Umwelttechnik
Wasser auf deutsche Mühlen

Die deutsche Wirtschaft hat Brasilien als einen der wichtigsten Märkte für Umwelttechnologien ausgemacht. Experten schätzen das gesamte Investitionsvolumen 2007 bei Wasser, Müllentsorgung und Emissionen auf rund fünf Milliarden Dollar. Bis 2020 soll der Markt jedes Jahr bis zu sieben Prozent wachsen.
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SAO PAULO. Die Hauptstadt Brasilia im trockenen Landesinnern wurde 1960 für maximal eine halbe Million Einwohner geplant. Heute leben dort drei Millionen Menschen - und denen geht spätestens ab 2010 das Wasser aus. Um den Notstand zu vermeiden, besann sich die Universität Brasilia auf ihre schon lange laufenden Zusammenarbeit mit dem Helmholtz Zentrum für Umweltforschung aus Leipzig. Gemeinsam konzipierte man ein Konzept für das künftige Wassermanagement in der Hauptstadt. Holger Weiß vom Leipziger Institut brachte schließlich zwei Unternehmen zusammen, die das Konzept jetzt ausarbeiten und umsetzen werden: Sachsen-Wasser und Caesb, der Wasserversorger Brasilias werden das Projekt in einem Joint Venture ausarbeiten - und es künftig auch in andere Regionen Lateinamerikas exportieren. "Wir haben in Brasilien beim Thema Umwelttechnologie die einmalige Chance, die umfangreiche deutsch-brasilianische Forschung und Unternehmensstruktur zu integrieren", sagt Weiß.

Die deutsche Wirtschaft hat Brasilien als einen der wichtigsten Märkte für Umwelttechnologien ausgemacht: Nach einer Untersuchung der Unternehmensberatung Roland Berger wird der Markt bis 2020 jedes Jahr zwischen fünf und sieben Prozent wachsen - also wohl schneller als Automobil, Chemie oder Maschinenbau, die traditionellen Standbeine der deutschen Industrie in Südamerika. Dabei ist der Markt noch im Entwicklungsstadium: Auf rund fünf Milliarden Dollar schätzt Roland Berger die gesamte Investitionssumme 2007 bei Wasser, Müllentsorgung und Emissionen.

Am Wachstum wird voraussichtlich auch die Wirtschaftskrise wenig ändern. "Die Unternehmen wollen die Investitionen in erneuerbare Energien, Entsorgung und Wasser zum großen Teil beibehalten", berichtet Thomas Kunze von der Unternehmensberatung in São Paulo.

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