Umweltimage der Airlines
Auf der Suche nach grünen Flügeln

Die Farbe Grün hat in der Luftfahrt bisher wenig Raum eingenommen. In den Logos der Fluglinien dominieren die Signalfarben Rot, Gelb und Blau. Doch Grün wird auch in der Luftfahrt schick – wenn auch mehr im ideologischen Sinn. Die Airlines wollen ihr Umweltimage aufbessern. Ihre grünen Flügel betont die Branche dabei nicht nur in der Luft.

DÜSSELDORF. „Airfolg“ heißt die neue Kampagne der deutschen Luftfahrtverbände. Auf quietschgrünem Grund wird erklärt, welche Erfolge bisher erreicht wurden (70 Prozent weniger CO2-Ausstoß seit 1970) und welche Ziele die Branche anvisiert: „Wir wollen bis zum Jahr 2020 den Ausstoß von Kohlendioxid um weitere 50 Prozent verringern, den von Stickoxiden um 80 Prozent und den von Lärm um 50 Prozent.“ Nach Informationen des Handelsblatts soll „Airfolg“ ab Herbst als handliche Karte in den Bordtaschen von Air Berlin, Condor und Tuifly stecken – und so dem Passagier in die Hände fallen.

Ihre grünen Flügel betont die Branche nicht nur in der Luft. Auch am Boden zählt der Chef des Weltverbands IATA, Giovanni Bisignani, die Tage des Papiertickets. Bis Juni 2008 soll die Umstellung auf das elektronische Ticket, das per E-Mail oder SMS versandt wird, vollzogen sein. Das E-Ticket soll pro Jahr Ressourcen in Form von 50 000 Bäumen schonen und Kosten von bis zu drei Mrd. Dollar einsparen helfen.

Eine Marketingrevolution ist das noch lange nicht. „Der Luftverkehr ist – anders als etwa die imageorientierte Automobilindustrie – ein stärker preisgetriebener Markt mit weniger Ausweischarakter“, sagt Sebastian Turner, Vorstandschef der Werbeagentur Scholz & Friends. „Man parkt eben nicht mit dem Flieger vor dem Reihenhaus, sondern mit dem Auto. Preis und Destination bleiben in der Kommunikation von Fluggesellschaften deshalb die Hauptargumente, und Ökologie ist eher ein Nebenaspekt.“

Schwer tut sich die Branche etwa noch damit, emissionsneutrales Reisen zu ermöglichen. Bis heute verweist noch keine Fluggesellschaft auf die Seite der deutschen Emissions-Ausgleichs-Agentur Atmosfair. Geschäftsführer Dietrich Brockhagen berichtet, dass eine Zusammenarbeit häufig an den Preisvorstellungen scheitere: „Der Preis für ein Emissionszertifikat muss die ökologische Wahrheit sagen. Wir beziehen in unsere Berechnungen nicht nur den CO2-Ausstoß ein, sondern auch Kondensstreifen, Ozon und Methan.“

Seite 1:

Auf der Suche nach grünen Flügeln

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%