Wärmerekorde 2016
Wieder ein Jahr der Rekordtemperaturen

Während Klima-Skeptiker in den USA nach der Wahl von Donald Trump frischen Wind in den Segeln spüren, liefern Wissenschaftler belastbare Zahlen zum Klimawandel. Und die geben keinen Anlass zur Entwarnung.

Washington/OffenbachEs wird immer wärmer: Das Jahr 2016 bricht aller Wahrscheinlichkeit nach erneut die weltweiten Temperaturrekorde. Und es wird dabei wohl noch seine beiden Vorgänger als wärmstes Jahr seit dem Beginn exakter Aufzeichnungen übertreffen.

Im Durchschnitt lag die Temperatur über den Land- und Ozeanflächen unseres Planeten von Januar bis November bei 14,94 Grad Celsius, berichtete die US-Klimabehörde NOAA Mitte Dezember. Das ist noch einmal 0,06 Grad Celsius mehr als im Vorjahreszeitraum. Allerdings hat sich der rasante Aufwärtstrend im November leicht abgeschwächt.

Auch die Weltwetterorganisation WMO hält es für wahrscheinlich, dass 2016 das heißeste bisher erfasste Jahr wird. Nach vorläufigen Daten wird es demnach 1,2 Grad wärmer als in vorindustriellen Jahre.

September und Oktober waren nach einer langen Folge von 16 Rekordmonaten die ersten, die „nur“ zweit- und dritthöchste Werte erreichten, der November war der fünftwärmste seit Beginn der Aufzeichnungen. Das ist nach Angaben der NOAA-Forscher vor allem auf den Einfluss des gerade beginnenden Klimaphänomens La Niña zurückzuführen. La Niña löst den vorausgegangenen El Niño ab und kühlt das Oberflächenwasser im Ostpazifik.

Eisschwund in Arktis und Antarktis

Während es in weiten Teilen Asiens zuletzt deutlich kühler war als im Mittel, überwiegen insgesamt die roten, also warmen Teile der Temperaturweltkarte bei weitem. Das gilt etwa auch für Alaska, den schnee- und eisreichen nördlichsten der US-Bundesstaaten. „Die Durchschnittstemperaturen in Alaska sind seit den 1980er Jahren um 10 Grad Fahrenheit (5,56 Grad Celsius) gestiegen“, berichtet NOAA-Experte Rick Thoman.

Was den Forschern große Sorgen macht: Das arktische Eis wuchs in diesem Herbst extrem langsam und hatte im November ein Rekordtief für diesen Monat erreicht. Im Durchschnitt bedeckte es im November nach Daten des Schnee- und Eiszentrums der USA (NSIDC/National Snow & Ice Data Center) nur gut neun Millionen Quadratkilometer, knapp zwei Millionen weniger als im November-Mittel der Jahre 1981 bis 2010.

Schon im Oktober fehlte eine Eisfläche, die der Größe von Alaskas und Texas zusammen entspricht. Auch in der Antarktis schrumpfte die eisbedeckte Fläche im November auf ein Rekordtief für diesen Monat von 14,5 Millionen Quadratkilometern.

Ohne Eisschicht, die die Sonnenstrahlen reflektiert, steigen jedoch die Meerestemperaturen verstärkt. „Die Ozeane spielen verrückt“, resümiert die NOAA mit Blick auf arktische Regionen und starke Stürme im Beringmeer. Auch Hurrikans wie Matthew, der im Oktober weite Teile Haitis und den Südosten der USA verwüstete, werden durch steigende Meerestemperaturen angeheizt.

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Überdurchschnittlich warm auch in Deutschland

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