Umweltschutz

Kletterkünstler sorgen für den Erhalt der Wälder

Hoch oben in den Baumkronen sorgen Zapfenpflücker wie Thomas Bellgardt für den Erhalt deutscher Wälder. Sie sichern das Saatgut, mit dem künftige Waldgenerationen herangezogen werden.
Der Beruf des Zapfenpflückers ist nur etwas für gesunde, kräftige und vor allem höhentaugliche Menschen. Quelle: dpa
Zapfenpflücker Thomas Bellgardt

Der Beruf des Zapfenpflückers ist nur etwas für gesunde, kräftige und vor allem höhentaugliche Menschen.

(Foto: dpa)

Biberach„Achtung Sack!“ Thomas Bellgardts Stimme kommt von hoch oben aus den Baumwipfeln, kurz danach liegt ein Sack mit einigen Kilo Zapfen auf dem Waldboden. Bellgardt ist einer von knapp 100 Zapfenpflückern in Süddeutschland. Seit 28 Jahren verbringt er einen großen Teil seines Lebens in den Wäldern Deutschlands – zur Saatgut-Ernte. Ein wichtiger Beruf, denn die Zapfen werden zur Aufforstung gebraucht.

Zwei bis drei Tonnen Zapfen werden in dieser strapaziösen Saison durch die Hände des 51-Jährigen gegangen sein. In einer forstlichen Samenbank werden Bellgardts Erträge aus einem Wald bei Biberach dann getrocknet und eingelagert. Ziel: Wälder für die nächsten Generationen sichern. Baumschulen ziehen irgendwann aus den Samen neuen Wald.

Der Turmbau zu Amazonien
Klimamessturm Atto
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Der Eiffelturm ist 24 Meter kleiner, der Berliner Fernsehturm am Alexanderplatz ist mit 368 Metern nur 43 Meter höher: Am Wochenende ist im Amazonas-Regenwald 150 Kilometer nordöstlich von Manaus der welthöchste Klima-Messturm eröffnet worden.

Höher als der Eiffelturm
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325 Meter hoch reckt sich der rot-weiß-rote Stahlturm gen Himmel. Mit seiner Hilfe wollen Forscher ergründen, welche Bedeutung der Regenwald wirklich für das Weltklima hat.

Ein Messturm für den Klimawandel
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Der Amazonasregenwald gilt als einer der Kipppunkte des globalen Klimasystems. Und genau diese Punkte sollen mit Hilfe der Atto (Amazonian Tall Tower Observatory) genannten Anlage besser erforscht werden.

Daten sammeln im Sekundentakt
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Bestückt ist der Turm mit Sensoren, die im Sekundentakt Daten sammeln über Treibhausgase, Wolkeneigenschaften und den Transport von Luftmassen in dieser für das Weltklima so bedeutsamen Region.

Deutsch-brasilianisches Gemeinschaftsprojekt
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Mit deutscher Hilfe ist der Turm errichtet worden – je zur Hälfte bezahlen die brasilianische und die deutsche Seite 8,4 Millionen Euro für den Bau und die ersten fünf Betriebsjahre. Noch fehlt ein Teil der Technik, spätestens ab 2016 soll Atto aber voll funktionsfähig sein.

Max-Planck-Institute beteiligt
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Beteiligt an dem Projekt sind die Max-Planck-Institute für Chemie (Mainz) und für Biogeochemie (Jena), das brasilianische Bundesinstitut für Amazonasforschung (INPA) und die Universität des Staates Amazonas (UEA).

Hoch hinauf
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Der Turm soll rund 30 Jahre im Einsatz sein. Durch die Höhe – er ist besteigbar und wird atemberaubende Ausblicke über die „Grüne Hölle“ Amazoniens bieten – sollen fernab von menschlichen Einflüssen Messungen in höheren Luftschichten als üblich durchgeführt werden.

„Eine Probe des Saatgutes wird zehn Jahre eingelagert und dann mit Pflanzenproben verglichen“, erklärt der technische Leiter der Staatsklenge Nagold, Thomas Ebinger. Die Staatsklenge im Landkreis Calw versorgt nach eigenen Angaben seit 1947 als landeseigener Betrieb Forstbehörden und Baumschulen mit herkunftsgesichertem Saatgut.

Wichtig sei, beim Waldausbau nicht unreines Saatgut zu verwenden, sagt Ebinger. Die könne für den Wald katastrophal enden, da erst Jahre nach der Bepflanzung das Ausmaß erkenntlich werde: „Die Bäume gehen ein, überleben keinen Frost oder wachsen schlichtweg nicht weiter.“ Dabei soll die Waldbewirtschaftung doch nachhaltig sein – die Grundlage für Kinder und Kindeskinder.

Der Beruf des Zapfenpflückers ist nur etwas für gesunde, kräftige und vor allem höhentaugliche Menschen. Meistens sind es Männer, Frauen arbeiten nur äußerst selten in diesem Job. Eine klassische Ausbildung gibt es nicht – die Staatsklenge Nagold vermittelt in einem einwöchigen Kurs Grundkenntnisse beim Steigen mit Steigeisen und bei Sicherungstechniken.

Die Saison reicht vom Frühsommer mit der Ernte der Kirsche bis in den Winter mit der Lärche. Bundesweit sorgen Zapfenpflücker mit ihrer Arbeit dafür, dass die wertvollen Samen nicht verloren gehen.

Wenig Schlaf, Einsamkeit und schmerzende Hände
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