+++ Liveblog +++
Gerst ist an Bord der ISS

Der deutsche Astronaut Alexander Gerst ist als elfter Deutscher ins All gestartet und jetzt an Bord der Internationalen Raumstation ISS. Lesen Sie die Infos zum Weltraumflug in unserem Liveblog nach.
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Der deutsche Raumfahrer Alexander Gerst hat rund sechs Stunden nach dem Start in Kasachstan die Internationale Raumstation ISS erreicht und ist am frühen Morgen an Bord gegangen. Bis zu seiner Rückkehr am 11. November soll Gerst rund 100 Experimente an Bord der ISS ausführen. Unter anderem wird er einen Hightech-Schmelzofen auf dem fliegenden Forschungslabor installieren, mit dem neue Legierungen getestet werden sollen. Vor Gerst hatten bereits die deutschen Astronauten Thomas Reiter und Hans Schlegel Aufenthalte auf der ISS absolviert. Die Geschehnisse der Nacht im Liveblog.

+++ Gerst ist an Bord der ISS +++

Gerst und zwei Kollegen aus den USA und Russland haben am Donnerstagmorgen nach mehrstündigem Flug ihren Dienst an Bord der Internationalen Raumstation ISS angetreten. Um 5.52 Uhr MESZ komplettierten sie die vorübergehend nur dreiköpfige Besatzung der Raumstation, wie das Flugkontrollzentrum in Moskau mitteilte.


+++ Gerst erreicht Raumstation ISS+++

Die Sojus-Kapsel mit Gerst sowie dem Russen Maxim Surajew und dem US-Amerikaner Reid Wiseman dockte in der Nacht zu Donnerstag gegen 3.47 Uhr MESZ am Außenposten der Menschheit an. Aus Sicherheitsgründen kann die Crew die Raumstation aber erst knapp zwei Stunden nach dem Ankoppeln betreten. „Bevor die Luken geöffnet werden können, müssen Bolzen, Gewinde und Druckringe geprüft werden“, sagte der deutsche Ex-Astronaut Ulf Merbold (72), der den Start vom Weltraumbahnhof Baikonur verfolgte.Dass die Sojus die Raumstation rund 400 Kilometer über Erde bereits in sechs Stunden erreicht, liegt auch an einem neuen Computer. Er macht die Kapsel weitgehend unabhängig vom Flugleitzentrum bei Moskau. Vorher dauerten Reisen zur ISS zwei Tage.

+++ Andockmanöver um 5:30 Uhr +++
Das Andockmanöver soll nach Angaben der ESA um 5.30 Uhr mitteleuropäischer Zeit beendet sein. Anschließend werden die Luken geöffnet, die drei Astronauten an Board schweben in die Raumstation. Alexander Gerst wird 166 Tage im Weltraum bleiben und in dieser Zeit 100 Experimente durchführen, die sich vor allem auf die Grundlagenforschung konzentrieren. Im August wird Gerst einen Außeneinsatz an der ISS durchführen. Die Rückkehr auf die Erde ist für den 10. November geplant. Im Google-Hangout der ESA beantwortet der Astronaut Luca Parmitano aktuell Fragen.Damit endet der Liveblog für heute. Lesen Sie in den frühen Morgenstunden mehr über das Andocken an der Raumstation bei handelsblatt.com

+++ Andocken an die ISS um 3 Uhr nachts +++
Inzwischen ist die dritte und letzte Brennstufe der Rakete abgeworfen. Es gab keine Probleme beim Start. So wie es derzeit aussieht, wird die Sojus um 3 Uhr nachts deutscher Zeit an die ISS Station andocken.

+++ Sechs Stunden bis zum Andocken an der ISS +++
Bislang läuft alles planmäßig. Im Livestream der Nasa ist die Rakete nur noch ein glühender Punkt im dunklen Himmel. Beim Start hörte Alexander Gerst den Popsong „Rückenwind“ von Thomas D. Gesprochen wurde nicht. Insgesamt sechs Stunden dauert der Flug zur ISS Station. Der Funkverkehr läuft übrigens auf Russisch, die Knöpfe in der Sojus sind auf Kyrillisch. Zum vier jährigen Trainingsprogramm von Forscher Alexander Gerst gehörte neben einem umfangreichen Trainingsprogramm auch, Russisch zu lernen.

+++ Die Rakete ist gestartet +++

Der Start ist geglückt. Nur mit wenigen Sekunden Verspätung startet die Raummission Blue Dot von der kasachischen Raumstation Baikonur ins All. Die ISS Station steht derzeit über Afrika. Nur sechs Stunden dauert es, um die 400 Kilometer Distanz zu überwinden.

