2018 sollen wieder Menschen landen
Mond wird zur Weltraumfiliale

Die US-Weltraumbehörde Nasa plant eine Neuauflage ihres 1972 beendeten Mondfahrt-Programms: 2018 sollen Astronauten wieder Fuß auf den Erd-Trabanten setzen.

HB WASHINGTON. Der Mond soll die neue Nasa-Weltraumfiliale sein. Zuerst werden zwei Mal im Jahr jeweils vier Astronauten einen einwöchigen Schnupperkurs auf dem Erdtrabanten absolvieren. Später wird die Crew alle sechs Monate gewechselt. Bevor die Nasa-Astronauten jedoch in drei Tagen Entfernung von der Erde ihren Außenposten beziehen, werden erst einmal die „Pfadfinder“ vorgeschickt: In drei Jahren sollen - ähnlich wie auf dem Mars - die ersten Roboter über die Mondoberfläche zuckeln und erkunden, was sich für das Basislager und weitere Abenteuer im Weltall alles verwenden und gebrauchen lässt. Nasa-Direktor Michael Griffin hat es vor allem der Südpol des Mondes angetan, weil dort Wasserstoff in gefrorenem Eis vermutet wird. Außerdem gibt es dort reichlich Sonnenlicht für die Energieversorgung.

Gemini, Apollo, Space-Shuttle - alles klangvolle Namen im Vergleich zum neuen Raumgleiter, dem „Crew Exploration Vehicle“. Schon in sieben Jahren soll die nach der Abkürzung (CEV) „si-i-vi“ ausgesprochene Raumfähre durch das Weltall navigieren. Wartungsflüge zum alternden Weltraumteleskop „Hubble“, Versorgungsflüge zur ISS? Alles kein Problem für Griffin. Nach dem ersten Flug zum Mond in 13 Jahren soll die Raumfähre später vom Erdtrabanten aus die 500 Tage lange Reise zum Nachbarplaneten Mars antreten.

Der Nasa-Direktor gerät schon jetzt ins Schwärmen und beschreibt den neuen Raumgleiter als eine „Apollo-Kapsel auf Steroiden“. Das neue Gefährt ist drei Mal größer als Apollo, hat einen Durchmesser von 5,5 Meter und bietet auf Langzeitflügen zum Mars genug Platz für sechs Astronauten. Auf den Mond sollen die Astronauten mit Hilfe eines speziellen Landegefährts kommen, in dessen oberen Hälfte die Kapsel mittransportiert wird. Die Kapsel wiederum soll die Astronauten dann zurück zur Erde bringen und gebremst von drei Fallschirmen schließlich auf dem Gelände des Edwards Luftwaffen-Stützpunkts in Kalifornien landen. Anschließend tauschen Techniker das Hitzeschild einfach aus, und schon kann es zum nächsten Flug zum Mond gehen.

Auch beim Treibstoff denkt Griffin strikt in der Zukunft. Sowohl der Raumgleiter als auch der Mondlander werden mit Flüssigmethan angetrieben. Denn bei späteren Flügen zum Mars, so die Kalkulation, soll Methan aus der Atmosphäre unseres Nachbarplaneten in Treibstoff umgewandelt werden. Außerdem wird die neue Raumfähre mit zusätzlichen Sonnenbatterien aufgerüstet.

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