Uno-Artenschutz-Konferenz in Bonn
Gabriel mahnt zu klaren Beschlüssen beim Artenschutz

Angesichts des alarmierenden Artensterbens hat Umweltminister Sigmar Gabriel die weltweite Staatengemeinschaft zu entschlossenem Handeln aufgefordert. Auf der Uno-Artenschutzkonferenz in Bonn warnte er, das Sterben der Arten gehe um das 100 bis 1000fache schneller voran als ohne menschliche Eingriffe. Der erste Konferenztag endete mit einem Konzert von Bob Geldof.

HB BONN. Angesichts des drastischen Artensterbens hat Umweltminister Sigmar Gabriel die weltweite Staatengemeinschaft zu entschlossenem Handeln gedrängt. „Das Leben auf der Erde steht an einem kritischen Punkt“, sagte der Minister am Montag zum Auftakt der Uno-Artenschutzkonferenz in Bonn. Das Sterben der Arten gehen um das 100 bis 1000fache schneller voran als es ohne Eingriffe des Menschen geschehe. Daher müssten die rund 190 Teilnehmerstaaten einen klaren Auftrag erteilen, damit innerhalb von zwei Jahren klare Schritte auf den Weg gebracht werden könnten. Seit der Uno-Umweltkonferenz in Rio de Janeiro 1992 sei kaum etwas geschehen. „Die Wahrheit ist, dass wir 2008 immer noch auf dem falschen Weg sind.“ Das Ziel, bis 2010 das Artensterben zu bremsen, sei so unerreichbar.

Die Uno-Artenschutzkonferenz soll in den nächsten zwei Wochen den Weg für eine weltweites Netz von Schutzgebieten zu Land und zu Wasser ebnen. Zudem drängen die Entwicklungsländer auf die Bekämpfung der sogenannten Bio-Piraterie: Sie wollen einen Ausgleich für den Zugang von Pharmafirmen zu ihren Pflanzen und Tieren. Die genetischen Ressourcen werden von den Unternehmen über Medikamente oder Kosmetika vermarktet. Für die nächsten zwei Jahre übernimmt Deutschland die Präsidentschaft der Konferenz.

Umweltverbände demonstrierten vor dem Tagungsgebäude in Bonn und verlangten von den gut 6000 Teilnehmern wie auch von den Konzernen schnelles Handeln. Der BUND warf unter anderem Chemiefirmen wie Bayer und BASF vor, das Artensterben zu beschleunigen. 40 Prozent der heimischen Tier- und Pflanzenwelt gilt als bedroht. „Erst sterben die Arten. Schließlich der Mensch“, hieß es auf Plakaten. BUND-Vize-Chefin Ulrike Mehl forderte: „Wenn der Artenschwund global und national gestoppt werden soll, dann müssen die Unternehmen ab sofort stärker in die Pflicht genommen werden.“ Der WWF rechnete vor, dass seit 1970 die weltweite Artenvielfalt um 27 Prozent abgenommen habe. „Unser Planet ist in Schieflage“, sagte Christoph Heinrich, Leiter Naturschutz beim WWF Deutschland.

Bei der Konferenz wird in der nächsten Wochen auch Bundeskanzlerin Angela Merkel erwartet. Es wird davon ausgegangen, dass Deutschland seine finanziellen Zusagen zum Schutz von Regenwäldern und anderen Lebensräumen aufstockt.

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