Forschung + Innovation
30 Monate nach „Columbia“-Absturz: US-Raumfähre startet zur ISS

Zweieinhalb Jahre nach dem Absturz der „Columbia“ wollen die USA am 13. Juli erstmals wieder eine Raumfähre ins All schicken.

dpa WASHINGTON. Zweieinhalb Jahre nach dem Absturz der „Columbia“ wollen die USA am 13. Juli erstmals wieder eine Raumfähre ins All schicken. „Jeder Flug ist riskant, aber wir haben alles getan, was wir nach derzeitigem Wissensstand tun können, um das Risiko zu verringern“, sagte der Direktor der US-Weltraumbehörde Nasa.

Beim tödlichen Unglück der „Columbia“ waren am 1. Februar 2003 alle sieben Astronauten ums Leben gekommen. Damals hatte 82 Sekunden nach dem Start ein abgefallenes Stück Isolierschaum die Hitzekacheln am linken Flügel so stark beschädigt, dass die Raumfähre nach Wiedereintritt in die Atmosphäre auseinander brach. Nach den Worten von Griffin sind die Probleme, die zu dem Absturz führten, behoben worden.

An Bord der Raumfähre „Discovery“ werden unter Kommandantin Eileen Collins (48) am Nachmittag des 13. Juli insgesamt sieben Astronauten zur internationalen Raumstation ISS fliegen. Während des zwölftägigen Einsatzes sollen sie 15 Tonnen Nachschub und Ersatzteile zur Raumstation bringen. Bei einem der drei geplanten Weltraumspaziergänge soll nach Nasa-Angaben das Gyroskop - ein Messgerät zum Nachweis der Achsendrehung der Erde - der Raumstation ausgewechselt werden. Die Astronauten wollen ferner neue Sicherheitsstandards testen. Dazu gehört, dass während des Fluges der Hitzeschild untersucht und neue Reparaturmethoden für defekte Hitzekacheln ausprobiert werden.

In der ISS werden nach Angaben des Flugleitzentrums bei Moskau die Vorbereitungen für die am 15. Juli geplante Ankoppelung der „Discovery“ getroffen. Um optimale Bedingungen für das Andocken der Raumfähre zu schaffen, sei die Flugbahn der 184 Tonnen schweren Station um mehr als zwei Kilomter gehoben worden, teilte Waleri Lyndin, der Sprecher der Flugleitzentrums, am Freitag mit.

Es handelt sich um den 114. Start eines Spaceshuttles und um den 31. Flug der Raumfähre „Discovery“ seit ihrem Erstflug am 30. August 1984. Für die Nasa ist der Start am 13. Juli die Rückkehr zur bemannten Raumfahrt. Langfristiges Ziel bleiben Flüge von Astronauten zum Mond und zum Nachbarplaneten Mars. Die Nasa-Spaceshuttles werden künftig auch die geplante Fertigstellung der internationalen Raumstation bis zum Jahr 2010 unterstützen.

Die US-Raumfahrtbehörde hatte nach dem Absturz der „Columbia“ am 1. Februar 2003 alle Flüge eingestellt und ihre drei Raumfähren am Boden gelassen. Die Weltraumbehörde investierte mehr als 1,5 Mrd. Dollar (1,24 Mrd. Euro) für Verbesserungen der Sicherheitsstandards.

Eine unabhängige Untersuchungskommission wies zu Wochenbeginn darauf hin, dass drei der 15 Sicherheitsauflagen für die Rückkehr zum regulären Flugbetrieb nicht erfüllt seien. Dazu gehört, dass die Nasa nicht völlig ausschließen kann, dass Isolierschaum- oder Eisstücke die Außenhaut des Shuttles beschädigen. Auch die Techniken zur Reparatur von Löchern während des Fluges wurden als nicht zuverlässig beschrieben.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%