25 Jahre Hubble-Teleskop
Weltraum-Dino feiert Geburtstag

Kaum im Weltraum, benötigte das Hubble-Teleskop eine Brille. Erst nach einer Reparatur durch Nasa-Astronauten begann die Erfolgsgeschichte des Weltraumteleskops, die auch 25 Jahre nach dem Start noch nicht beendet ist.
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Garching/Baltimore/BerlinSchwarze Löcher, schillernde Gasnebel, ferne Planeten: Das Weltraumteleskop Hubble hat unser Bild vom Kosmos verändert. Mehr als eine Million Beobachtungen hat das fliegende Observatorium bereits gemacht, fast 13.000 wissenschaftliche Fachveröffentlichungen sind dazu erschienen.

Seit 25 Jahren umkreist das Weltraumteleskop in 540 Kilometern Höhe die Erde. Am 24. April 1990 startete das nach dem US-Astronomen Edwin Hubble (1889-1953) benannte Teleskop an Bord des Spaceshuttles Discovery vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral ins All, einen Tag später, am 25. April, wurde es im Orbit ausgesetzt.

„Trotz eines holperigen Auftakts haben die Erfolge des Teleskops alle Erwartungen übertroffen“, urteilt Lars Lindberg Christensen, Leiter des Informationszentrums der Europäischen Südsternwarte Eso in Garching bei München, zu dem auch das europäische Hubble-Informationszentrum gehört. Mit Hubble haben Astronomen das Alter des Universums bestimmt, zum ersten Mal die Atmosphäre eines Planeten bei einem anderen Stern untersucht und in den Tiefen des Weltraums die ersten Galaxien nach dem Urknall aufgespürt.

Ohne den störenden Einfluss der Erdatmosphäre konnte das Omnibus-große Weltraumteleskop viele Beobachtungen machen, die so vom Erdboden aus nicht möglich gewesen wären. „Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass Hubble unser Wissen über das Universum umgekrempelt hat“, so Christensen. Zwar gibt es heute erdgestützte Teleskope, bei denen Computer die Störungen der Erdatmosphäre weitgehend aus den Bildern „herausrechnen“ und so vergleichbar scharfe Aufnahmen liefern. Zur Zeit des Hubble-Starts fehlte es aber noch an Großteleskopen mit dieser sogenannten adaptiven Optik.

Der Start des Projekts Hubble verlief allerdings alles andere als reibungslos. Schon früh hatten die Planer mit Widerständen zu kämpfen: Verschiedene einflussreiche Astronomen hätten die für Hubble veranschlagten 300 Millionen Dollar lieber für 20 erdgebundene Teleskope vom Typ des Mount-Palomar-Observatoriums ausgegeben, wie sich der Astronom Robert O'Dell von der Vanderbilt-Universität in Nashville erinnert. Tatsächlich kostete das Weltraumteleskop, an dem auch die europäische Raumfahrtagentur Esa mit 15 Prozent beteiligt ist, ungefähr das Vierfache, bis es 1990 im Erdorbit stationiert wurde.

Zwei Monate nach dem Start folgte der Schock: Hubbles 2,4 Meter großer Hauptspiegel war falsch geschliffen. Zwar ließ sich der optische Fehler rechnerisch korrigieren, das Weltraumteleskop sah damit jedoch nicht schärfer als erdgebundene Teleskope. Dreieinhalb Jahre später installierten Astronauten dann eine Korrekturoptik an dem Weltraumteleskop – Hubble bekam eine Brille.

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