Windkrafträder
Nützlicher Sturm auf der Themse

Großbritannien ist das windigste Land in Europa. Dieses Potenzial wollen die Briten jetzt exzessiv nutzen – zur Energiegewinnung. In drei Jahren wollen die Briten den größten Windpark der Welt in Betrieb nehmen. Großbritannien geht in Sachen Windpark ganz anders vor als Deutschland. Was sich die Briten von den Windrädern versprechen.
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LONDON. Peter Madigans wichtigstes Argument ist eine Landkarte. Er schaltet den Beamer ein. Europa flimmert auf der Leinwand. Anstelle von Hauptstädten, Landesgrenzen und Flussverläufen sind die durchschnittlichen Windgeschwindigkeiten in Metern pro Sekunde eingezeichnet. Je dunkler die Farbflecken auf der Karte, desto rasanter bläst der Wind.

Länder wie Italien und Spanien sind zitronengelb dargestellt; Großbritannien ist als einziges Land dunkelblau unterlegt. Im Durchschnitt pustet der Wind an den britischen Küsten mit rund 40 Kilometern pro Stunde. „Strandtouristen schreckt das eher ab, für die Windkraft sind das ideale Bedingungen“, sagt Madigan, der für die British Wind Energy Association (BWEA) arbeitet.

Offshore-Windparks sollen hohe Ausbeute bringen

Die Briten haben sich entschieden, ihren Windreichtum zu nutzen. Kein Land der Welt setzt derzeit so stark auf Windkraft wie Großbritannien. In den kommenden vier Jahren sollen fünf Gigawatt Strom aus Windkraft gewonnen werden, das entspräche der Leistung von fünf Atommeilern. Doch die Ziele der Londoner Regierung sind noch ehrgeiziger. Bis 2020, so der Plan, sollen rund 5 000 Windräder eine Leistung von 33 Gigawatt erzeugen – genug, um sämtliche Haushalte des Königreiches mit Strom zu versorgen.

Bewusst setzen die Briten dabei auf eine sehr junge Technologie, die sogenannten Offshore-Windparks, bei denen die Windräder einige Kilometer vor der Küste im Boden verankert sind. Im Vergleich zu einer auf dem Land installierten Windanlage lässt sich mit einer Offshore-Turbine eine bis zu 40 Prozent höhere Ausbeute erzielen.

Nicht einmal 20 Jahre ist es her, als 1991 vor der Küste Dänemarks der erste Offshore-Park mit elf Windmühlen in Betrieb genommen wurde. Seitdem hat sich viel getan. Heute produziert eine einzelne Mühle soviel Strom wie die ersten elf zusammen.

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  • Ein Windgenerator ist keine Mühle!

    Windmühle ist also nicht angebracht.

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