100 Satelliten mit einer Rakete
Indiens Arbeitspferd bricht Weltraumrekord

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Komfortable Position

Bisher hielt Russland den Rekord für die meisten bei einem einzigen Start ins All beförderten Satelliten. Im Januar 2014 startete eine Rakete vom Typ „Dnepr“ mit 37 davon ins All. Der bisherige Rekord Indiens wurde im Juni 2016 aufgestellt, als eine PSLV mit 20 Flugkörpern an Bord erfolgreich abhob.

„Antrix (der kommerzielle Arm von ISRO) macht gute Arbeit damit, die Produkte und Services von ISRO zu vermarkten“, sagt Ajey Lele, Weltraumexperte beim indischen Think Tank IDSA. „Das heißt aber nicht, dass Indien damit automatisch zu einem großen Spieler auf dem internationalen Markt für Satellitenstarts wird.“

Das hat zwei Gründe. Erstens braucht Indien die meisten Kapazitäten seiner Trägerraketen selbst. Und zweitens ist die PSLV mit gerade einmal 1,4 Tonnen Kapazität sehr klein. Zum Vergleich: Eine europäische „Ariane“ kann mehr als zehn Tonnen bis zu 36.000 Kilometer weit ins All befördern. Selbst mit der großen Schwesterrakete GSLV kann Indien nur gut drei Tonnen auf einmal transportieren.

Dennoch kombiniert die PSLV etwas, was nur wenige Konkurrenten zu bieten haben – selbst die GSLV nicht. Denn sie ist einerseits günstig, andererseits trotzdem sehr zuverlässig. Der Start vom Mittwoch ist der 39. Flug einer PSLV. Das letzte Mal misslang ein PSLV-Start im Jahr 1997 – und auch dabei erreichte die Rakete lediglich eine etwas zu niedrige Umlaufbahn. Der Satellit, der ausgesetzt wurde, konnte sich aus eigener Kraft in den gewünschten Orbit bewegen.

Zumindest auf dem Markt für Mini- bis Nano-Satelliten haben die Inder deshalb eine vergleichbar komfortable Position bei der Vermarktung ihrer freien Kapazitäten. Davon könnte es bald mehr geben. „ISRO arbeitet zurzeit an einem Modell, bei dem die PSLV vollständig von einem privaten Unternehmen gebaut und dann vom ISRO-Weltraumbahnhof gestartet wird“, sagt ISRO-Sprecher Deviprasad Karnik.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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