dpa

Ein Krabbenkutter auf hoher See. Durch den Verzehr von Meerestieren ist auch der Mensch von der zunehmenden Quecksilber-Belastung der Ozeane betroffen.

(Foto: dpa)

Woods HoleMit dem Einfluss des Menschen hat sich die Quecksilber-Belastung in den Ozeanen in manchen Regionen mehr als verdreifacht. Rund zwei Drittel der gesamten vom Menschen verursachten Zunahme entfalle auf die Wasserschichten oberhalb von einem Kilometer Meerestiefe, schreiben Forscher im Fachmagazin „Nature“.

Die Wissenschaftler um Carl Lamborg vom Ozeanischen Institut Woods Hole (US-Staat Massachusetts) hatten bei Expeditionen den Gehalt an Quecksilber im Atlantik, Pazifik sowie in den südlichen und arktischen Ozeanen gemessen. Die Werte verglichen sie mit den Bedingungen, die vor dem Einfluss des Menschen herrschten.

Diese Fische dürfen guten Gewissens auf den Teller
Fischer Heiden auf Heringsfang
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Gute Wahl: Hering

Der Hering ist ein Schwarmfisch und lebt in Tiefen bis etwa 360 Meter. Er kommt in der Nord- und Ostsee sowie im gesamten Nordatlantik vor. Die meisten Bestände sind in gutem Zustand und werden nachhaltig befischt. Anders sieht das bei Hering aus kanadischen Gewässern aus, die gesamte Region ist überfischt.

Der WWF Einkaufsratgeber Fisch teilt Fische und Meeresfrüchte in drei Kategorien ein: „Gute Wahl“ (grün), „Zweite Wahl“ (gelb) und „Lieber nicht“ (rot).

Jakobsmuschel
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Gute Wahl: Jakobsmuscheln, Pilgermuscheln

Nicht nur bei Pilgern auf dem Jakobsweg beliebt: Die Große Pilgermuschel lebt im Nordost-Atlantik, die Mittelmeer-Pilgermuschel im Mittelmeer und der Adria. Beide Arten werden in Europa in Kulturen gezüchtet. Der WWF empfiehlt Muscheln aus Zuchtbetrieben in Japan, Südostasien und Westeuropa sowie per Hand gesammelte Muscheln aus dem Nordost-Atlantik.

DORSCH
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Gute Wahl: Kabeljau / Dorsch

Von dem beliebten Fisch ist derzeit reichlich zu haben. Den Kabeljau (synonyme Bezeichnung: Dorsch) kann man bedenkenlos verspeisen, sofern er aus der östlichen Ostsee oder dem Nordost-Atlantik stammt. Der Fisch wächst schnell und ist in einer Vielzahl von Lebensräumen verbreitet. Allerdings sollte man vom pazifischen Kabeljau die Finger lassen, die Bestandsituation ist unbekannt, vermutlich sind die Bestände aber mindestens voll befischt.

Der WWF rät beim Fischkauf stets auf die Siegel MS, ASC, Bioland oder Naturland zu achten.

Fischzug der Peitzer Karpfenfischer
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Gute Wahl: Karpfen

Der anspruchslose Süßwasserfisch kann gut gezüchtet werden. Karpfen aus europäischer Zucht darf auf den Teller. Diesen Fisch gibt es zum Beispiel auch mit Bioland-Siegel. Diese Fische werden besonders umweltschonend gezüchtet, Chemikalien und Medikamente werden nur im Bedarfsfall eingesetzt.

huGO-BildID: 2151619 A sockeye salmon jumps from the water Friday, July 5, 2002, while trying to navigate the Russian River Falls near Cooper Landing
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Gute Wahl: Pazifischer Lachs

Lachs ist einer der beliebtesten Speisefische der Welt. Hier gilt es, genau auf die Herkunft zu achten. Während Fische aus dem Nordwestpazifik, die mit Treibnetzen gefangen werden, nicht empfehlenswert sind, empfiehlt der WWF Wildfang aus dem Nordost-Pazifik (außer Königslachs) bei Alaska und Buckellachs aus dem Nordost-Pazifik bei Kanada.

