US-Institut
Nordpol-Eis so stark geschrumpft wie noch nie

Seit mehr als 30 Jahren messen US-Forscher das Eis um den Nordpol herum, aber so wenig wie in diesem Jahr war noch nie. Eine „fundamentale Veränderung“, sagen die Forscher.
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New York/BoulderDas Eis um den Nordpol herum ist auf ein Rekord-Minimum geschrumpft. Mit einer Fläche von 4,10 Millionen Quadratkilometern habe es den niedrigsten Stand seit Beginn der Satellitenmessungen 1979 erreicht, teilte das Schnee- und Eisdatenzentrum der USA (NSIDC) am Montag in Boulder im Bundesstaat Colorado mit. Diese Daten seien am Sonntag erhoben worden. Da die wärmere Jahreszeit in der Region noch bis zu drei Wochen anhalte, könne das Eis weiter schmelzen.

„Im Kontext dessen, was in den vergangenen Jahren und seit Beginn der Satellitenmessungen passiert ist, zeigen diese Daten, dass die Eisfläche sich fundamental verändert“, sagte NSIDC-Wissenschaftler Walt Meier laut Mitteilung. „Die Arktis war früher von vielschichtigem Eis, oder Eis, das mehrere Jahre lang bestehenblieb, dominiert. Jetzt wird es mehr zu einer saisonalen Eisfläche, und große Teile werden im Sommer verschwinden.“

Besondere Wetter-Ereignisse, die die starke Eisschmelze erklären könnten, habe es in diesem Jahr nicht gegeben, sagte NSIDC-Direktor Mark Serreze. „Abgesehen von einem größeren Sturm im August war das Wetter dieses Jahr nicht bemerkenswert. Das Eis ist so dünn und schwach, dass es gar nicht mehr darauf ankommt, wie stark der Wind bläst.“

Den bisherigen Rekord hatten die Forscher im September 2007 gemessen. Damals lag die Größe der Eisfläche bei 4,17 Millionen Quadratkilometern. Teile des Arktiseises schmelzen jedes Jahr in den wärmeren Monaten und frieren in den kälteren Monaten wieder zu. Die Größe der Gesamtfläche verändert sich von Jahr zu Jahr allein schon wegen unterschiedlicher Wetterbedingungen. Seit Beginn der Messungen 1979 sei die Gesamtfläche aber insgesamt „dramatisch zurückgegangen“, teilte das NSIDC mit. Das sei vor allem der Erderwärmung und dem globalen Klimawandel zuzuschreiben.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Wer sind den "die Menschen"? Diejenigen, die uns den ganzen Mist einbrocken und diesen Planeten an den Rand des Abgrunds bringen sind doch die hirnverbrannten, giergetriebenen Eliten, die alle Fäden in der Hand haben und die Massen über die Massenmedien steuern wie Puppen.

    Und wenn eben diese Eliten nun angeblich die Welt retten wollen, dann kann man nicht misstrauisch genung sein.

  • MODERNER ABLASSHANDEL

    Lieber Europaeer,

    Ihre hochgeschätze Meinung zur Existenz eines menschengemachten Klimawandels steht in Widerspruch zu der Meinung von tausenden von Wissenschaftlern weltweit.

    Der menschengemachte Klimawandel ist das äquivalent zur Erbschuld (CO2-Sünder), von der man sich durch Kauf eines Ablasses (Emmissionsrechte) befreien kann.

    Und was die anderen aufgezählten Punkte angeht ... ich könnte dagegenargumentieren, aber ich denke, dass Sie sehr wohl wissen, dass fast nichts so ist, wie man es den Massen verkauft. Nur finden Sie das gut - ich nicht.

  • M. E. nach machen es sich viele Foristen sehr einfach, vielleicht auch aus Unwissenheit. Wie hoch der Anteil am menschengemachten Klimawandel ist, kann ich auch nicht sagen, aber er ist vorhanden.
    Ein vielfach unbedachter Haken sind die Folgen auf den Golfstrom. Wenn er zum Stillstand kommt und die Wahrscheinlichkeit bei dem vielen Süßwasser ist sehr hoch, können gerade wir uns WARM anziehen.

    Eines ist unstreitbarer Fakt:
    Die Folgen werden für viele Menschen existenzvernichtend sein und für uns mindestens sehr teuer werden.
    Und es wird alle treffen!

    Schönen Tag noch.

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