Verletzliche Metropole

New Orleans geht unter

Zwischen Fluss, See und Meer – New Orleans ist von Wasser umgeben und hat große Probleme trocken zu bleiben. Verschärft wird das Problem, weil die Millionenmetropole allmählich im Boden versinkt.
Überflutetes Stadtviertel von New Orleans kurz nach dem Durchzug von Hurrikan Katrina im Jahr 2005. Der Sturm führte den Bewohnern die ganze Verletzlichkeit ihrer Metropole drastisch vor Augen. Quelle: Reuters
Verletzliche Metropole

Überflutetes Stadtviertel von New Orleans kurz nach dem Durchzug von Hurrikan Katrina im Jahr 2005. Der Sturm führte den Bewohnern die ganze Verletzlichkeit ihrer Metropole drastisch vor Augen.

(Foto: Reuters)

HeidelbergVor etwas mehr als zehn Jahren traf der Hurrikan Katrina die Millionenstadt New Orleans – und führte die ganze Verletzlichkeit der Metropole vor Augen: Der Sturm drückte Wassermassen aus dem Lake Pontchartrain gegen die Deiche der Stadt, die auf die Höhe dieser Fluten nicht ausgelegt waren. Teile New Orleans liefen voll wie eine Badewanne.

Verschärft wird die Situation durch das seit langem stattfindende Absinken des Ballungsraums, was Cathleen Jones vom California Institute of Technology in Pasadena und ihr Team neu vermessen haben. Das Ergebnis verheißt nichts Gutes, denn New Orleans sackt weiterhin ab, und die Raten liegen teilweise noch höher als in früheren Studien ermittelt.

Vor und nach dem Sturm
Unter Wasser
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2005 verwüstete der gewaltige Wirbelsturm „Katrina“ erst die Karibik, dann den Südosten der USA. Keine Naturkatastrophe hat je in der Geschichte der USA solche Schäden angerichtet.

Skyline
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Um eine tödlichere zu finden, muss man fast 90 Jahre zurückgehen. Zehn Jahre später sind die Narben, ja Wunden unübersehbar - aber die Stadt ist weiter, als selbst Optimisten gehofft hatten.

Überschwemmt...
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New Orleans ist praktisch eine Insel und der Hochwasserschutz war gut, aber längst nicht gut genug. Und so brach am 29. August die Flutmauer etwa 50 Mal und das Wasser fiel über die Stadt her.

Heute....
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Gut 80 Prozent von New Orleans wurden überflutet und etwa 1300 Menschen getötet. Und Hunderte galten als vermisst - die meisten von ihnen bis heute. Mehr als die Hälfte der Opfer war 75 oder älter.

2005
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Aber außerhalb der Touristengebiete ist es anders. Leerer. Überall stehen neue Häuser, aber dazwischen ist plötzlich eine leere Fläche. Da stand mal ein Haus, da wohnten Menschen.

2015
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Unmittelbar vor dem Sturm hatte New Orleans 480. 000 Einwohner. Ein paar Monate später war es noch die Hälfte. Hunderttausende waren während der großen Evakuierung in alle Teile der USA verfrachtet worden. Nicht jeder kehrte zurück.

Unter Wasser
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Manche hatten einfach keine Lust mehr auf eine arme, im Sommer kaum erträglich heiße Heimat, über die immer wieder ein Sturm herfällt.

Die stärksten Abwärtsbewegungen finden dabei ausgerechnet entlang des Mississippis statt, wo sie die Erde pro Jahr um durchschnittlich fünfzig Millimeter senkt. Stark betroffen sind zudem zwei große Industriegebiete am Stadtrand.

Ebenfalls problematisch sind die vierzig Millimeter pro Jahr starken Senkbewegungen entlang des Bonnet-Carré-Kanals, der überlaufendes Wasser des Flusses abführen soll, wenn dieses die Deiche überschreitet. In diesen Bereichen ist das Abpumpen von Grundwasser der Hauptfaktor für die Subsidenz – ein zweischneidiges Schwert, denn es verhindert, dass die Gebiete versumpfen, erhöht aber auf der anderen Seite das Überflutungsrisiko von Seiten des Stroms.

Daneben spielen zudem natürliche geologische Faktoren eine Rolle: Die Stadt steht auf Schwemmlandsedimenten, die durch das darüber lagernde Gewicht verdichtet werden und so ebenfalls die Oberfläche absinken lassen. Zudem drückt das Sedimentpaket auf die Erdkruste.

Im Alltag machen sich diese Probleme nicht nur wegen des Flutrisikos bemerkbar: Viele Häuser weisen Risse auf oder wachsen aus der Umgebung heraus, weil sie auf Pfählen tiefer im Untergrund ruhen, während das Land daneben sinkt.

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