MIESMUSCHELN
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Gute Wahl: Miesmuscheln

Zugreifen darf man bei Miesmuscheln aus Norwegen, die von Hand gesammelt wurden, sowie aus westeuropäischer Zucht, die auf Hänge- und Pfahlkulturen setzt. Bodenkulturen mit Saat aus Aquakulturen sind zweite Wahl, lieber verzichten sollte man auf Bodenzuchten mit Saat aus Wildfang. Die Bodenfischerei ist umweltschädigend, da bei der Ernte der Muschelbänke der Meeresboden beschädigt wird. Saatmuscheln aus Wildfang sind ebenfalls problematisch. Sie stammen oft aus entlegenen Gegenden und können Krankheiten und Parasiten einschleppen.

Grüne Woche 2005: Ministerin Trauernicht genießt Sprotten unterm Funkturm
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Gute Wahl: Sprotten

Die Sprotten gehören zu den Heringsartigen. Es sind kleine Schwarmfische, die besonders in Küstennähe vorkommen. Weil sie kurzlebig sind und sehr viele Nachkommen zeugen, sind sie relativ unempfindlich gegen starke Befischung. Eine gute Wahl sind laut WWF Sprotten aus der Ostsee, dort sind die Bestände gesund. In der Nordsee in der Nähe Dänemarks (Skagerrak) ist der Bestand unbekannt, es wird jedoch ein Rückgang vermutet, da die Höchstfangmengen über den wissenschaftlichen Empfehlungen liegen.

Demnach wurde der weltweite Quecksilber-Kreislauf vom Menschen dermaßen gestört, dass der Gehalt in den sogenannten Sprungschichten ab einem Kilometer Tiefe um geschätzt 150 Prozent angewachsen ist. Sprungschichten sind die Übergangsschichten in Gewässern zwischen relativ warmem Wasser an der Oberfläche und kaltem Tiefenwasser. Im Oberflächenwasser habe sich die Quecksilber-Menge sogar verdreifacht, schreiben die Forscher.

Die Wissenschaftler erhoffen sich von den neuen Daten mehr Erkenntnisse darüber, wie anorganisches Quecksilber in giftiges Methyl-Quecksilber umgewandelt wird, in Meerestiere gelangt und sich dort ansammelt. Der Mensch nimmt Methyl-Quecksilber überwiegend mit der Nahrung auf - vor allem über Meeresfische. Im Körper reagiert der Stoff unter anderem mit lebenswichtigen Enzymen und hemmt deren Wirkung.

Bislang basierten die Schätzungen über die Menge des giftigen Schwermetalls in den Meeren größtenteils auf Modellrechnungen, wie die Wissenschaftler schreiben. Die Freisetzung von Quecksilber in die Umwelt hatte mit dem Bergbau und der Nutzung fossiler Brennstoffe erheblich zugenommen.

Derzeit wird das Metall unter anderem für Neonröhren, Energiesparlampen und Batterien verwendet. Der Großteil des Eintrags in die Umwelt entsteht durch die Produktion von Wärme und Strom aus Kohle, Öl oder Gas sowie durch kleingewerblichen Goldbergbau, heißt es beim Umweltbundesamt.

  • dpa
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2 Kommentare zu "Umweltgitf: Quecksilber belastet Ozeane immer stärker"

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  • Na, wieviel Hg ist denn in einer "Quecksilberlampe"?
    Und wieviel Hg haben denn allein deutsche Kraftwerke in 2013 emittiert ?

  • Und die Kommissare der EU verordnen uns Quecksilberlampen.
    Es reicht langsam was da an technologischen Blödsinn aus Brüssel kommt!!

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