Wetterforschung: Berlin-Phänomen lässt Europa frösteln

Wetterforschung
Berlin-Phänomen lässt Europa frösteln

Wenn sich die Atmosphäre plötzlich aufheizt, zittert Europa häufig unter strengem Frost. Denn ein starker Energietransfer aus dem Meer bringt das Wetter durcheinander. Wissenschaftler haben diese als „Berlin-Phänomen“ bekannte Wettererscheinung jetzt genauer unter die Lupe genommen.
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HeidelbergBesonders strenge Winter in Mitteleuropa können auftreten, wenn die Stratosphäre über dem Atlantik sich plötzlich aufheizt. Dies wirbelt dann die atmosphärische Zirkulation durcheinander und sorgt dafür, dass sich die Windverhältnisse über der Nordhalbkugel teilweise umkehren.

Statt der üblicherweise vorherrschenden Westwinde mit milden Luftmassen bestimmen dann Ostwinde mit frostiger Luft die Wettersituation. Ulrich Cubasch und Semjon Schimanke vom Institut für Meteorologie der Freien Universität Berlin haben dieses Phänomen nun genauer unter die Lupe genommen.

Die charakteristische Stratosphärenerwärmung war schon 1952 entdeckt worden – über Berlin, was dem Phänomen seinen Namen bescherte. Es beginnt im Lauf der Wintermonate, wenn die Temperaturen in der unteren polaren Schicht der Stratosphäre über den Polen - in etwa 20 Kilometer Höhe - mangels Sonneneinstrahlung bei durchschnittlich unter minus 70 Grad Celsius liegen.

Diese extremen Minusgrade entstehen, weil starke Westwinde am Südrand des so genannten stratosphärischen Polarwirbels die Region quasi isolieren und den Zustrom milderer Luftmassen verhindern. Heizt nun jedoch warmes Meerwasser die Luft darüber auf, wird dieses normalerweise sehr stabile Gebilde anfällig.

Innerhalb weniger Tage können die Temperaturen in der unteren Stratosphäre um bis zu 50 Grad Celsius ansteigen, wodurch manche Regionen in der Arktis plötzlich wärmer sind als weiter südlich gelegene Gebiete. In der Folge bricht der Polarwirbel regelrecht zusammen, und die vorherrschende Richtung der stratosphärischen Luftströme wechselt von West nach Ost.

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