+++ Kein Countdown - zehn Minuten bis zum Start +++
Das Gerüst um die Sojus-Rakete ist bereits entfernt. Um 21.57 Uhr (deutscher Zeit) soll die Rakete mit 26 Millionen PS ins All starten. Einen Countdown gibt es nicht – das ist bei russischen Raumfahrtmissionen nicht üblich. Frank De Winne von der Weltraumagentur Esa macht lediglich eine Ansage: „Zündung“. Sonst, so heißt es, würde man vom Start gar nichts mitbekommen, so leise sei das Abheben der Sojus-Rakete inzwischen. In Baikonur ist es zwar windig, aber nach Angaben des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrums soll das nicht den Start beeinflussen.

+++ Gerst erstaunlich entspannt +++

In wenigen Minuten, um 21.40 Uhr deutscher Zeit, startet vom kasachischen Kosmodrom Baikonur eine Sojus Trägerrakete mit drei Raumfahrern ins All. Einer von ihnen ist der 38-jährige Geophysiker Alexander Gerst. "Ab in den Bus und los geht's zu Gagarins Startplattform. Adrenalin steigt etwas, bin aber erstaunlich entspannt", twitterte er auf dem Weg zum Start. Er verabschiedete sich mit den Worten: „Bis denn dann! Würde euch gerne alle mitnehmen...“ Gerst wird der elfte Deutsche im All sein und der 538. Mensch überhaupt.

+++ Adrenalin pur vor dem Start +++
Kurz vor seinem Flug ins All hat der deutsche Raumfahrer Alexander Gerst Nervösität eingeräumt. „Jetzt Nachmittagsschlaf zum Auffrischen vor dem Start. Wird eventuell etwas schwierig, einzuschlafen“, schrieb der 38-Jährige am Mittwoch in der kasachischen Stadt Baikonur bei Twitter. „Ich denke, etwas Adrenalin wird spätestens kommen, wenn der Countdown einstellig wird.“ Vier Stunden später bezeichnete er seinen Zustand als „etwas gerädert“. Insgesamt habe er sich aber doch recht gut ausruhen können.

+++ Heimatstadt fiebert mit Astronaut Gerst +++
Der deutsche Astronaut Alexander Gerst fliegt zur ISS - seine Heimatstadt fiebert mit: In der Stadthalle Künzelsau (Hohenlohekreis) soll am Mittwochabend der Raketenstart am Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan live übertragen werden. „Wir in Künzelsau sind stolz auf unseren berühmten Botschafter“, sagte Bürgermeister Stefan Neumann laut einer Mitteilung. Am Abend ist auch eine Live-Schaltung zum Künzelsauer Bundestagsabgeordneten Christian von Stetten (CDU) geplant, der das Public Viewing organisiert hat, den Start um 21.56 Uhr selbst aber in Baikonur verfolgt. Alexander Gerst wurde 1976 in Künzelsau geboren und ist dort aufgewachsen. Er wird der elfte Deutsche im All und der dritte Deutsche auf der Raumstation ISS sein.

+++ Gauck wünscht Gerst per Video alles Gute +++
Vor dem mit Spannung erwarteten Start des deutschen Astronauten Alexander Gerst ins Weltall hat Bundespräsident Joachim Gauck dem 38-Jährigen per Video alles Gute gewünscht. „Kommen Sie gesund wieder“, sagte Gauck in Darmstadt bei einem Besuch des Satelliten-Kontrollzentrums der Europäischen Weltraumorganisation Esa. „Wir begleiten Sie mit allen unseren guten Wünschen.“ Der Bundespräsident war mit Gerst über den Videotelefondienst Skype verbunden. Gerst bereitete sich im Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan auf seinen für diesen Mittwoch geplanten Start zur Internationalen Raumstation ISS vor. Gauck bewunderte Gersts Mut für den knapp sechsmonatigen Aufenthalt. „Ich glaube, dass Sie für viele junge Leute so etwas wie ein Vorbild sind. Wir sind heute auf Sie stolzer als auf die deutsche Fußball-Nationalmannschaft.“

+++ Spätzle „All“ dente +++
Premiere für die schwäbische Küche: Dank Raumfahrer Alexander Gerst werden Käsespätzle, Saitenwurst und Grießflammeri erstmals im All verzehrt. Der 38-Jährige aus Künzelsau (Baden-Württemberg) hat sich die Regionalspezialitäten als Wunschessen bestellt - als Abwechslung zu den sonst eher freudlosen Mahlzeiten an Bord der Internationalen Raumstation ISS. Das „Sterne-Menü“ wartet bereits in rund 400 Kilometer Höhe, denn es flog im April in einem unbemannten Transporter zur ISS. Der Stauraum des Sojus-Raumschiffs, mit dem Gerst ins Weltall reist, ist so klein, dass der Transport von einem Kilogramm Nutzlast dort 22.000 Euro kostet - daher waren an Bord des unbemannten Frachters etwa auch Gersts Zahnpasta und Kleider.

