Untersuchung beantragt
Vattenfall will CO2-Speicher erkunden

Der Energiekonzern Vattenfall setzt verstärkt auf die sogenannte CCS-Technologie zur CO2-Abtrennung in Kohlekraftwerken. In Ostbrandenburg will das Unternehmen künftig jährlich bis zu drei Millionen Tonnen des Klimakillers unter die Erde pumpen. Umweltschützer sind skeptisch.

HB POTSDAM. Für die umstrittene CCS-Technologie zur CO2-Abtrennung in Kohlekraftwerken sollen in Deutschland die ersten unterirdischen Kohlendioxid-Lagerstätten erkundet werden. Der Energiekonzern Vattenfall beantragte am Donnerstag beim Brandenburger Landesbergbauamt die Untersuchung potenzieller Speicherorte in Ostbrandenburg. Dort will das Unternehmen künftig jährlich bis zu drei Millionen Tonnen des Klimakillers unter die Erde pumpen, wie Vorstand Reinhardt Hassa sagte.

Vattenfall plant bis 2015 ein Demonstrationskohlekraftwerk mit CO2-Abtrennung in Jänschwalde bei Cottbus. „Dafür wollen wir die Transport- und Speichermöglichkeiten erkunden“, begründete Hassa. Die möglichen Lagerstätten liegen bei Beeskow im Landkreis Oder-Spree und Neutrebbin in Märkisch-Oderland. Dort will der Konzern in 1 200 bis 1 600 Metern Tiefe Gesteinsschichten untersuchen, die sich unter Gebieten von je etwa 25 Quadratkilometern erstrecken. Etwa 15 000 Haushalte befinden sich in der Region.

Das beim Verbrennen der Braunkohle im Kraftwerk entstandene und aus den Abgasen getrennte CO2 könne dort in poröse Gesteine gepresst werden, erläuterte Hassa. Über den Speichern lägen drei dichte, je etwa 100 Meter dicke Abdeckschichten, die das Austreten des Kohlendioxides verhindern würden. Wenn das Vorhaben genehmigt wird, will Vattenfall im kommenden Jahr mit den Bohrungen beginnen. Hassa sagte: „2015 soll die Lagerstätte zur Verfügung stehen.“

Umweltschützer lehnen das Vorhaben ab. „Das Problem bei diesen Speichern ist, dass wir nicht wissen, was über einen langen Zeitraum von mehreren hundert Jahren passiert“, kritisierte Axel Kruschat vom Bund für Umwelt und Naturschutz (Bund) im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AP. Sollte aber CO2 wieder an die Oberfläche gelangen, würde der Klimaschutzeffekt zunichte gemacht.

Kruschat ergänzte, zudem sei die CCS-Technologie erst in 15 bis 20 Jahren und damit für den Klimaschutz zu spät marktreif. Auch zerstörten Braunkohletagebaue großflächig die Landschaft. „Es sollte besser auf dezentrale Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen gesetzt werden“, sagte er. Der Bund-Mann beklagte zudem, der Gesetzentwurf von Bundeswirtschafts- und Umweltministerium zur CO2-Speicherung sei vorgelegt worden, ohne die wissenschaftlichen Untersuchungen zur Machbarkeit abzuwarten.

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