Wiederansiedlung des Waldrapps

Sympathischer Exot mit Glatze

Einen Schönheitspreis wird der Waldrapp wohl nie gewinnen, dafür ist der Vogel mit dem markanten Glatzkopf aber ein echter Sympathieträger. Biologen versuchen, die Tiere in Deutschland wieder heimisch werden zu lassen.
Der einst weit verbreitete Vogel ist in freier Natur praktisch ausgestorben. Quelle: dpa
Waldrapp

Der einst weit verbreitete Vogel ist in freier Natur praktisch ausgestorben.

(Foto: dpa)

ÜberlingenGlatzköpfige Vögel mit schwarzem Federkleid: Der skurril aussehende Waldrapp lebte bis ins 17. Jahrhundert im Alpen- und Mittelmeerraum. Dann wurde der Ibis-Art ihre Zutraulichkeit zum Verhängnis.

Weil die gänsegroßen Tiere die Nähe des Menschen suchten, waren sie für Vogeljäger leichte Beute – heute sind sie in freier Natur praktisch ausgestorben. Im Rahmen eines EU-Projektes sollen die Zugvögel nun im Alpenraum wieder angesiedelt werden.

Bis 2020 sollen die schwarz-grün-violett glänzenden Vögel mit Hilfe des EU-Projektes LIFE+Biodiversity dort wieder heimisch werden. Erste Erfolge verzeichnen die Biologen im bayerischen Burghausen und in Salzburg in Österreich, Überlingen am Bodensee wäre der einzige Standort in Baden-Württemberg.

Höllische Hühner und Kornkreise im Meer
Kornkreise im Meer: Torquigener albomaculosus (Japan)
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Auch der Meeresboden hat seine Kornkreise. Runde Formen, etwa zwei Meter breit, haben Wissenschaftler bislang vor ein Rätsel gestellt. Jetzt kennen sie den Verursacher: Ein bislang unbekannter Fisch namens ...

Kornkreise im Meer: Torquigener albomaculosus (Japan)
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... Torquigener albomaculosus. Die Männchen dieser Art graben die kornkreisförmigen Nester, um Weibchen zu beeindrucken. Die hohen Ränder sollen die Eier schützen.

Koralle am Berghang: Balanophora coralliformis (Philippinen)
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Auch wenn ihr Aussehen an eine Koralle erinnert, Balanophora coralliformis ist kein Nesseltier, sondern eine Pflanze. Und sie lebt auch nicht unter Wasser. Trotzdem war sie lange dem Blick der Forscher verborgen. Denn es gibt nur wenige (gezählt wurden etwa 50) und die nur in Höhen zwischen 1500 und 1700 Metern an einem Berghang auf der philippinischen Insel Luzon.

Mysteriöser Tiefseebewohner: Dendrogramma enigmatica (Australien)
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Das Tier ist gerade einmal einen Zentimeter groß und lebt in 1000 Meter Tiefe vor der Küste Australiens. Der Winzling, der wie ein Pilz aussieht, stellt die Wissenschaft vor ein Rätsel. Ist Dendrogramma enigmatica verwandt mit Quallen oder Korallen? Oder gehört der geheimnisvolle Tiefseebewohner gar einem neuen Stamm an? Wenige Lebewesen lassen so viele Fragen offen wie dieses. (Foto: Wikipedia CC BY 4.0)

Unbekannte Schöne: Phyllodesmium acanthorhinum (Japan)
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Vielleicht die schönste der neuen Arten lebt im Meer vor Japan und ist gerade 17 bis 28 Millimeter groß: Phyllodesmium acanthorhinum, eine aufregend gefärbte Schnecke in Rot, Blau, Weiß oder sogar Gold. Die neue Art erlaubt auch einen Einblick in die Lebensweise der Seeschnecken - inklusive ihres komplizierten Verdauungssystems.

Tierischer Zweig: Phryganistria tamdaoensis (Vietnam)
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Bei diesem Aussehen ist es kein Wunder, dass Forscher Phryganistria tamdaoensis trotz der Größe von 25 Zentimetern bisher übersehen haben. Das Tier erinnert eher an einen Zweig und ist perfekt getarnt. So gut, dass es unentdeckt blieb, obwohl es im Tam-Dao-Nationalpark in Nordvietnam lebt, einem Lieblingsziel von Naturforschern.

Lebendgebärender Frosch: Limnonectes larvaepartus (Indonesien)
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Froschweibchen legen Laich ab, die vom Männchen danach befruchtet werden. Nicht so aber bei Limnonectes larvaepartus. Die Befruchtung findet im Körper statt und das Weibchen bringt Kaulquappen zur Welt. In einem Fall fand eine Geburt sogar in der Hand eines Forschers statt. Die Tiere sind gerade vier Zentimeter groß und leben auf der indonesischen Insel Sulawesi.

Warum die Wahl des Projektteams auf die Stadt fiel, hat verschiedene Gründe: „Dort finden sie geeignete Brutmöglichkeiten in den Sandsteinfelsen“, erklärt der Tiroler Projektleiter Johannes Fritz. Das Max-Planck-Institut für Ornithologie in Radolfzell sei auch nicht weit entfernt. „Außerdem ist Überlingen konkret interessiert und es besteht ein guter Kontakt.“

Charakteristisch für den Vogel mit dem lateinischen Namen Geronticus eremita ist neben dem kahlen Kopf mit markantem Federkranz der rote, nach unten gekrümmte Schnabel. Er ernährt sich von Würmern und Insekten und brütet in Kolonien von 30 bis über 400 Tieren in Felsnischen.

„Wenn man ihn das erste Mal sieht, wirkt er fast hässlich“, findet Fritz. „Je öfter man ihn aber anschaut, desto faszinierender wird der Vogel. Er ist exotisch und sehr sozial.“ Auch Konfliktpotenzial etwa mit Fischern oder Bauern gebe es nicht beim Waldrapp: „Er ist ein ausgesprochener Sympathieträger ohne Probleme.“

Auf deutscher Seite wird das Projekt vom Ornithologen Peter Berthold von der Heinz-Sielmann-Stiftung betreut. Bei einem Treffen von Biologen und Behördenvertretern Anfang Dezember wurde ein geeigneter Felsen zwischen Überlingen und Sipplingen gewählt, in den eine Voliere sowie Holznischen gebaut werden sollen. Im Moment laufe das naturschutzrechtliche Genehmigungsverfahren, sagt Berthold.

Solarsender übermitteln die Vogelrouten ins Internet
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