3D-Ultraschall
Schonende Diagnose von Herzkrankheiten

3D-Ultraschallgeräte erobern die kardiologische Diagnostik. Die neuen Geräte erlauben nicht nur eine besonders präzise Untersuchung der Herzfunktion, ihr Einsatz kann auch zu einer Reduzierung der Röntgenbelastung beitragen.

BERLIN. Die jetzige Gerätegeneration sei ausgereift für den klinischen Routineeinsatz, sagt Ole Breithardt, Kardiologe am Universitätsklinikum Erlangen. Neben großen Unternehmen wie Philips, Siemens und GE Healthcare haben inzwischen auch kleinere Firmen wie Aloka und Sonoace 3D-Ultraschallgeräte im Programm.

Die Technik sei hervorragend geeignet, um die Pumpleistung des Herzens zu untersuchen, sagt Breithardt. „Der 3D-Ultraschall erlaubt eine präzise Vermessung der Pumpleistung, denn er erfasst das gesamte Volumen der Herzkammern in entspanntem und kontrahiertem Zustand“, erläutert der Mediziner. Dagegen werde die Pumpfunktion bei einer Untersuchung mit herkömmlichem Ultraschall lediglich mit dem Auge abgeschätzt. Mit spezieller Software kann aus dem Volumenunterschied der Blutfluss halbautomatisch errechnet werden – nach Meinung vieler Kardiologen mit Ergebnissen, deren Qualität an diejenige wesentlich teurerer MRT-Aufnahmen heranreicht.

Möglich wurde der Fortschritt im Ultraschall-Bereich vor allem durch leistungsfähigere Computer und neue Schallköpfe. Bei den ersten 3D-Ultraschall-Geräten musste der Schallkopf lange auf eine Stelle gehalten werden, während das Gerät Schicht für Schicht Bilder machte. Die anschließende Berechnung der dreidimensionalen Aufnahmen dauerte viele Minuten – zu lange für den Einsatz in der klinischen Routine. Mit schnelleren Rechnern und speziellen Schallköpfen, die das gesamte Herz in wenigen Herzschlägen erfassen können, sei inzwischen eine Darstellung des schlagenden Herzens beinahe in Echtzeit möglich, sagt Breithardt.

In den animierten Sequenzen können Bewegungseinschränkungen oder asynchrone Bewegungen des Herzmuskels – bedingt etwa durch eine Narbe oder die Herzmuskulatur betreffende Krankheiten – besonders gut lokalisiert werden. Die Diagnose verschiedener Formen der Herzinsuffizienz erlaube eine bessere Vorhersage, welche der Patienten von einer Resynchronisationstherapie mit einem Herzschrittmacher profitieren, so Breithardt. Bei etwa 30 Prozent bringe der aufwendige und kostspielige Eingriff keinen Gewinn. „Identifiziert man diese Patienten im Vorfeld, können diese sich die Operation ersparen“, sagt der Kardiologe.

Auch Untersuchungen mit Magnet-Resonanz-Tomografen oder Ultraschall-Schlucksonden, die in die Speiseröhre eingeführt werden, lassen sich mit der neuen Methode in manchen Fällen vermeiden. „Das ist besonders in der Herzdiagnostik bei Kindern ein großer Vorteil“, sagt Verena Gravenhorst, Kinderkardiologin am Herzzentrum Göttingen.

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