3D-Aufnahmen
Vesta überrascht die Forscher

Erste dreidimensionale Bilder vom Asteroiden Vesta haben deutsche Planetenforscher begeistert und überrascht. Die Forscher beobachteten bisher Einzigartiges in unserem Sonnensystem.
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BerlinLange rätselten Planetenforscher, wie der riesige Asteroid Vesta aussehen mag. Seit der Bremer Astronom Heinrich Olbers ihn im Jahr 1807 entdeckte, kannten sie ihn nur als hellen Punkt zwischen den Planeten Mars und Jupiter. Nun liefert die US-amerikanische Raumsonde „Dawn“ mit deutschen Kameras an Bord erstmals dreidimensionale Bilder von Vesta. Damit ist das Rätsel gelöst: Der Asteroid sieht aus wie ein Golfball mit Delle. Ein bisschen „kartoffelig“ finden ihn die Wissenschaftler auch. Ralf Jaumann, Planetenforscher am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, hält es auch mit Mr. Spock. „Faszinierend“, sagt er mit einem Blick auf die neuen Vesta-Fotos. Diese Wahnsinnsberge!

Die höchsten bekannten Berge des Sonnensystems

Die neuen Kamerabilder von Vesta zeigen aus 1300 Kilometern Höhe vor allem die Topographie des Himmelskörpers. Dass es dort weder Wasser noch Leben zu geben scheint, war absehbar. Trotzdem ist Vesta gut für Überraschungen. Wissenschaftler sehen Täler, Canyons und bis zu 25 Kilometer hohe Berge. Die gehören nun zu den höchsten, die bisher im Sonnensystem bekannt sind. Der Mars bietet mit 27 Kilometer hohen Erhebungen mehr - aber der Planet ist auch rund zehnmal größer. „Solch riesigen Hangneigungswinkel haben wir im gesamten Sonnensystem noch nie gesehen“, so Jaumann bei der Präsentation der jüngsten Aufnahmen in Berlin.

Asteroiden sind Planetenforschern am liebsten, wenn sie bleiben, wo sie hingehören: in ihrem angestammten Gürtel zwischen Mars und Jupiter, an der Grenze zwischen dem inneren Sonnensystem mit der Erde und den äußeren Planeten aus Gas und Eis. Mit rund 500 Kilometern Durchmesser zählt Vesta zu den größten bekannten Asteroiden. Die dicke Delle an einer Seite lässt ahnen, dass es schon einmal einen schweren Zusammenstoß mit einem massigen Artgenossen gab. Auch die vielen kleinen Krater auf der Oberfläche sind Einschlaglöcher.

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Vesta überrascht die Forscher

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Vesta wohl jünger als gedacht

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