Weltstärkste Solaranlage Kamuthi: Solardächer für Gebäude und Metro-Stationen

Weltstärkste Solaranlage Kamuthi
Indiens Solarkraftwerk der Superlative

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Solardächer für Gebäude und Metro-Stationen

Rund 2500 Kilometer nördlich vom Solarkraftwerk in Kamuthi befindet sich das Büro von A. K. Gupta. Er ist einer der Chefs der Metro in Neu Delhi und dort zuständig für die Elektrik. „Wir wollen Solarzellen mit einer Kapazität von 50 Megawatt auf den Dächern unserer Stationen und Bürogebäuden installieren“, sagt er. „Zwei Fünftel davon sind schon erreicht.“

Auf die Idee mit den Solardächern hat ihn die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) gebracht. Die Deutschen entwickelten zusammen mit den Indern ein Finanzierungsmodell, bei dem die Betreibergesellschaft Geld spart und gleichzeitig die Umwelt schont. Gupta will nun sogar noch weiteren Solarstrom zukaufen, aus einem Kraftwerk im Bundesstaat Madhya Pradesh.

„Mehr als 100 Megawatt gehen aber nicht, auch wenn ich das gerne hätte“, sagt er. „Wir brauchen mehr Übertragungswege für solche Strommengen. Außerdem können wir den Solarstrom nirgendwo speichern.“

Damit spricht er zwei der Probleme an, die die indische Euphorie für erneuerbare Energien doch noch bremsen könnten. Dazu gehören mangelnde Speicherkapazitäten, zu wenige Hochspannungsleitungen, Finanzierungsengpässe und zu wenig Fachpersonal.

Noch kann Indien Schwankungen in der Energieversorgung durch seine hohe Produktion an Kohleenergie ausgleichen. Doch je höher der Anteil von Wind- und Solarstrom wird, desto mehr muss das Land sich über Möglichkeiten Gedanken machen, die Versorgung auch durch Speichersysteme zu stabilisieren – und die sind teuer.

Kommentare zu " Weltstärkste Solaranlage Kamuthi: Indiens Solarkraftwerk der Superlative"

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  • Die Inder sind ja nicht auf den Kopf gefallen. Im Unterschied zu deutschen Politikern und Journalisten wissen die durchaus, dass die Sonne nicht 24h scheint und dass auch bei Windkraftanlagen bedingt durch Flauten und der Abhängigkeit der Effizienz von der 3ten Potenz der Windgeschwindigkeit max. mit ca 30% Volleistung zu rechnen ist. Die tollen Leistungszahlen aus diesem Artikel reduzieren sich damit von ca. 40 GW auf etwa durchschnittlich 10GW.
    Deshalb hat Indien eine großes Kernkraftprogramm mit zunächst ca 35 GW aufgelegt, damit auch bei Dunkelflaute ausreichend Strom zur Verfügung steht (In Deutschland sind dafür die umweltfreundlichen Braunkohlekraftwerke zuständig, da ja unsere Kanzlerin in ihrer unerschöpflichen Weisheit beschlossen hat, dass wir deshalb keine Speicherkraftwerke brauchen).
    Am interessantesten ist aber, dass Indien die deutsche Thoriumtechnologie übernommen hat , die von der rotgrünen Politik aus Detschland vertrieben wurde. Da Indien über 25% der weltweiten Thoriumvorräte verfügt, werden dort diese Reaktoren weiterentwickelt.
    Mehr dazu unter http://de.slideshare.net/MadhumithaJayaraj/indian-nuclear-power-programme

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette 

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