Wasseraufbereitung
Im Wasser herrschen klare Verhältnisse

Kalk ist wichtig für die Wasseraufbereitung: Jährlich werden in Deutschland rund 450 000 Tonnen gebrannte Kalkprodukte für gutes Wasser eingesetzt. Mit dem Mineral lässt sich das Wasser leichter entkeimen und auch unerwünschtes Eisen oder Mangan enfernen.

DÜSSELDORF. Wer den Wasserhahn aufdreht, denkt dabei selten nach. Das Wasser sprudelt wie jeden Morgen heraus, und dieser Anblick reicht den meisten als Schlüsselreiz fürs Waschen und Zähneputzen. Irgendjemand wird schon dafür gesorgt haben, dass das Wasser gut aufbereitet wurde.

In der Tat: Dass auf die Wasserqualität Deutschland in der Regel Verlass ist, dafür sorgt auch der Einsatz von Kalk. Nach Angaben des Bundesverbandes der Deutschen Kalkindustrie (BVK) werden für gutes Wasser jährlich immerhin 450 000 Tonnen gebrannte Kalkprodukte eingesetzt – 150 000 alleine für die Trinkwasseraufbereitung und 300 000 Tonnen für die Abwasserbehandlung. Denn Kalk ist nicht nur hervorragend geeignet, um unerwünschte Nebenbestandteile wie etwa Eisen und Mangan aus Frischwasser zu entfernen.

Mit Kalk lässt sich auch Säure neutralisieren und binden. Das Wasser wird leichter von Keimen befreit, und mit vielen unerwünschten chemischen Stoffen geht Kalk wasserunlösliche Verbindungen ein. „Auch das Schwermetall Nickel lässt sich mit Kalkmilch zuverlässig aus dem Grundwasser entfernen“, sagt Hans-Michael Schiffner vom Bundesverband – eine gute Nachricht für viele deutsche Wasserwerksbetreiber, denn ihnen machen die verschärften Grenzwerte der EG-Trinkwasserrichtlinie für Nickel und andere Schwermetalle zu schaffen.

Auch die Frage, wie sich eventuelle Nebenbestandteile des Naturproduktes Kalk auf die Qualität des Trinkwassers auswirken, ist inzwischen beantwortet: Die Forschungsgemeinschaft Kalk und Mörtel in Köln ist in Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsministerium den Nebenbestandteilen auf die Spur gekommen. Die Ergebnisse sind beruhigend: Alle Kalk-Nebenbestandteile setzen sich vollständig in den Schlämmen ab. Das Trinkwasser bleibt rein.

Auch zur Reinigung der Abwässer leisten Kalkprodukte inzwischen einen entscheidenden Beitrag: Sie neutralisieren es und scheiden darin befindliche Schwermetalle ab. Der BVK und das Institut für Siedlungswasserbau der Universität Stuttgart haben für die industrielle Nutzung von Kalk zur Abwässerreinigung Praxistests durchgeführt: In einem Versuchsbereich der Kläranlage Aistaig in Oberndorf konnte nachgewiesen werden, dass sich die hygienische Beschaffenheit des Abwassers durch den Kalkeinsatz deutlich verbessert.

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