3D-Bodyscanner
Digitale Maßschneider

Kleidung von der Stange soll künftig passgenauer werden. Zu diesem Zweck führt die Firma Human Solutions die Studie „Size Germany“ durch: 12 000 Männer, Frauen und Kinder werden anhand modernster Technik vermessen; der 3D-Bodyscanner soll herausfinden, in wie weit die Deutschen in den letzten Jahren größer und kräftiger geworden sind.

BERLIN. Das Maßband hat ausgedient. Bodyscanner arbeiten exakter, berührungslos und zudem sehr schnell. Das macht die digitale Technik für Reihenmessungen attraktiv, mit denen derzeit bundesweit durchschnittliche Körperproportionen erhoben werden mit dem Ziel, dass Kleidung von der Stange künftig passgenauer angeboten werden kann. Seit gut zwei Monaten läuft die Reihenmessung „SizeGermany“, bei der deutschlandweit rund 12 000 Männer, Frauen und Kinder vermessen werden. Auf herkömmliche Weise wäre das nicht nur ein ziemliches Gefummel geworden, die Messergebnisse wären zudem nicht exakt genug, da jeder Schneider sein Maßband ein wenig anders anlegt.

Neutraler und dezenter arbeitet da der 3D-Bodyscanner von Human Solutions, mit dem die Massenmessung durchgeführt wird, um herauszufinden, wie sehr die Deutschen in den vergangenen Jahren größer und kräftiger geworden sind. Die letzte repräsentative Erfassung der Körpermaße, wie sie jetzt vom Forschungszentrum Hohensteiner Institute, der Bekleidungsindustrie und dem Handel initiiert wird, liegt bei Männern gut 40 Jahre zurück, bei Frauen immerhin 13 Jahre.

„Die berührungslose Messtechnik ist so präzise geworden, dass sie für diesen Zweck inzwischen überall auf der Welt eingesetzt wird“, sagt Andreas Seidl, Geschäftsführer von Human Solutions. Die Firma aus Kaiserlautern ist Marktführer und setzt auf einen digitalen Ganzkörper-Scan per Laser. Er wird bereits in mehr als 70 Modehäusern hierzulande als „Retailor Shop 3D“ eingesetzt. Dabei wird der spärlich bekleidete Kunde in einer Messkabine mit dem Bodyscanner vermessen. Die digitalen Daten werden anschließend gleich zum Hersteller der Maßkleidung übermittelt, was den Prozess verkürzt und Vermittlungsfehler vermeidet.

Eine alternative Messtechnik, die ohne eine Lasereinheit auskommt und mit Weißlicht arbeitet, hat die Gesellschaft zur Förderung angewandter Informatik (GFaI) in Berlin-Adlershof entwickelt. Mit dem Body-Fit-3D-System wird jedoch nicht die gesamte Körperoberfläche abgetastet, sondern nur ausschnittsweise Umfänge, Längen und Kurven an maßgeblichen Körperregionen wie Hals, Schulter, Brust, Taille, Hüfte, Gesäß, Arme und Beine.

Der Vorteil: Für die Auswertung der Messung wird kein Hochleistungsrechner benötigt, der Relevantes aus dem Datenmeer fischen. „Die Berechnung der Produktionsdaten, bei der die von der Schnittkonstruktion geforderten Körperparameter, Kurven und Maße ermittelt werden, erfolgt sekundenschnell“, sagt Entwickler Lothar Paul. Der Kunde kann beim Verlassen der Kabine sein individuelles Maßblatt mitnehmen oder seine Daten auf einer Kunden-Chipkarte speichern lassen. Das System kann in die Software von Händlern und Herstellern eingebunden werden, was den Produktionsprozess beschleunigt.

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