Umwelttechnik
Energiesparen beschert gute Geschäfte

Die Umwelttechnik gilt als eine der Technologien der Zukunft. Die Experten der Unternehmensberatung Roland Berger erwarten, dass die Branche in rund zehn Jahren die Autoindustrie und den Maschinenbau an Bedeutung überflügeln wird - und die deutschen Anlagenbauer sind auf den wichtigen Feldern bestens positioniert

DÜSSELDORF. Der Anteil der Umwelttechnik am gesamten Industrieumsatz in Deutschland dürfte nach einer Berger-Studie von jetzt vier auf 16 Prozent bis 2030 steigen. Auch Umweltminister Sigmar Gabriel sieht deutsche Unternehmen in einer hervorragenden Position - mit Recht: Sie sind in allen Segmenten des Marktes stark vertreten und halten in wichtigen Umweltbereichen Weltmarktanteile zwischen fünf und 30 Prozent. Auch als Forschungsstandort bescheinigt die Berger-Studie Deutschland einen Spitzenplatz.

Die deutsche Industrie besitzt nicht nur in der Stromerzeugung aus Wind und Strom eine starke Stellung, vor allem als Zulieferer und in der allgemeinen Industrie stehen die Unternehmen mit ihren Produkten zur Senkung des Energieverbrauchs und des Ausstoßes schädlicher Umweltgase in der Welt weit vorn.

Thorsten Herdan, Energiepolitischer Sprecher des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), rechnet für die nächsten Jahre mit einer Sonderkonjunktur durch Ökostrom und Technik, die beim Energiesparen hilft. „Alle Branchen des Maschinenbaus profitieren von der Umwelttechnik, die Zulieferer am meisten“, sagt Herdan. Das Gesetz zur Steigerung der Energieeffizienz werde für massive Investitionen in neue Maschinen sorgen.

Dabei ist Energiesparen für den Maschinenbau kein neues Thema. Gerade Hersteller energieintensiver Produkte wie zum Beispiel Industrieöfen haben schon immer darauf geachtet, den Verbrauch ihrer Produkte zu senken. Aber im Zuge der neuerwachten Umweltdiskussion stehen Klimaschutz und CO2-Problematik jetzt viel stärker in der Diskussion. Auch Getriebehersteller profitieren: Deren Erzeugnisse werden nun nicht mehr nur in Maschinen und Autos gebraucht, sondern auch in der Windkraft-Industrie. Durch den Boom der Windkraft haben Hersteller dieser Aggregate zusätzliche Aufträge erhalten und sind sehr gut ausgelastet.

Nicht nur die Autoindustrie hat erkannt, dass sich Umweltthemen gut vermarkten lassen. Auch Industriekonzerne wie General Electric oder Bosch stellen ihre Umweltaktivitäten in den Vordergrund und deklarieren sich als grüner Konzern. „Eigentlich ist Bosch ein Energiewandlungsunternehmen“, erklärte etwa Bosch-Chef Franz Fehrenbach kürzlich. Die regenerativen Energien bringen dem Konzern bereits einen Umsatz von gut 500 Mill. Euro: Bosch Rexroth baut Getriebe für Windkrafträder, Bosch Thermotechnik verkauft Wärmepumpen und Solartechnik in der Heizungssparte.

Nicht nur Bosch – die Heizungsindustrie erhofft sich wegen des wachsenden Umweltbewusstseins der Verbraucher und der steigenden Energiepreise ein gutes Geschäft. Denn in Deutschland entfällt rund ein Drittel des Bedarfs an Primärenergie auf die Heizung und die Bereitung von Warmwasser. Deshalb können die Hersteller von Wärmepumpen mit der Fertigung kaum nachkommen, obwohl zum Beispiel Marktführer Stiebel Eltron gerade ein neues Werk am Stammsitz Holzminden eingeweiht hat.

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