Verordnete Energieffizienz
Fön und Toaster geraten in die Kritik

Staatliche Vorgaben sollen die Energieeffizienz bei Elektrogeräten steigern. Verschiedene Modelle sind im Gespräch: Der Top-Runner-Ansatz und die Einführung von Mindeststandards. Auch über die Abschaffung des Stand-by-Strombedarfs wird diskutiert.

BERLIN. Auf die Hersteller von Elektrogeräten kommen schon bald neue Anforderungen zu. Die Bundesregierung diskutiert, wie die Energieeffizienz elektrischer Geräte gesteigert werden kann: Sei es mit dem so genannten Top-Runner-Ansatz, der Einführung von Mindeststandards beim Energieverbrauch oder der möglichen Abschaffung des Stand-by-Strombedarfs. Die Entscheidung steht an, weil die Ökodesign-Richtlinie der EU in nationales Recht umgesetzt werden muss. Neu ist, dass die gesamte Vielfalt an Elektrogeräten wie Fernseher, Computer und Staubsauger erfasst wird, während die Kennzeichnungspflicht für den Stromverbrauch bislang nur für die großen Küchengeräte galt.

Auf den ersten Blick ist zwischen dem Top-Runner-Ansatz und der Einführung von Mindeststandards kein großer Unterschied erkennbar. Beide Maßnahmen können die Vorgaben der Ökodesign-Richtlinie vom Juli 2005 erfüllen, wodurch die Effizienz von energiebetriebenen Produkten erhöht und die Umweltverträglichkeit der Produkte selbst verbessert werden soll.

Der Mindeststandard für Elektrogeräte sieht vor, dass die schlechtesten Geräte vom Markt genommen werden, und nur die Besten in den Kategorien A, B und C bleiben, sofern sie die Standards schaffen. „Das hieße für einen Kühlschrank, der beispielsweise mehr als 200 Kilowattstunden (kWh) im Jahr verbraucht, dass er nicht verkauft werden darf“, sagt Holger Krawinkel, Fachbereichsleiter Bauen, Energie und Umwelt beim Bundesverband der Verbraucherzentralen. Er vergleicht das mit einem Auto, das ohne Katalysator in Deutschland auch nicht mehr angeboten werden darf.

Der Top-Runner-Ansatz sieht hingegen vor, dass Hersteller von Elektrogeräten untereinander in Wettbewerb um den geringsten Energieverbrauch treten. Von den energieeffizientesten Produkten einer Sparte setzt der beste Wert die Benchmark. Geräte, deren Energieverbrauch diese Benchmark erreichen, bekommen die Bestnote. „Bei der Ökodesign-Richtlinie reicht es, einen Mindeststandard zu erfüllen“, sagt Marco Bülow, Sprecher der Arbeitsgruppe Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit der SPD-Fraktion. „Beim Top-Runner-Ansatz hingegen wird Effizienz zu einem entscheidenden Wettbewerbsvorteil für die Unternehmen.“

Bülow hält die Ökodesign-Richtlinie in punkto Energieeffizienz für „butterweich“. Der Top-Runner-Ansatz sei zielführender als Mindeststandards. Der Richtwert soll dabei jedes Jahr dynamisch dem effizientesten Gerät angepasst werden. Weniger effiziente Geräte rutschen dadurch automatisch in eine schlechtere Kategorie und verschwinden langsam vom Markt. „Japan macht es vor“, sagt Bülow, „seit Jahren sinkt dort der Energieverbrauch der Elektrogeräte.“

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