Uno-Klimagipfel in Doha
Klimaschutz in der Warteschleife

Weltweit steigen die CO2-Emissionen auf immer neue Rekordwerte - trotz Kyoto-Protokoll, trotz Emissionshandel. Auf der Klimakonferenz in Doha soll wieder einmal gegengesteuert werden - doch die Chancen dafür sind gering.
  • 5

DohaDer Name des Ortes für die aktuelle UN-Klimakonferenz hat einen Klang, der für den Kampf gegen die Erderwärmung wenig Gutes verheißt: Seit 2001 versucht die Weltgemeinschaft in der sogenannte Doha-Runde, Regeln für eine Weltwirtschaft aufzustellen, die allen Staaten nützen sollen. Gearbeitet wird bis heute daran, ein Erfolg ist immer noch nicht in Sicht. Ein ähnliches Schicksal könnte dem Klimagipfel in Katars Hauptstadt bevorstehen.

Vor dem Beginn der Klimakonferenz am heutigen Montag war jedenfalls nicht viel Optimismus zu erkennen. „Es wird in Doha voraussichtlich leider nicht allzu viel rauskommen“, sagte der Chefökonom des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), Ottmar Edenhofer. Eine „sich immer weiter öffnende Schere zwischen Handeln und Wissen“ beklagte die Organisation Germanwatch.

Die jährlichen Welt-Klimatreffen sollen die Erde vor einer Umweltkatastrophe bewahren, doch im Kern werden hier harte Wirtschaftsinteressen verfochten. Der Erfolg ist bislang weitgehend ausgeblieben. Vor dem Treffen 2009 in Kopenhagen schien ein Durchbruch, ein Welt-Klimavertrag nahe. Der neugewählte US-Präsident Barack Obama gab Umweltschützern neue Hoffnung, er reiste sogar ebenso an wie die Staatschefs der anderen großen Länder der Welt.

Mit dem Scheitern von Kopenhagen verlor jedoch die Klimadebatte ihre Präsenz auf den Titelseiten – und die Verhandlungen an Schwung. Vor allem die widerstreitenden Interessen der aufstrebenden Schwellenländer wie China und Indien und der etablieren Industriestaaten verhindern bislang ein wirksames Vertragswerk. Die Boomländer Asiens wollen sich in ihrer Entwicklung nicht durch Vorgaben einschränken lassen und sehen die Verantwortung für das Klimaproblem in erster Linie in Europa und den USA.

Kommentare zu " Uno-Klimagipfel in Doha: Klimaschutz in der Warteschleife"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Gibt es einen physikalischen Zusammenhang dahingehend, daß eine Erhöhung des CO2-Spurengasanteils der Atmosphäre zu einer Temperaturerhöhung führt? Das haben wir in unserer Studie "Rettung vor den Klimarettern" schon 2009 untersucht, die auch dem HANDELSBLATT vorliegt.

  • Klimaschutz made in EU funktioniert wie folgt|
    EU-Länder versprechen ihren CO2-Ausstoß zu senken. Der CO2-Ausstoß wird nicht gemessen, sonder aus dem Verbrauch fossiler Energieträger berechnet. Also kauft man aus Indonesien Biodiesel und mischt diesen unserem fossilen Diesel bis zu 7% bei, da ja beim Verbrennen von Biodiesel kein CO2 emittiert wird (oder?). Um Biodiesel herzustellen wird in Indonesien großflächig Regenwald gerodet um Palmölplantagen zu erstellen. Bei der Rohdung verbrennt nicht nur der Regenwald ( mit den darin lebenden Tieren), sondern auch der Torfboden, wobei unvorstellbare Mengen an CO2 erzeugt werden (aber schließlich nicht in der EU). Das EU-Umweltminister und der WWF meinen dann sie hätten die Welt gerettet. Es scheint ja zu klappen: In Deutschland ist es seit 25 Jahren nicht wärmer geworden, Mittelwert 9,1 Grad, Tendenz gleichbleibend, trotz (oder wegen?) eines rasant steigenden CO2-Anteils in der Luft. Toll ( oder?)
    Youtube-Tipp: Der Pakt mit dem Panda

  • Mensch rettet Klima - alle lachen, bis auf die, die ordentlich Staatsknete dafür bekommen und davon gut leben und reisen können. Diese Klimaschwindler wollen ja auch in dieser trüben Jahreszeit nicht im Kalten hocken und haben sich deswegen das schöne Doha, unseres Lieblingsfreundes Al Thani, ausgesucht, um dort im Warmen und in Superhotels ihre Lamentos abzudrücken. Hohe Spesen, das war's gewesen. Zu diesen Konferenzen kommt kein Obama und keine Merkel mehr. Ihr Pachauris, Schellnhubers und Rahmstorfs habt die Welt lange genug verarscht, aber euere Schauermärchen werden durch die reale Banksterkrise mehrfach übertroffen und für euch ist kein Platz mehr auf der Agenda. Seid froh, dass ihr im Winter im schönen Wetter euere Spesen in warmer Sonne verbrennen könnt - und nervt uns dafür bitte nicht mehr. Ich nenne das win-win.

    Ich wäre ja gerne mal so hingejettet, aber die 534 € für eine Nacht im Arumaila waren mir zu teuer.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%