100 Satelliten mit einer Rakete Indiens Arbeitspferd bricht Weltraumrekord

104 Satelliten – so viele wurden noch nie mit einer einzigen Rakete ins All befördert. Indien Trägerrakete PSLV gelingt nun dieses Kunststück. Wer genauer hinschaut, ist davon gar nicht so überrascht.
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Mit 104 Raketen an Bord hob die Trägerrakete PSLV-C37 ab - beobachtet von zahlreichen Schaulustigen. Quelle: AFP
Rekordrakete gestartet

Mit 104 Raketen an Bord hob die Trägerrakete PSLV-C37 ab - beobachtet von zahlreichen Schaulustigen.

(Foto: AFP)

Neu DelhiSo voll war es noch nie an Bord einer Rakete. Als die Trägerrakete vom Typ PSLV am Mittwochmorgen vom indischen Weltraumbahnhof in Sriharikota abhebt, hat sie 104 Satelliten an Bord.

Die meisten von ihnen sind winzig und gerade einmal ein paar Kilogramm schwer. Kurze Zeit später werden die Satelliten in etwa 500 Kilometer Höhe in ihre Umlaufbahn entlassen. Eine Leuchtturmmission für die indische Raumfahrt – und ihre Kunden aus Ländern wie Israel, den Niederlanden, der Schweiz oder den USA.

Die Trägerrakete PSLV – kurz für Polar Satellite Launch Vehicle – ist das Arbeitspferd der indischen Weltraumbehörde ISRO. Obwohl sie maximal 1,4 Tonnen befördern kann, und obwohl die Inder sie zunächst für eigene Satelliten reservieren, nimmt die Rakete inzwischen bei vielen Starts auch fremde Satelliten gegen Bezahlung mit ins All. Vor gut einem halben Jahr auch den am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrttechnik entwickelten „Biros“, der zum Beispiel Waldbrände aufspüren kann.

Aufstrebende Weltraumnationen
HAYABUSA PROBE
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Japan

Die Anfänge der japanischen Weltraumforschung reichen zurück bis in die 1960er Jahre. Standen zunächst vor allem Projekte zur Grundlagenforschung – etwa im Bereich der Röntgenastronomie – im Mittelpunkt des Interesses, so ist Japan inzwischen auch mit eigenen Trägersystemen, zahlreichen Satelliten im All sowie ehrgeizigen Raumsonden-Projekten zu einer wichtigen Raumfahrtnation geworden.

Seit Oktober 2003 koordiniert die japanische Raumfahrtagentur Jaxa – ein Zusammenschluss aus drei bis dahin unabhängigen Instituten – Japans Aktivitäten im All. Zu den spektakulärsten Jaxa-Missionen zählte die Sonde Hayabusa (Bild), die 2010 Staubpartikel eines Asteroiden zur Erde brachte. Für die Zukunft plant die Jaxa unter anderem die Errichtung einer Roboter-Basis auf dem Mond.

Indien startet erste unbemannte MondmissionMondmission
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Indien

Seit 1969 verfügt Indien mit der Indian Space Research Organisation über eine eigene Weltraumagentur. Wurde der erste indische Satellit 1975 noch mit einer sowjetischen Rakete ins All gebracht, so besitzt das Land inzwischen eigene Trägersysteme für den Transport von Nutzlast in den erdnahen Weltraum.

Größter Erfolg des indischen Raumfahrtprogramms war der Start der eigenen Mondsonde Chandrayaan-1 im Oktober 2008 (Bild). Für 2013 ist die Nachfolgemission Chandrayaan-2 geplant.

Raketen-Explosion in BrasilienRaketenstart
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Brasilien

Seit 1961 erkundet Brasilien mit der INPE (Instituto Nacional de Pesquisas Espaciais = Nationales Institut für Weltraumforschung) das All. Neben die eher forschungsorientierte Behörde trat 1994 die Agencia Espacial Brasileira zur Koordinierung der Raumfahrtaktivitäten des Landes. Ein Jahr zuvor hatte eine US-Rakete den ersten brasilianischen Satelliten ins All befördert.

Die Entwicklung eines eigenen brasilianischen Trägersystems stand bislang unter keinem guten Stern. Am 22. August 2003 explodierte eine Rakete des Typs VLS-1 an ihrem Startplatz auf der Luftwaffenbasis Alcantara im Norden des Landes. 21 Menschen kamen dabei ums Leben, die Katastrophe warf das brasilianische Raumfahrtprogramm um Jahre zurück. Nach derzeitigem Planungsstand ist frühestens 2013 mit einem neuen Teststart zu rechnen.

Rakete vom Weltraumbahnhof Naro in Südkorea gestartetRakete Südkorea
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Südkorea

Dem Ziel, Südkorea bis 2015 zu einer führenden Weltraumnation aufsteigen zu lassen, hat sich das 1989 gegründete Kari (Korea Aerospace Research Institute) verschrieben. Neben erfolgreichen Satellitenstarts (unter anderem Arirang-1 im Jahr 1999) kann das Land inzwischen auch auf den ersten Start eines eigenen Trägersystems zurückblicken: Am 25. August 2009 hob die erste Rakete des Typs Naro-1 vom Naro Space Center im südkoreanischen Goheung ab (Bild).

Zur Verwirklichung seiner ehrgeizigen Raumfahrtpläne setzt Südkorea auf eine enge Zusammenarbeit mit Russland. So basiert die Naro-Rakete in wesentlichen Teilen auf dem russischen Angara-System. Den guten Weltraum-Beziehungen beider Länder verdankte die koreanische Astronautin Yi So-yeon auch ihren Platz in einem Sojus-Raumschiff, das sie 2008 als erste Südkoreanierin ins All brachte.

The Safir (ambassador) satellite-carrier rocket is seen before launch at Iran's space centre in Tehran
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Iran

2004 nahm die iranische Weltraumagentur ihre Arbeit auf. Ein Jahr später brachte eine russische Kosmos-3-Rakete den ersten iranischen Satelliten ins All. Inzwischen verfügt das Land mit der "Safir" über ein eigenes Trägersystem zum Transport von Satelliten. Für die Zukunft sind auch bemannte Missionen geplant, spätestens 2019 soll die erste verwirklicht werden.

Shavit
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Israel

Mit der Etablierung einer eigenen Weltraumbehörde bekundete Israel 1983 seinen Willen, dem Club der Weltraumnationen beizutreten. 1988 war es soweit: Mit Ofeq-1 startete der erste israelische Satellit zu seiner Reise ins All. Inzwischen verfügt das Land mit der Shavit-Rakete über ein zuverlässiges System zum Transport von Satelliten in den erdnahen Weltraum.

Dieses Mal kommen die meisten fremden Satelliten von „Planet“, einer Firma aus den USA, die aus dem Weltraum Fotos von der Erde macht. Das Unternehmen vertraut der PSLV gleich 88 Nano-Satelliten an, jeder von ihnen gerade einmal knapp fünf Kilogramm schwer.

Sie sollen Teil einer Konstellation aus insgesamt 100 solcher Satelliten werden, die um die Erde ziehen und ständig Fotos machen. Die ersten zwölf brachten ebenfalls die Inder ins Weltall. „Es ist die größte Satellitenflotte, die in der bisherigen Geschichte gestartet wurde“, schreiben die Amerikaner auf ihrer Website.

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