+++ Gerst wirbt für Zusammenarbeit im All +++
Bei ihrem letzten Auftritt in der Öffentlichkeit vor dem Flug ins All haben der deutsche Raumfahrer Alexander Gerst und seine Crew für mehr internationale Zusammenarbeit im Kosmos geworben. „Wir fliegen als Mannschaft in den Weltraum, nicht als Vertreter einzelner Staaten“, sagte Gerst am Dienstag bei einer Pressekonferenz in der kasachischen Stadt Baikonur. Die Forschungsergebnisse der Internationalen Raumstation ISS kämen der gesamten Menschheit zugute. Gersts russischer Kollege Maxim Surajew appellierte indirekt für eine Fortsetzung der Zusammenarbeit auf der ISS. „Im Weltall sollten so viele Staaten wie möglich kooperieren“, meinte der Kosmonaut. Der US-Amerikaner Reid Wiseman sagte: „Das ist unsere Antwort auf solche Fragen“ - und umarmte seine Kollegen innig. Russland hatte zuletzt mitgeteilt, ab 2020 nicht mehr am ISS-Projekt mitarbeiten zu wollen.

+++ Gerst startet mit Popsongs ins Weltall +++
Alexander Gerst (38) lässt sich bei seinem Start ins All von Lieblingsliedern begleiten. Beim Abheben vom Weltraumbahnhof Baikonur werde er unter anderem „Major Tom (Völlig losgelöst)“ von Peter Schilling hören, schrieb Gerst bei Twitter. Das Lied sei eine „großartige Kindheitserinnerung“. Außerdem habe er sich für „Rückenwind“ des deutschen Hip-Hop-Sängers Thomas D entschieden. Der Musiker reagierte erfreut. „Ich fühle mich natürlich sehr geehrt, es ist der passende Song. Ich wünsche ihm einen guten Flug, ich bleib' wie immer am Boden“, teilte Thomas D mit.

+++ Zuverlässiges Arbeitspferd: Die russische Sojus +++
Noch nie ist ein Deutscher so schnell zur Internationalen Raumstation ISS geflogen. Bereits gut sechs Stunden nach dem Start vom Kosmodrom Baikonur (Kasachstan) an diesem Mittwoch soll Alexander Gerst mit seinen beiden Kollegen aus Russland und den USA am Außenposten der Menschheit in rund 400 Kilometer Höhe ankommen. Möglich macht dies ein neuer Computer, der unabhängig vom Flugleitzentrum arbeitet und seit gut einem Jahr im Sojus-Raumschiff eingesetzt wird. Bis dahin dauerten Reisen zur ISS zwei Tage. Die Sojus (russisch für Vereinigung, Union - wohl auch eine Anspielung auf die Sowjetunion) gilt seit Jahrzehnten als zuverlässiges Arbeitspferd in der Raumfahrt. Das in den 1960er Jahren in Moskau entwickelte und anschließend mehrfach modernisierte Gefährt ist seit 1967 regelmäßig im Einsatz. Als Träger des Raumschiffs dient die gleichnamige Sojus-Rakete. Sie ist eine Weiterentwicklung der weltweit ersten Interkontinentalrakete R-7.

+++ Werbung für Unicef +++
Der deutsche Astronaut Alexander Gerst will aus dem Weltall auf die schwierige Lage vieler Kinder auf der Erde aufmerksam machen. „Die Kinder von heute müssen morgen das Raumschiff Erde allein steuern. Um darauf vorbereitet zu sein, muss jedes Kind seine Potenziale entfalten können“, sagte Gerst laut einer Erklärung des Kinderhilfswerks Unicef vom Dienstag in Köln. An diesem Mittwoch fliegt der 38 Jahre alte Raumfahrer für sechs Monate zur internationalen Raumstation ISS. Bereits 2009 hatte der Belgier Frank de Winne, im vergangenen Jahr der Italiener Luca Parmitano aus dem All für Unicef geworben.


+++ Raumfahrtlegende Jähn beneidet Gerst +++
Sigmund Jähn, der erste Deutsche im Weltall, beneidet Deutschlands nächsten Astronauten Alexander Gerst um dessen Mission. „Ich würde sofort einsteigen, leider fragt keiner“, sagte der 77-Jährige mit einem Augenzwinkern auf dem Weltraumbahnhof in Baikonur. Jähn war eigens zum Start von Gerst an diesem Mittwoch nach Kasachstan gereist. Der damalige DDR-Bürger Jähn war 1978 an Bord einer Sojus-Rakete von Baikonur aus für eine Woche ins All gestartet. „Hier zu stehen, da werden besondere Erinnerungen wach“, sagte der Vogtländer der Nachrichtenagentur dpa.

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Anis Micijevic ist freier Journalist und schreibt für Handelsblatt Online. Quelle: Armin Dahl / Handelsblatt Online
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Timo Steppat
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