Werkzeughersteller
Nichts für Samthandschuhe

Um die gewünschte Sicherheit und Stabilität ihrer Konstruktionen zu gewährleisten, verwenden immer mehr Hersteller ultraharte Werkstoffe wie hochfeste Stähle, Titan und Keramik. Dieser Trend stellt die Werkzeughersteller vor neue Aufgaben: Die Tüftler brauchen ein Material, das härter ist als das zu behandelnde.
  • 0

KÖLN. Leichter, kleiner, härter - dieser Dreiklang gilt in vielen Branchen: Autos werden leichter, damit sie weniger Energie verbrauchen. Elektronische Geräte wie Laptops oder Handys werden kleiner, denn so kann man sie besser transportieren.

Und auch in der Medizintechnik gilt in vielen Fällen: Je kleiner, desto besser. Stabil und sicher müssen die Konstruktionen natürlich trotzdem sein, deshalb verwenden immer mehr Hersteller ultraharte Werkstoffe wie hochfeste Stähle, Titan und Keramik. Weil sie besonders hart sind, kann die Gesamtkonstruktion, also zum Beispiel der Laptop, leichter und kleiner sein.

Was Automobilproduzenten und Medizintechniker glücklich macht, stellt die Werkzeughersteller vor neue Aufgaben: Sie müssen immer ein Werkzeugmaterial finden, dass härter ist als das zu behandelnde. Denn sonst verschleißen die ultraharten Werkstoffe im Extremfall in kurzer Zeit mehrere tausend Euro teure Maschinen. "Unbeschichtete Werkzeuge werden sofort stumpf, wenn sie in hochfeste Stähle ein Loch bohren oder fräsen sollen", sagt Ingenieur Stefan Rosiwal, der am Lehrstuhl für Werkstoffkunde und Technologie der Metalle an der Universität Erlangen-Nürnberg forscht. "Für viele gibt es deshalb nur eine Lösung: Diamantbeschichtungen."

Ist ein Werkzeug mit Diamant beschichtet, hält es bis zu hundertmal länger. Denn Diamant ist das mit Abstand härteste Material der Welt, zudem ist das im Werkzeugbau verwendete Material längst nicht so teuer wie im Schmuckbereich: Ein Quadratzentimeter Diamantbeschichtung kostet nur 1,50 Euro.

Seite 1:

Nichts für Samthandschuhe

Seite 2:

Kommentare zu " Werkzeughersteller: Nichts für Samthandschuhe"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%