100 Jahre Machu Picchu
Perus bekannteste Ruinen bleiben rätselhaft

Ihre große Feier hat die Ruinenstadt schon hinter sich. Dabei jährt sich erst am heutigen Sonntag jener Tag zum 100. Mal, an dem Machu Picchu wiederentdeckt wurde. Bis heute bewahrt die Stadt ihr Geheimnis.
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Machu PicchuIhre große Jubiläumsfeier hat die Ruinenstadt schon hinter sich: Mit Feuerwerk, einer Lichtshow und dem Konzert eines Symphonieorchesters auf 2.430 Metern Meereshöhe beging Peru vor zwei Wochen die Feierlichkeiten zum Jahrestag der Entdeckung von Machu Picchu. Dabei jährt sich tatsächlich erst am heutigen Sonntag jener Tag zum 100. Mal, an dem der amerikanische Historiker Hiram Bingham die Ruinen in den Anden Südperus entdeckte.

Bingham war keineswegs der erste, der die „Verlorene Stadt der Inka“ seit der Zeit der südamerikanischen Hochkultur zu Gesicht bekam. Eine Reihe von Landvermessern und Forschern drang bereits Ende des 19. Jahrhunderts in die Region vor.

Der Peruaner Agustin Lizarraga schrieb sogar mit Kohle auf einen der Steine: „Lizarraga, 14. Juli 1902, für die Nachwelt“. Doch die Lorbeeren für die wissenschaftliche Entdeckung erntete im Juli 1911 letztlich Bingham, ein Forscher der renommierten US-Universität Yale.

Erst vor wenigen Wochen wurde ein jahrelanger Streit um hunderte Gegenstände, die Bingham damals in die USA mitnahm, vorerst beendet. Die Universität gab sie an Peru zurück. Die ersten 366 Relikte seien in Cuzco, der ehemaligen Hauptstadt des Inka-Reiches, angekommen, teilte das Kulturministerium Ende Juni mit. Tausende weitere Fundstücke sollen noch folgen.

Seit 1983 gehört die Inkafestung inmitten atemberaubender Berggipfel und umgeben von steilen Abgründen zum UNESCO-Weltkulturerbe, 2007 wurde sie von Millionen Internet-Nutzern zu einem der „Neuen Sieben Weltwunder“ gewählt. Immer noch ist die genaue Funktion der vermutlich Mitte des 15. Jahrhunderts erbauten Stadt nicht gesichert.

Viele Experten vermuten, sie war ein Zufluchtsort für Herrscher der Inka-Dynastie, besonders für ihren Erbauer Pachacutec, andere halten sie für eine rein religiöse Kultstätte. Eine weitere Deutung besagt, dass in Machu Picchu junge Adelige auf ihre Rolle als Priester oder hohe politische Funktionsträger vorbereitet wurden – fernab von Cuzco und anderen Zentren des Reichs, damit dem einfachen Volk verborgen bliebe, dass auch die höchsten Würdenträger der Inka wie ganz normale Menschen lernen mussten. Da die Inka keine schriftlichen Zeugnisse hinterlassen haben, dürfte die tatsächliche Funktion Machu Picchus wohl für immer verborgen bleiben. 

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