UN-Prinzipien unterzeichnet
Großinvestoren bekennen sich zu verantwortlichem Investieren

Mehr und mehr Investoren schließen sich der Initiative „Principles for Responsible Investment“ (PRI) der UN an. Die Verwalter und Anleger verfplichten sich dabei, bei Analysen und Investments Faktoren wie Soziales oder Umwelt zu berücksichtigen – eine Maßnahme, welche die Wirtschaft und Handel unter positiven Druck setzt.

BERLIN. Mehr als 180 Großinvestoren und Vermögensverwalter aus allen Kontinenten mit einem Gesamtkapital von inzwischen acht Billionen Dollar haben sich zu den UN-„Principles for Responsible Investment“ (PRI) verpflichtet. Diese Prinzipien für verantwortliche Kapitalanlagen wurden im April 2006 erklärt und damals von 20 Institutionellen mit einem verwalteten Vermögen von zwei Billionen Dollar unterzeichnet. Unter den Erstunterzeichnern waren die Münchener Rück als einziges deutsches Institut, die niederländische ABN Amro, die französische BNP Paribas, die britische Hendersen Global Investors und die weltgrößten Pensionskassen Calpers aus den USA und ABP aus den Niederlanden.

Die UN-Prinzipien enthalten sechs Richtlinien sowie Checklisten für deren praktische Anwendung. Die Institute verpflichten sich, Umwelt, Soziales und Corporate Governance – so genannte ESG-Aspekte - bei ihren Analysen und Investitionsentscheidungen sowie im Dialog mit Unternehmen zu berücksichtigen. Sie fordern zudem von Unternehmen, diese langfristigen Aspekte stärker zu beachten, sowie von Banken und Brokern, eine entsprechend ganzheitlichere Finanzanalyse zu liefern. Die 183 Unterzeichner füllen derzeit einen Fragebogen aus, wie sie die Prinzipien umsetzen. Das Ergebnis soll im Sommer bekannt gemacht werden.

Die Institutionellen erwarten von diesen ESG-Faktoren zunehmenden Einfluss auf Investments und verlangen ein angemessene, konstruktive Überprüfung dieser Einflüsse auf langfristige Wertschöpfung, Unternehmensstrategien und Geschäftsmodelle. „Wir wollen sicherstellen, dass allem, was möglicherweise unsere langfristigen Investments betreffen könnte, so wie Klimawandel oder Reputationsrisiken, in den Entscheidungsprozesse von Managern Rechnung getragen wird“, erläutert Daniel Simard, Chef des kanadischen Pensionsfondsmanager Bâtirente.

„Es handelt sich nicht um eine Initiative für nachhaltige Geldanlagen - das Entscheidende an PRI ist, dass die Grundsätze so ausgestaltet wurden, dass sie mit den Investmentstrategien großer, diversifizierter institutioneller Investoren kompatibel und für deren Berater anwendbar sind“, erklärt Peter Zollinger, Direktor des britisch-schweizerisch Thinktanks SustainAbility. Die Herausforderung für die Finanzanalyse sei, zu klären, welche Themen aus den Bereichen Umwelt, Gesellschaft und Corporate Governance für die Integrität, Chancen, Risiken und Strategie eines bestimmten Unternehmens prägend sind. Herkömmliche Analysemethoden erfassten dies nur ungenügend.

Aus diesem Grund ist die Investorengruppe im Januar auch eine Kooperation mit der „Enhanced Analytics Initiative“ (EAI) eingegangen. Diese internationale Investoreninitiative von Banken, Versicherern, Stiftungen und Vermögensverwaltern mit einem verwalteten Kapital von 1,85 Billionen Euro will durch finanzielle Anreize eine umfassende Aktienanalyse fördern. Die Investoren vergeben mehr Aufträge an Broker, die in die Finanzanalysen systematisch zentrale Nachhaltigkeitskriterien zu Corporate Governance, Sozialem und Umweltschutz, darunter den Klimawandel, integrieren.

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