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39-Jährige liegt mit Tollwutverdacht in Heider Klinik

Eine 39 Jahre alte Frau liegt mit Verdacht auf Tollwut im Westküstenklinikum in Heide (Schleswig-Holstein). Der Verdacht konnte bis Montagabend jedoch nicht bestätigt werden.

dpa HEIDE. Eine 39 Jahre alte Frau liegt mit Verdacht auf Tollwut im Westküstenklinikum in Heide (Schleswig-Holstein). Der Verdacht konnte bis Montagabend jedoch nicht bestätigt werden. Die Patientin im Westküstenklinikum liege im Koma und befinde sich in Lebensgefahr, sagte am Montag ein Sprecher des Kreises Dithmarschen als Klinikträger.

Ergebnisse von Laboruntersuchungen lägen nicht vor Dienstag vor. Von den bislang bekannten Untersuchungsergebnissen deute jedoch „wenig darauf hin, dass es sich um eine Tollwutinfektion handelt“, sagte einer der behandelnden Ärzte, der Mediziner Stefan Schröder.

Die Patientin aus dem Kreis Rendsburg-Eckernförde war am 7. März mit einer lebensbedrohlichen Hirnschwellung in die Klinik gebracht worden. Tollwut sei „nicht auszuschließen“, hatte das Institut für Neuropathologie der Medizinischen Hochschule Hannover der Heider Klinik am vergangenen Freitag mitgeteilt. In Hannover war eine Gewebeprobe des Gehirns untersucht worden.

Auch wo und wann sich die Mutter einer 13-jährigen Tochter mit dem gefährlichen Virus infiziert haben könnte, ist nach Angaben des Landkreises bisher völlig unklar. Im häuslichen und persönlichen Umfeld der Patientin wurden keine Hinweise auf eine Tollwutinfektion festgestellt, berichtete Schröder.

Nach Angaben des Kreis-Gesundheitsdienstes besteht für die Öffentlichkeit keine Ansteckungsgefahr. Dennoch sei Ärzten, Pflegepersonal und Angehörigen der Patientin eine Impfung empfohlen worden. Da die Inkubationszeit bei Tollwut im Extremfall bis zu sieben Jahren dauere, sei im Fall der Patientin ein möglicher Infektionszeitpunkt nicht leicht feststellbar. Die 39-Jährige sei vor einigen Monaten einmal in Tunesien im Urlaub gewesen.

In Deutschland wurden zuletzt 1996 ein und 2004 zwei tödliche Tollwutfälle gemeldet sowie Tollwutübertragungen mit Todesfolge durch Organspende. Zwei betroffene Männer hatten sich auf Sri Lanka und in Indien infiziert. Eine 26-jährige Frau hatte sich 2004 vermutlich bei einer Indien-Reise angesteckt. Nach ihrem Tod im vergangenen Dezember wurde ihre Organe in sechs Patienten eingepflanzt, wovon drei an Tollwut erkrankten. Zwei starben, ein Mann liegt seit Wochen im künstlichen Koma.

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